Sexismus am Arbeitsplatz: Der Guide für den Mann

Overhead view of two business persons in the lobby
Foto: Getty Images/piranka/istockphoto Symbolbild

Der "The Rock Test" soll verunsicherte Männer durch die berufliche Interaktion mit Frauen navigieren.

Angesichts der immer dichter werdenden Causa rund um Harvey Weinstein und die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung, zeigt sich die Männerwelt zusehends verunsichert, was den angemessenen Umgang mit Arbeitskolleginnen angeht. Die New Yorker Komikerin Anne Victoria Clark bringt Licht ins Dunkel. Auf der Online-Plattform Medium.com präsentiert sie die Antwort auf alle offenen Fragen – mit einem Augenzwinkern, versteht sich.

"The Rock Test"

Clark empfiehlt der Männerwelt den "The Rock Test". Worum es sich dabei handelt? Um ein simples Gedankenexperiment, das Männer im Joballtag anwenden und sich so durch die Interaktion mit Kolleginnen navigieren können. Und so funktioniert's: Ist man als Mann unsicher, wie man mit einer Kollegin umgehen soll, soll man sich laut Clark anstatt dem weiblichen Gegenüber einfach Dwayne "The Rock" Johnson vorstellen. Zur Erinnerung: Dwayne "The Rock" Johnson ist ein großer, gestählter Mann mit Glatze.

Die Effektivität ihres Tests erklärt Clark anhand von drei Situationen, die für Männer problematisch sein könnten. Beispielsweise die berufliche Verabredung zum Kaffee mit der "ausgesprochen hübschen" Kollegin Karen. Um ein ihr gegenüber unpassendes Verhalten zu vermeiden, helfe es, den muskelbepackten Johnson vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen. Schon sei die Situation entschärft.

Unbenannt.JPG Foto: Screenshot/Medium.com

Funfact: Dwayne Johnson höchstpersönlich zeigte sich kurz nach der Veröffentlichung des Blogbeitrages am 9. Oktober angetan von dem nach ihm benannten Test. Auf Twitter schrieb er: "Ein unterhaltsamer und cleverer Test für meine Kumpels" und teilte den Link zu Clarks Artikel.

Eingeschüchterte Männerwelt

Was wie ein viraler Witz daherkommt, deutet tatsächlich auf eine größere Problematik hin. So schrieb Claire Cain Miller, Journalistin bei der New York Times, beispielsweise kürzlich über Situationen, in denen männliche Investoren im Silikon Valley Vieraugen-Gespräche mit Frauen abgesagt oder an öffentliche Orte verlegt hätten. An der Wall Street würden Männer in Führungspositionen Treffen mit jüngeren, ihnen unterstellten Kolleginnen mittlerweile teilweise meiden. Warum? Aus Angst davor, der sexuellen Belästigung bezichtigt zu werden.

In Interviews, die Claire Cain Miller mit den betreffenden Männern führte, gaben diese an, aufgrund der jüngsten Belästigungsvorfälle besonders vorsichtig im Umgang mit Frauen zu sein. Denn: Eine Beschuldigung oder ein flüchtiges Missverständnis könnte das Ende ihrer Karrieren bedeuten.

Tatsächlich verzeichnete die US-amerikanische Society for Human Resource Management einen Anfragen-Anstieg von Männern bezüglich sexueller Belästigung am Arbeitsplatz – sowohl im März dieses Jahres, als bei den Unternehmen Uber und Fox News derartige Fälle ans Licht kamen, als auch im August, als erneut Fox News und auch der Konzern Google deswegen unter Beschuss standen.

Während ein verstärktes Bewusstsein für sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz jedenfalls wichtig und relevant sei, könnte die Vermeidung bestimmter Interaktionen Frauen letztendlich schaden, betont Cain Miller. Noch immer sei es so, dass Männer öfter und stärker von Vorgesetzten gefördert würden als Frauen. Aufgrund sexistischer Rollenklischees, Frauenfeindlichkeit, einem Gefüge, dass männliche Obrigkeit fördert und - nicht zuletzt - weil Männer sich sorgen, in ihrem Verhalten missverstanden zu werden.

(kurier / pama) Erstellt am
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