Leben
07.08.2017

Mann schreibt Liebesbrief an "kurvige" Freundin

"Eine echte Frau ist kein Pornostar, kein Bikini-Model und keine Filmfigur. Sie ist echt", schreibt Robbie Tripp in der Liebeserklärung an seine Frau Sarah.

Sogenannte Plus-Size-Models wie Ashley Graham oder Iskra Lawrence zieren mittlerweile die Titelblätter der renommiertesten Hochglanzmagazine. Für Unterwäschemarken und Bademodenlabels gehört es mittlerweile zum guten Ton auf unretuschierte Werbesujets zu setzen. Body Positivity, der Begriff unter dem die Abkehr von idealisierten Modelmaßen subsummiert wird, findet man mittlerweile überall. Doch die Körperkritik, die sich an Idealvorstellungen über den weiblichen Körper misst, hält sich immer noch hartnäckig.

Meist sind es Frauen selbst, die sich öffentlich gegen Body Shaming stark machen. Aber auch immer mehr Männer wollen die herablassende und beschämende Beurteilung des Körper nicht länger hinnehmen.

"Kein Pornostar, kein Bikini-Model, keine Filmfigur"

Robbie Tripp, seines Zeichens US-Autor, hat die Plattform Instagram genutzt, um eine Hommage an seine "kurvige" Ehefrau zu veröffentlichen. Am 31. Juli teilte er ein Foto von sich und seiner Liebsten, das die beiden am Strand zeigt. Was auf den ersten Blick wie ein kitschiges Pärchenfoto wirkt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als gesellschaftskritischer Kommentar.

Im Text zum Bild erklärt Tripp seiner Ehefrau nicht nur seine Liebe, er prangert auch die Darstellung von Frauen und Frauenkörpern in den Medien an. Ein Großteil der Frauen würde durch den Fokus auf ein gängiges Schönheitsideal marginalisiert und ausgeschlossen - "irgendwann habe ich erkannt, wie viele Männer dieser Lüge auf den Leim gegangen sind", schreibt er.

Tripp zufolge hätte die einseitige Darstellung weiblicher Körper auch die männliche Wahrnehmung verändert: "Männer, überdenkt nochmal, was euch die Gesellschaft darüber eingeredet hat, was ihr begehren sollt. Eine echte Frau ist kein Pornostar, kein Bikini-Model und keine Filmfigur. Sie ist echt", mahnt er in seinem Posting. Dann wendet er sich an die weibliche Userschaft: "Liebe Frauen, lasst euch von dem Gedanken, dass ihr in eine gewisse Form passen müsst um geliebt und geschätzt zu werden, nicht täuschen."

Tripps Kommentar brachte ihm auf Instagram viel Zuspruch ein. Bisher wurde das Posting 20.000 Mal gelikt. In den Kommentaren zeigen sich die User angetan von seiner Wortwahl. "Das hat mich zum Weinen gebracht", "Ich liebe das, was du da geschrieben hast", "Wir brauchen mehr Menschen wie dich" ist beispielsweise zu lesen.