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Kritik
04/16/2021

Fantasy-Serie "The Nevers": Mit Superkräften gegen das Patriarchat

In der Serie „The Nevers“ haben einige Frauen übernatürliche Fähigkeiten.

von Nina Oberbucher

Gegenstände in Glas verwandeln, alle Sprachen der Welt sprechen oder Feuerbälle abfeuern – es sind ganz unterschiedliche Superkräfte, die die sogenannten „Berührten“ in der HBO-Serie „The Nevers“ haben (hierzulande seit dieser Woche bei Sky zu sehen). Über diese besonderen Fähigkeiten verfügen vorwiegend (aber nicht nur) Frauen, seit ein mysteriöses buntes Flugobjekt im Jahr 1896 am grauen Londoner Himmel aufgetaucht ist.

Von der Gesellschaft werden sie geächtet – vor allem, da nicht alle „Berührten“ Gutes im Schilde führen. Gegen diese Vorverurteilung wehrt sich Amalia (Laura Donnelly), die mit ihrer Freundin Penance (Ann Skelly) die „Berührten“ in ihrem Waisenhaus aufnimmt. Sie kämpfen nicht nur symbolisch gegen die Schlechterstellung, sondern auch körperlich. Feinde haben sie zur Genüge, etwa unter den Mächtigen im viktorianischen London.

Dass ausgerechnet Frauen Ansprüche stellen, also jene, „für die Ambitionen nie vorgesehen waren“, passt den konservativen Lords gar nicht. Bei manchen Dialogen fühlt man sich mitunter an die Gegenwart erinnert: „Wir sprachen gerade über die Panik, die ein paar alte Männer wegen des Sprachwandels haben“, hört man an einer Stelle.

„The Nevers“ hat also eine vielversprechende Ausgangslage. Doch anstatt sich tiefer gehend dem Feminismus oder dem Thema Ausgrenzung zu widmen, konzentriert sich die Serie in den ersten Episoden eher auf Nebenschauplätze, auf einen rachsüchtigen Bettlerkönig, einen High-Society-Sex-Club oder einen verrückten Professor, der Experimente an „Berührten“ durchführt.

Überhaupt sind Frauen bei „The Nevers“ oft möglichst knapp bekleidet als Opfer von Gewalt zu sehen: entführt, gefesselt, gefoltert.

Für einen bitteren Beigeschmack sorgen zusätzlich die Vorwürfe gegen Schöpfer und Regisseur Joss Whedon, bekannt durch die Vampir-Serie „Buffy“. Ihm wurden im Vorjahr von Schauspielerinnen und Schauspielern Machtmissbrauch sowie toxisches und misogynes Verhalten vorgeworfen.

Im Herbst zog er sich von „The Nevers“ zurück. Als Showrunnerin übernommen hat Philippa Goslett, die gerade am zweiten Teil der ersten Staffel arbeitet.

Mehr Serien-Reviews gibt's auf KURIER.at/streaming.

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