Gewinn trotz Verkaufsrückgangs: Aber ein Auto rettete Dacia das Jahr

Ein Auto mit dem Dacia-Logo ist mit einem schwarzen Tuch abgedeckt.
Dacia kann auf ein insgesamt positives Jahr 2025 zurückblicken. Das liegt vor allem an einem Modell.

Dacia meldet ein positives Jahr 2025, auch wenn mehrere traditionelle Bestseller nicht an den Erfolg früherer Jahre anknüpfen konnten. Nach Angaben des Herstellers wuchs der Absatz im vergangenen Jahr leicht, getragen von einem neuen Modell, das die Marke stabilisierte und die Auswirkungen einer deutlichen Kaufzurückhaltung in den Kernmärkten abfedern konnte. Besonders in Frankreich, Italien und Rumänien, die zusammen etwa 40 Prozent des europäischen Absatzes für Dacia ausmachen, zeigte sich im Jahresverlauf eine spürbare Kaufzurückhaltung. Als Grund dafür nennt der Hersteller unter anderem wirtschaftliche Unsicherheiten und hohe Preise im Gesamtmarkt.

Ein grauer Dacia Jogger fährt auf einer Straße vor einer Landschaft mit Bergen und einem See.

Der Dacia Jogger verzeichnete den größten weltweiten Absatzrückgang: 23,6 Prozent.

Dacia Sandero

Der Dacia Sandero musste einen Zulassungsrückgang von 6,5 Prozent hinnehmen.

Ein grauer Dacia Duster steht vor einem modernen Gebäude.

Auch der Dacia Duster verzeichnete einen Absatzrückgang: 9,8 Prozent.

Bestseller mit Absatzschwächen

Traditionell gehören die Modelle Sandero und Jogger zu den verkaufstechnisch stärksten Fahrzeugen im Dacia-Portfolio. Sie sicherten der Marke in den vergangenen Jahren regelmäßig Spitzenplätze im Segment der Klein- und Kompaktwagen. 2025 fiel ihre Entwicklung jedoch spürbar schwächer aus: Der Sandero, mit 3,5 Millionen verkauften Fahrzeugen seit der Markteinführung 2017 das beliebteste Modell Dacias, blieb mit 299.295 Einheiten zwar Europas meistverkauftes Pkw-Modell, musste aber insgesamt ein Minus von 6,5 Prozent hinnehmen. Der Jogger sank sogar um 23,6 Prozent auf 73.695 Fahrzeuge, während auch der Duster mit 193.974 Einheiten nachgab (minus 9,8 Prozent).

Das Modell, das Dacia stabilisierte

Dem gegenüber überzeugte ein Modell im Jahresverlauf besonders und sorgte dafür, dass Dacia zum Jahresabschluss schwarze Zahlen schreiben konnte: der Bigster. Der größte Vertreter im Dacia‑Portfolio, der erst im Mai 2025 seine offizielle Markteinführung hatte, zeigte im Vergleich zu den traditionellen Bestsellern eine deutlich stabilere Nachfrage. Mit 67.573 weltweit verkauften Einheiten avancierte das Modell mit dem Ende des zweiten Halbjahres laut Herstellerangaben zum meistverkauften C‑SUV bei Privatkunden in Europa.

Auf der anderen Seite des Fuhrparks trug auch das kleinste und günstigste Modell im Portfolio, der Dacia Spring, zur Stabilisierung des Absatzes bei. Obwohl seine Verkaufszahlen mit 35.034 Einheiten weltweit deutlich unter denen der Volumenmodelle liegen, verzeichnete der Spring ein Absatzplus von 53 Prozent gegenüber 2024 und wurde erstmals zum meistverkauften Elektroauto im europäischen A‑Segment.

Ein blauer Dacia Bigster fährt auf einer Landstraße.

Der Bigster wurde im Jahr 2025 bereits kurz nach seiner Markteinführung zu den wichtigsten Modellen Dacias.

