Volvo EX60: Mit diesem völlig neuen Gurt will Volvo Sicherheitsmaßstäbe setzen

Volvo EX60
Volvo bringt mit dem neuen EX60 nicht nur ein E-SUV, sondern auch ein weiterentwickeltes Sicherheitskonzept auf die Straße.

Volvo präsentiert den elektrischen Nachfolger eines seiner meistverkauften Modelle, den EX60. Mit dem neuen SUV ersetzt der schwedische Hersteller, wie bereits beim EX30, ein weiteres Verbrennermodell durch ein vollelektrisches Fahrzeug. Der Nachfolger des XC60 soll nicht nur die Elektromobilität der Marke fortführen, sondern auch ein neues Sicherheitskonzept in Serie bringen. Neben technischen Neuerungen wie einem leistungsstarken Bordcomputer sorgt vor allem ein neues Gurtsystem für Aufmerksamkeit.

Adaptiv statt statisch

Im Zentrum stehen adaptive Sicherheitsgurte, die das Unternehmen im EX60 erstmals einführt. Anders als herkömmliche Dreipunktgurte reagieren diese Gurte aktiv auf einen bevorstehenden oder stattfindenden Unfall. Sie sollen sich dynamisch in ihrer Rückhaltekraft anpassen können, um die Kräfte, die auf den Körper einwirken, besser zu verteilen.

Volvos neue Gurte sind mit Sensoren und einer intelligenten Steuerung ausgestattet, die im Bruchteil einer Sekunde erkennen, wenn ein Unfall bevorsteht. In diesem Moment passen die Gurte die Zugkräfte gezielt an, etwa am Brustkorb und am Becken, und verringern so das Verletzungsrisiko durch zu starke Belastung. Tests und Simulationen des Herstellers sollen zeigen, dass sich Unfallfolgen dank des Systems weiter reduzieren lassen, da die Gurte die Größe und das Gewicht der Insassen erfassen und sich präzise darauf einstellen. Anders als herkömmliche Sicherheitsgurte, die lediglich einrasten und den Fahrer oder Beifahrer fixieren, greifen die neuen Gurte unabhängig von Geschwindigkeit oder Richtung des Aufpralls aktiv in die Rückhaltung ein.

Vom Drei‑Punkte‑Gurt bis zur Rückhaltetechnologie

Volvo hat eine lange Sicherheitsgeschichte, die eng mit der Entwicklung des Drei‑Punkte‑Sicherheitsgurts verknüpft ist. Anfang der 1950er‑Jahre entwickelte der schwedische Ingenieur Nils Bohlin bei Volvo das Konzept des Dreipunktgurts, das den Körper bei einem Frontalaufprall erstmals gleichzeitig im Schulter‑ als auch im Hüftbereich fixierte.

Im Jahr 1959 führte Volvo dieses System in Serienfahrzeugen ein und verzichtete gleichzeitig auf das Patent, sodass alle Hersteller weltweit diesen Sicherheitsstandard übernehmen konnten. Später schätzte der Hersteller, dass allein durch den Dreipunktgurt mehrere hunderttausend Menschenleben gerettet wurden.

Die neuen adaptiven Gurte im EX60 sollen diese Tradition nun fortsetzen: Sie wirken nicht nur bei Standardszenarien, sondern bieten auch in komplexen Crashsituationen zusätzliche Schutzreserven. Volvo selbst bezeichnet diesen Schritt als "nächste Stufe der passiven Sicherheit" – ein Bereich, in dem auch andere aktive Systeme wie automatische Bremssysteme oder Airbags seit Jahrzehnten weiterentwickelt werden.

Volvo EX60 Sicherheitskonzept

Volvo EX60 Heck

Volvo EX60 Gurtsystem

Volvo EX60 Cockpit

Volvo EX60 Front weiß

Der neue EX60

Der Volvo EX60 ist nicht allein ein Sicherheitsprojekt: Er basiert auf der modernen Elektroplattform von Volvo, die bereits beim EX90 Anwendung fand und steht in der Reihe der vollelektrischen Modelle von Volvo, die ältere Verbrennermodelle ersetzen. Der EX60 soll mit einem neuen Super‑Bordcomputer ausgestattet sein, der erhebliche Rechenleistung für Fahrassistenz, Vernetzung und Fahrzeugfunktionen bereitstellt. Volvo nennt hierbei eine Rechenleistung von 250 Trillionen Operationen pro Sekunde, die unter anderem für Lidar‑ und Kameradatenverarbeitung wie auch Over the Air‑Updates benötigt wird.

Das neue Modell soll typischen SUV‑Platz, neue Infotainment‑ und Assistenzsysteme und eine Reichweite bieten, die für den Alltag und insbesondere für den Langstreckenbetrieb ausgelegt ist. Volvo betont, dass der EX60 das Sicherheitsniveau des Hauses neben den adaptiven Gurten mit verbesserten Airbags, Lidar‑unterstützten Notverfahren und weiteren aktiven Assistenzsystemen, die Kollisionen gänzlich vermeiden sollen, weiter voran bringt.

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