© Facebook/Alice Brine

Alice Brine
08/01/2016

Täter-Opfer-Umkehr: Australierin dreht Spieß um

Eine australische Komikerin macht mit einem Facebook-Posting deutlich, wie absurd und fatal Opferbeschuldigungen im Falle von Vergewaltigungen sind.

Kürzlich veröffentlichte die australische Komikerin Alice Brine auf Facebook einen Beitrag, der zum Nachdenken anregt. In dem Posting kündigte die junge Frau an, dass sie künftig mit betrunkenen Männern nach Hause gehen und sie dann bestehlen werde. Brine fügte hinzu, dass sie ohnehin für die Tat nicht belangt werden könne, da die Männer betrunken gewesen seien und "es besser wissen" hätten müssen.

Damit kreierte Brine eine spannende Analogie zur Debatte über Victim Blaming. Dabei handelt es sich um eine Verhaltensweise innerhalb der sogenannten Rape Culture (zu Deutsch: Vergewaltigungskultur), die sexuelle Gewalt und Vergewaltigung nicht nur weitgehend toleriert und duldet, sondern auch die Verhinderung von Vergewaltigungen den Opfern überträgt. Damit gehen wiederum die Verharmlosung des Missbrauchs an sich und die Herabsetzung Betroffener oder potentieller Opfer zu Sexualobjekten (Victim Shaming) einher.

"Er hat geradezu darum gebettelt"

Brine hält in ihrem Textbeitrag vom 27. Juli auch fest, dass sie für ihre kriminellen Handlungen bestimmt nicht vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden würde. Damit spielt die Australierin auf die Tatsache an, dass viele Vergewaltigungsopfer keine Anzeige erstatten und den Tätern so oftmals ein Prozess erspart bleibt. Brine beleuchtet auch den Fakt, dass selbst eine Anzeige noch lange nicht zu einer Verurteilung führen würde. Schließlich könne sie ja immer noch behaupten, dass "alles einvernehmlich" passiert sei.

Brine arbeitet auch die in der Rape Culture gängigen Argumente zur Opferbeschuldigung auf. Dazu schreibt sie: "Ihr hättet sehen sollen, wie er im Club angezogen war. Teure Kleidung und Schuhe. Das hat schon eine gewisse Botschaft! Ich dachte er wollte, dass ich mit ihm heim gehe und sein ganzes Zeug stehle. Er hat ja geradezu darum gebettelt."

Meist wird Frauen geraten bei der Wahl ihrer Kleidung, ihrem Auftreten, Augenkontakt und ihrem gesamten Gehabe vorsichtig zu sein, um sexualisierte Gewalt oder sexuellen Missbrauch zu vermeiden.

Die Reaktion auf ihre Gesellschaftskritik ist überwältigend. Bisher wurde Brines Posting über 135000 Mal gelikt, 60000 Mal geteilt und 188 Mal kommentiert.