Wagner-Chef: "Vučić dreht umsonst durch, es sind keine Serben bei uns"

Wagner-Chef Prigoschin mit Russlands Präsident Putin (Archiv, 2010)
Der Chef der berüchtigten Söldnergruppe Jewgenij Prigoschin konterte dem serbischen Präsidenten.

"Serben, die in der Ukraine gekämpft haben, werden gleich nach ihrer Rückkehr nach Serbien festgenommen. In einem befreundeten Land rekrutiert man nicht so". Aleksandar Vučić fand im Interview mit der US-amerikanischen Tageszeitung Politico klare Worte. Oder war es vielmehr eine Warnung?

Es war der nächste Seitenhieb des serbischen Präsidenten gegen die Russen bzw. konkret gegen die russische Söldnergruppe Wagner. Bereits Mitte Jänner hatte Vučić empört auf Wagner-Versuche reagiert, Kämpfer in seinem Land für einen Einsatz in der Ukraine anzuwerben. "Warum tun Sie Serbien das an? Warum rufen Sie von Wagner dazu auf, obwohl es gegen die Vorschriften verstößt?", fragte Vučić in einem TV-Interview.

"Niemals in Serbien gewesen"

Diese Zeilen aus dem Politico-Interview wurden in zahlreichen russischen Medien überliefert. Die Berichte schlugen sich entsprechend auch bis zum Adressaten von Vučićs Kritik. So reagierte der Chef der Söldnergruppe höchstpersönlich auf die Aussagen des Serben. "Vučić dreht umsonst durch. Stand heute (1. März 2023) gibt es keinen einzigen Serben in den Reihen der Wagner-Truppe", ließ Jewgeni Prigoschin im öffentlichen Telegram-Kanal der Wagner-Truppe wissen. 

"Der letzte, der für uns gekämpft hat, ist vor zwei Monaten abgereist. Wenn also ein Serbe behauptet, er habe in diesem Jahr in unseren Reihen gekämpft, ist das eine Lüge. Vertraut denen nicht", wird Prigoschin in seinem Statement, von dem sogar die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete, zitiert. 

Prigoschin hatte sich schon in der Vergangenheit zu dem Thema geäußert. Vor einigen Monaten behauptete er noch, serbische Staatsbürger habe es in seinen Reihen "schon eine Weile" nicht gegeben. Zudem beteuerte der 61-jährige Söldnerführer immer wieder, seine Organisation sei "niemals in Serbien gewesen" und "hatte keine Kontakte zu Serbien". 

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