BBC-Satire: So fühlt sich Täter-Opfer-Umkehr an

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Foto: Facebook/BBC Comedy Eine Szene aus dem BBC-Sketch.

Viel zu oft werden Frauen, die Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind, selbst für ihr Schicksal verantwortlich gemacht. "Victim-Blaming", so der Name der Praktik, wurde nun in einer Comedy-Show des Senders BBC kritisiert.

Bei Männern und Frauen wird nicht selten mit zweierlei Maß gemessen. Besonders fatal wirkt sich dies dann aus, wenn es um Opfer von sexueller Gewalt geht. Sexueller Missbrauch wird beispielsweise nicht nur nach wie vor oft verharmlost und in vielen Ländern sogar geduldet, die Verantwortung für die Vorfälle wird auch den Opfern selbst übertragen ("Täter-Opfer-Umkehr"). So müssen sich betroffene Frauen unter anderem den Vorwurf gefallen lassen, zu aufreizend gekleidet oder zu offensiv in ihrem Verhalten gewesen zu sein. Im Zuge dieses "Victim Blamings" wird Frauen meist geraten bei der Wahl ihrer Kleidung, ihrem Auftreten, Augenkontakt und ihrem gesamten Gehabe vorsichtig zu sein.

Die britischstämmige Schauspielerin und Sängerin Tracey Ullman hat sich dier Thematik angenommen und in einem Sketch mitgewirkt, der derartige Verhaltensweisen an den Pranger stellt. In ihrer eigenen Comedy-Sendung "Tracey UIlman's Show", die auf BBC ausgestrahlt wird, mimt Ullman eine Kriminalbeamtin, die die Aussage eines Mannes aufnimmt. Dieser wurde ausgeraubt und mit einem Messer bedroht.

"Haben Sie das angehabt, als es passiert ist?"

Im Verlauf des Sketches fragt Ullman ihr Gegenüber: "Haben Sie das angehabt, als es passiert ist?" – und spielt dabei auf die bei einer Täter-Opfer-Umkehr gängigen Argumente an. "Sie sehen recht provokativ wohlhabend aus... Das ist doch ein bisschen eine Einladung, oder nicht? Als ob sie es geradezu anpreisen würden", fährt die Schauspielerin fort. Als der Mann erbost reagiert, holt Ullman eine Beraterin hinzu. Doch auch diese führt die Argumentationslinie eisern fort – fragt, ob er getrunken und zweideutige Signale gesendet hätte.

Australierin dreht Spieß um

Im vergangenen Jahr machte eine australische Komikerin mit einem Facebook-Posting auf ähnliche Art und Weise deutlich, wie absurd und fatal Opferbeschuldigungen im Falle von Vergewaltigungen sind. In ihrem Posting kündigte Komikerin Alice Brine an, dass sie künftig mit betrunkenen Männern nach Hause gehen und sie dann bestehlen werde. Brine fügte hinzu, dass sie ohnehin für die Tat nicht belangt werden könne, da die Männer betrunken gewesen seien und "es besser wissen" hätten müssen (mehr dazu hier).

(kurier / pama) Erstellt am
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