Leben
20.09.2017

"Freier Küchentag für Frauen": Uber in der Kritik

Der Fahrtendienst Uber zieht mit einem von vielen als sexistisch erachteten Aufruf den Groll der Netz-Gemeinde auf sich. Mittlerweile hat sich der Konzern öffentlich für die Aktion entschuldigt.

"Liebe Ehemänner, eine kleine Erinnerung, heute ist Tag der Wertschätzung für Ehefrauen! Bestellt bei UberEATS und verschafft eurer Frau einen freien Tag von der Küche" - mit diesem Satz hat sich der indische Ableger des US-Konzerns Uber in die Nesseln gesetzt.

Zusammen mit dem Aufruf, der an Nutzer des Dienstes ausgesandt wurde, stellte Uber auch den Promo-Code "nocookingday" zur Verfügung, mit dem Kunden bei einer Bestellung eine Vergünstigung erhalten sollten.

Die negative Resonanz kam prompt - und fiel besonders negativ aus. Auf Twitter wurden die Aktion und das Wording als frauenfeindlich kritisiert.

Uber reagierte schnell, löschte den Aufruf und entschuldigte sich für die "unpassende" Aktion.

Bozoma Saint John, leitende Brandmanagerin bei Uber, legte nach und twitterte, dass der Aufruf "komplett inakzeptabel" sei. Man werde sich darum kümmern, kündigte sie an.

Sexismus-Skandal

Es ist nicht das erste Mal, dass Sexismusvorwürfe gegen das amerikanische Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in San Francisco erhoben werden. Anfang des Jahres wurden Ermittlungen zu Vorwürfen von Sexismus und systematischer Diskriminierung eingeleitet, weil eine ehemalige Programmiererin des Fahrdienst-Vermittlers in einem Blogeintrag von einer Unternehmenskultur voller Diskriminierung und Missmanagement berichtet hatte.

Im Juni wurden schließlich 20 Mitarbeiter entlassen, weitere sieben Angestellte erhielten eine "letzte Warnung" und 31 wurden in Schulungen geschickt, wie das Unternehmen selbst mitteilte. Kurze Zeit später trat auch Uber-CEO Travis Kalanick auf Druck der Investoren zurück.

Insgesamt werden von Uber im Rahmen der von der Wirtschaftskanzlei Perkins Coie durchgeführten Ermittlungen 215 Beschwerden geprüft. In 47 Fällen ging es um sexuelle Belästigung, in 54 um Diskriminierung. Zudem lagen 45 Anschuldigungen wegen unprofessionellen Verhaltens und 33 wegen Mobbings vor. Der Rest verteilte sich auf andere Fälle von Belästigung und sonstiges Fehlverhalten. Bei 100 geprüften Beschwerden hielt Uber keine Konsequenzen für nötig.