Reichweitenangst bei Radlern: Mythen über E-Bike-Akkus im Faktencheck
Reichweitenangst war unter E-Bike-Fahrern der ersten Stunde weit verbreitet, aber dank modernster Technik ist sie heute praktisch komplett verschwunden. Moderne Urban E-Bikes sind beeindruckende Maschinen, die dich weiter, schneller und zuverlässig ans Ziel bringen. Manche Modelle schaffen mit einer einzigen Akkuladung sogar bis zu 185 km. E-Bikes mit großer Reichweite sind mittlerweile die Norm und eröffnen dir ganz neue Möglichkeiten sowohl im Alltag als auch für größere Abenteuer.
E-Bikes boomen und könnten die Art unsere Mobilitätssituation vor allem im urbanen Raum grundlegend verändern. Doch trotz der wachsenden Beliebtheit bleibt noch immer eine leise Sorge bei vielen Nutzerinnen und Nutzern. Eine davon: Was passiert, wenn der Akku unterwegs versagt?
Reichweitenangst bei Radlern
Genau wie Autofahrer haben auch Radfahrer die berüchtigte Reichweitenangst, wenn es um Elektromobilität geht. Das weiß man auch beim renommiertern Fahrradhersteller Cannondale. Aber: Was ist dran an den Sorgen? Drei der häufigsten Mythen über E-Bike-Akkus im Faktencheck.
Mythos 1
Frage: „Was ist, wenn der Akku früher als erwartet leer ist und ich dann mit einem unfahrbaren, schweren Fahrrad nicht mehr weiterkomme?!“
Antwort: Mit einem alten, schweren E-Bike und leerem Akku einen Hang hinauf zu radeln, ist tatsächlich kein Spaß. Aber die Situation ist seltener und weniger schlimm als gedacht: Zum einen wurde die Akkukapazität moderner E-Bikes in den letzten Jahren deutlich gesteigert. E-Bikes mit großer Reichweite sind mittlerweile die Norm. Zum anderen sind E-Bikes heute deutlich leichter geworden. Reichweitenangst war unter E-Bike-Fahrern der ersten Stunde weit verbreitet, aber dank modernster Technik ist sie heute unnötig. Moderne Urban E-Bikes sind beeindruckende Maschinen. Manche Modelle schaffen mit einer einzigen Akkuladung sogar bis zu 185 km.
Wichtig zu wissen: Die meisten Radfahrer überschätzen generell, wie selten der Akku ihres E-Bikes beim Fahren wirklich ganz entladen ist. Dennoch gilt: Regelmäßiges Laden muss sein. Was stimmt: Laut ADAC verlieren Akkus im Laufe der Nutzungs- oder Lagerzeit aufgrund von Alterungsprozessen ihre Leistungsfähigkeit. Ab dem Zeitpunkt der Batteriefertigung kann der Energieinhalt des E-Bike-Akkus jeden Monat um bis zu 0,5 Prozent abnehmen.
Mythos 2
Frage: „Schadet kaltes Wetter dem Akku eines E-Bikes?“
Antwort: Nein. Grundsätzlich schaden die bei uns üblichen Minusgrade dem Akku des E-Bikes nicht. Klar ist jedoch, dass kältere Temperaturen einen gewissen Einfluss auf die Effizienz des Systems haben. Aber moderne E-Bikes sind viel weniger empfindlich als früher. Man kann also auch bei tieferen Temperaturen ohne Reichweitenangst mit dem E-Bike unterwegs sein.
ÖAMTC-Tipp: Akku im Winter nach der Fahrt entnehmen und bei Raumtemperatur lagern.
Mythos 3
Frage: „Ich bringe etwas mehr Gewicht auf die Waage ... Wird mein E-Bike-Akku dadurch nicht schneller leer?“
Antwort: Für die Reichweite eines E-Bikes spielt das Fahrergewicht praktisch nur bei Anstiegen eine nennenswerte Rolle. Weil dann die Schwerkraft stärker wirkt. Beim Fahren in der Ebene hingegen sind die größten Einflussfaktoren die Aerodynamik und der Wind. Auf flachen Strecken kann jeder Radfahrer – unabhängig von seinem Gewicht – eine ordentliche Reichweite mit seinem E-Bike erzielen.
Das sagt die Wissenschaft: Wer regelmäßig mit dem E-Bike fährt, kann laut einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover und der Leibnitz-Universität Hannover in Kooperation mit dem deutschen Bundesverkehrsministerium das Herzinfarkt-Risiko um 40 Prozent und das Krebsrisiko um 30 Prozent senken. Darüber hinaus verringert sich das Risiko für das metabolische Syndrom – dazu gehört etwa Übergewicht, Bluthochdruck, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen – sogar um 50 Prozent. Das regelmäßige Radfahren geht dabei mit einer Steigerung der Grundlagenausdauer einher und stärkt auch die Gelenke und Knochen.
Ist der E-Bike-Akku tatsächlich defekt oder bringt nicht mehr die gewünschte Leistung, so stellt sich die Frage, ob man sich einen Ersatzakku kauft oder den alten reparieren lässt bzw. selbst repariert.
Diverse Werkstätten versprechen eine Wiederbelebung des Akkus durch einen Zellentausch. Der ADAC hat sich dazu mit Herstellern, Fachverbänden und Werkstätten ausgetauscht, und die Empfehlung ist eindeutig.
E-Bike Akku: Zellen selber tauschen?
Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Akku selbst zu reparieren. Die Brandgefahr durch Fehler ist zu hoch. Außerdem verliert man jegliche Gewährleistungsansprüche.
Zwar gibt es im Internet Batteriebausätze, aber die Qualität dieser Batteriesätze ist schwer zu beurteilen. Denn es gibt aktuell keine Zertifikate, die die Sicherheitsanforderungen und Prüfverfahren für Lithium-Antriebsbatterien verlässlich bestätigen. Der Verbraucher hat somit keine Möglichkeit, die Einhaltung von Sicherheitsstandards zu überprüfen.
Man geht also ein hohes Risiko ein, wenn man einen Batteriesatz einbaut, der entweder bereits tiefenentladene Zellen enthält oder dessen Zellen nicht korrekt aufeinander abgestimmt sind.
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