Kultur
12.05.2018

Israel gewinnt Song Contest, Cesár Sampson sensationell Dritter

Netta aus Israel gewinnt den ESC knapp vor Zypern. Cesár Sampson belegt für Österreich den sensationellen dritten Platz.

Nervenkitzel pur, so lässt sich die Endrunde des 63. Song Contest am besten zusammenfassen. "All Aboard!" – unter diesem Motto fand der diesjährige Musikwettbewerb am Samstagabend in Lissabon statt. Teilnehmer aus 26 Nationen hatten das ESC-Schiff "bestiegen", Sieger – in diesem Fall Siegerin – konnte es am Ende nur eine geben: Die Sangeskrone darf nun Netta aus Isreal ("Toy") für ein Jahr ihr Eigen nennen. Und Cesár Sampson? Der belegte den hervorragenden dritten Platz. Zwölf Punkte erhielt der gebürtige Linzer unter anderem von Großbritannien, Island, Estland, Polen, Deutschland und Belgien.

"I'm extremely touched"

"Ich bin extrem berührt", sagte Cesár Sampson, nachdem die Jury-Punkte verteilt waren. Die 43 Gremien aus den zum ESC zugelassenen Ländern hatten dem Musiker die meisten Punkte zugesprochen. Das Votum des Publikums verhalf schlussendlich Netta aus Israel zum Sieg. Eleni Foureira, sie war wie Netta im Vorfeld als Favoritin gehandelt worden, landete auf dem zweiten Rang. Deutschland konnte nach langer Durststrecke einen Achtungserfolg erreichen. Michael Schulte berührte mit seinem Lied "You Let Me Walk Alone" und belegte hinter Österreich den vierten Platz. Den Song widmete der 28-Jährige seinem verstorbenen Vater.

Netta ist mit "Toy" Nachfolgerin von Vorjahressieger Salvador Sobral, der 2017 mit " Amar Pelos Dois" in Kiew triumphiert hatte. Mit ihrem Song, der von der #MeToo-Debatte inspiriert wurde, verhalf die 25-Jährige Israel zum insgesamt vierten Sieg in seiner ESC-Geschichte.

"Das war der reine Wahnsinn"

Im ersten Interview nach seinem Erfolg sagte Sampson gegenüber dem ORF: "Das war der reine Wahnsinn. Das Ziel war unter die Top 5 zu kommen, es ist überwältigend, dass wir den Jury-Sieg erreicht haben. Wir hatten sehr viele gute Zutaten im Team, Schritt für Schritt haben wir uns verbessert." Zu den Buchmachern, die ihm keine guten Quoten ausgerechnet hatten, meinte er: "Wir sind zuvor immer bei Platz 14 oder 15 herumgegrundelt, ich verstehe nicht, wie diese Quoten zustandekommen."

ESC 2018: Die Top 10 im Überblick

ESC 2018: Die Top 10 im Überblick

1/10

Platz 10

DoReDoS mit "My Lucky Day" für Moldau

Platz 9

Rasmussen mit "Higher Ground" für Dänemark

Platz 8

Elina Nechayeva mit "La forza" für Estland

Platz 7

Benjamin Ingrosso mit "Dance You Off " für Schweden

Platz 6

Mikolas Josef "Lie To Me" für die Tschechische Republik

Platz 5

Ermal Meta & Fabrizio Moro mit "Non mi avete fatto niente" für Italien

Platz 4

Michael Schulte mit "You Let Me Walk Alone" für Deutschland

Platz 3

Cesár Sampson mit "Nobody But You" für Österreich

Platz 2

Eleni Foureira mit "Fuego" für Zypern

Platz 1

Netta mit "Toy" für Israel

Störenfried bei britischem Auftritt

Gestört wurde die Musikshow von einem Bühnencrasher. "For the nazis of the UK media, we demand freedom" (Für die Nazis der britischen Medien: Wir verlangen Freiheit!, Anm.): Mit derlei Worten hat laut dem britischen Sender BBC ein Mann den Song-Contest-Auftritt der britischen Kandidatin SuRie in Lissabon gestört und der Sängerin das Mikrofon entrissen. Der Mann wurde in Rekordzeit von mehreren Security-Mitarbeitern von der Bühne gezerrt. Die Organisatoren räumten der 29-jährigen Britin die Möglichkeit ein, ihren Auftritt, den sie nach einer Schrecksekunde vollendet hatte, zu wiederholen. SuRie verzichtete aber.