Ein orangefarbener Dacia Spring steht vor einem Gebäude mit gelben und weißen Fassadenelementen.

Auch der Spring trug mit einem deutlichen Absatzplus von 53 Prozent zum Gesamterfolg der Marke bei.

Absatzentwicklung in den Kernmärkten

Dacia verkaufte im vergangenen Jahr weltweit 697.408 Fahrzeuge und steigerte damit den Absatz im Vergleich zu 2024 um 3,1 Prozent. In Europa erreichte die rumänische Renault-Tochter einen Marktanteil von 4,5 Prozent und sicherte sich damit den neunten Platz unter allen Pkw-Herstellern. Betrachtet man nur den Privatkundenmarkt in Europa, lag der Anteil sogar bei 7,9 Prozent, womit Dacia in seinem Kernsegment den zweiten Rang erreichte.

Auch in Österreich zeigte der Hersteller ein insgesamt stabiles Bild. Der Sandero blieb mit 4.220 Neuzulassungen 2025 das volumenstärkste Modell des Herstellers, büßte jedoch 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein und belegte Platz 10 der beliebtesten Autos des Landes. Knapp dahinter folgte der Duster auf Platz 13 mit 3.693 Einheiten, nahezu auf Vorjahresniveau (minus 0,1 Prozent). Einen maßgeblichen Beitrag zur positiven Gesamtbilanz leistete ebenfalls der Bigster, der im ersten Jahr 3.244 Fahrzeuge absetzte und damit Platz 16 belegte. Insgesamt kommt Dacia in Österreich auf 13.231 Zulassungen, ein Marktanteil von 4,6 Prozent, und reiht sich auf Rang fünf hinter Audi, BMW, Skoda und Volkswagen ein. Im Vergleich zu 2024 (10.772 Einheiten) konnte die Marke ihr Absatzvolumen hierzulande um 22,8 Prozent steigern.

Neue Modelle für die Zukunft

Mit Blick auf das aktuelle Jahr stehen bei Dacia mehrere wichtige Modellschritte und Produktneuheiten an, die über die bisherigen Volumenmodelle hinausgehen. Die Marke hat angekündigt, die Elektrifizierung ihres Fuhrparks fortzusetzen und für jedes Modell Hybrid‑ oder batterieelektrische Varianten anzubieten. Parallel dazu sind bereits konkrete neue Fahrzeugprojekte in Planung, die das Segment über dem bisherigen Angebot erschließen sollen.

Für 2026 kündigte Dacia die Einführung eines neuen Elektromodells im A‑Segment an, das auf einer gemeinsam mit Renault genutzten Plattform basiert und als Ergänzung zum Spring dienen soll. Dieser neue, noch unbenannte Elektro‑Kleinwagen wird in der zweiten Jahreshälfte erwartet und soll die Auswahl im urbanen E‑Mobilitätsbereich erweitern, ohne den Spring direkt zu ersetzen. Ergänzend dazu plant Dacia den Einstieg in die Kompaktklasse (C‑Segment): Ein bislang laut dem Hersteller nur als "C‑Neo" bezeichnetes Modell wird in der Größe eines klassischen Kompaktwagens positioniert und soll mit Verbrennungs‑ und Hybridantrieb erhältlich sein. Mit einer Länge von voraussichtlich rund 4,6 Metern soll der C‑Neo die Lücke zwischen Bigster und Jogger in der Modellpalette schließen.

Zeitgleich erhalten etablierte Modelle wie Sandero, Sandero Stepway und Jogger Weiterentwicklungen für das Modelljahr 2026. Die Überarbeitungen umfassen neue Frontpartien, LED‑Signaturen, modernisierte Innenräume mit größeren Touchscreens sowie neue Antriebsvarianten, darunter erstmals Hybrid‑ und LPG‑Motoren mit Automatikoptionen. Beim Sandero Stepway sind zudem elektrifizierte Antriebe vorgesehen, die kurze Strecken rein elektrisch ermöglichen sollen.

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