Über Cesar Sampson

Cesár Sampson wurde 1983 in Linz geboren. Das künstlerische Talent wurde ihm in die Wiege gelegt: Seine Mutter ist Pianistin und war lange als Choreografin und Gesangslehrerin tätig. Sein Vater arbeitet ebenfalls als Choreograf und Pilates-Lehrer. Was viele nicht wissen: Der 34-Jährige hat bereits Song-Contest-Erfahrung. So ist der Sänger, der jahrelang als Sozialarbeiter tätig war und außerdem in die Pilates-Fußstapfen seines Vaters getreten ist, am Produzentenkollektiv Symphonix International beteiligt. Dieses zeichnete unter anderem für den Vorjahresbeitrag "Beautiful Mess" von Bulgariens Kandidat Kristian Kostov verantwortlich, der letztlich auf Platz 2 beim Tournament in Kiew landete. Auch abseits des ESC ist Sampson in der österreichischen Musikszene kein Newcomer mehr, wenn auch oftmals hinter den Kulissen tätig. Er war etwa einer der Autoren für die Texte des Louie-Austen-Albums "What a comeback".

Das Ergebnis im Überblick

Song Contest 2018: Die größte Musikshow der Welt im Live-Ticker

  • 18:17

    Wir tickern für Sie live

    Boa noite und ein herzliches Hallo aus dem KURIER-Newsroom. In Lissabon wird es heute Abend ernst. 26 Teilnehmernationen wollen beim diesjährigen Song Contest nur eins: gewinnen. Was für die einen eine musikalische Folterorgie ist, verehren andere als Musikshowklassiker mit Nostalgiewert. Egal zu welcher Gruppe Sie gehören, wir – das sind mein geschätzter Kollege Radosław Żak und meine Wenigkeit – werden Sie heute im Live-Ticker durch den Abend begleiten. Kollege Philipp Wilhelmer wird sich ebenfalls zuschalten. Gleich vorweg dürfen wir vorwarnen: Der ein oder andere Kommentar unsererseits wird mit einem Augenzwinkern zu verstehen sein. Damit wünschen wir Ihnen einen spannenden Song-Contest-Abend und: Möge die oder der Beste gewinnen!

  • 18:18

    Was wäre der ESC ohne Song-Wetten? Richtig, nur halb so schön.

    Deswegen legen wir beide uns hiermit fest:

    Top-3-Tipp von Radosław Żak

    Platz 1: Mikolas Josef für Tschechien mit "Lie To Me"

    Platz 2: Sanja Ilić & Balkanika für Serbien "Nova deca"

    Platz 3: Netta für Israel mit "Toy"

     

    Top-3-Tipp von Marlene Patsalidis

    Platz 1: Rasmussen für Dänemark mit "Higher Ground"

    Platz 2: Eleni Foureira für Zypern mit "Fuego"

    Platz 3: Netta für Israel mit "Toy"

    Aufgelöst wird dann am Ende der Show.

  • 18:28

    Wer ist dabei?

    Die Ukraine eröffnet die Finalshow. Österreich hat die Startnummer 5. Die 26 Teilnehmernationen im Überblick:

    ESC 2018: Die Finalisten

    1/26

    Großbritannien:

    SuRie mit "Storm"

    Portugal:

    Cláudia Pascoal mit "O Jardim"

    Spanien:

    Amaia und Alfred mit "Tu Cancion"

    Frankreich:

    Madame Monsieur mit "Mercy"

    Deutschland:

     Michael Schulte mit "You Let Me Walk Alone"

    Italien:

    Ermal Meta und Fabrizio Moro mit "Non Mi Avete Fatto Niente"

    Irland:

    Ryan O'Shaughnessy mit "Together"

    Estland.

    Elina Nechayeva mit "La Forza"

    Litauen:

    Ieva Zasimauskaitė mit  "When We're Old"

    Albanien:

    Eugent Bushpepa mit "Mall"

    Israel:

    Netta mit "Toy"

    Tschechien:

    Mikolas Josef mit "Lie to Me"

    Zypern:

    Eleni Foureira mit "Fuego"

    Bulgarien:

    Equinox mit "Bones"

    Finnland:

    Saara Aalto mit "Monsters"

    Österreich:

    Cesár Sampson mit "Nobody But You"

    Niederlande:

     Waylon mit "Outlaw In 'Em"

    Slowenien:

    Lea Sirk mit "Hvala, ne"

    Dänemark:

    Rasmussen mit "Higher Ground"

    Norwegen:

    Alexander Rybak mit "That's How You Write A Song"

    Australien:

    Jessica Mauboy mit "We Got Love"

    Schweden:

    Benjamin Ingrosso mit "Dance You Off"

    Ukraine:

    Mélovin mit "Under The Ladder"

    Ungarn:

    AWS mit "Viszlát nyár"

    Moldawien:

    DoReDoS mit "My Lucky Day"

    Serbien:

    Sanja Ilić & Balkanika mit "Nova deca"

  • 18:41

    Wussten Sie, dass ...

    ... ein Beitrag beim ESC maximal drei Minuten dauern darf? Ist manchmal wohl auch ganz gut so.

  • 18:42

    Der Countdown läuft

    Ich habe den stellvertretenden Online-Chef Thomas Trescher gefragt, wie tief das Niveau im Ticker sinken darf. Daraufhin zeigte er mir seine Einträge der vergangenen Jahre. Ich schließe daraus, dass nach unten keine Grenzen gesetzt sind.
  • 18:44

    Programm für Regentage?

    72 Stunden würde es dauern, um alle bisher beim ESC eingereichten Songs am Stück zu hören. Könnte man machen, muss man freilich nicht.
  • 18:46

    Die höchsten Feiertage im Jahr

    The struggle is real.
  • 18:48

    Song Contest 2019

    Nichts gegen Cesár Samspon, aber vielleicht sollte man im kommenden Jahr diesen Mann ins Rennen um die ESC-Krone schicken.
  • 18:50

    Kulinarische Kontraste

    ESC geht gesund ...
  • 18:50

    Und weniger gesund ...

    ...
  • 18:50

    Siegeschancen?

    Die Userinnen und User auf Twitter trauen dem österreichischen Vertreter heute nicht eine sonderlich hohe Platzierung zu.
  • 18:52

    Was keinesfalls fehlen darf?

    Der Spirit.
  • 18:56

    Qualität hat seinen Preis

    Eingefleischte ESC-Fans lassen sich das Event einiges Kosten: 299 Euro muss man für das teuerste Ticket für die Live-Show hinblättern. Karten sind allerdings auch günstiger zu bekommen.
  • 18:58

    Gleich geht's los!

    Auch für Cesár Sampson.
  • 19:00

    Livestreams

    Hallo, ich klinke mich an dieser Stelle auch ein. Wer beim Streaming Probleme mit der TVthek hat, kann auch auf YouTube ausweichen (allerdings ohne Andi Knoll). Auch die deutschen Kollegen haben einen recht stabilen Stream (auch hier: KEIN Andi Knoll).

    Enjoy your evening!

  • 19:01

    Lissabon

    Offenbar ist Portugal eine Reise wert... Die Bilder im Intro sind der Hammer!
  • 19:04

    Fado

    heißt auf portugiesisch übrigens "Schicksal". Und so klingt es auch, oder?
  • 19:04

    Prächtige Eröffnung

    Man fragt sich allerdings, wie viele Raben für dieses Kleid sterben mussten.
  • 19:04

    Eröffnung

    Die Verzweiflung ist zum Greifen nahe.
  • 19:05

    Die Spiele sind eröffnet

    "63. Song Contest: Das Finale von Europas Musikshow hat begonnen", meldet die APA. Offizieller kann eine Fernsehsendung kaum anfangen.