© Amazon/Felicia Culotta

Kultur Medien
04/01/2021

Doku zu Britney Spears: Ein kafkaeskes Nachspiel einer steilen Karriere

Amazon Prime Video. „Framing Britney Spears“ ist ab Montag zu sehen.

von Georg Leyrer

Es ist eine Geschichte, die fast schon selbst wieder ein Klischee ist. Gierig saugt das Popbusiness einen schönen, jungen, talentierten Menschen an, bläst ihn zum überdimensionalen Star und fast bis zum Platzen auf – und spuckt ihn als luftleere Hülle wieder aus. Diesfalls: Britney Spears. Sie schaffte es aus der US-Provinz zu weltweiter Bekanntheit, die sie mit ihrer geistigen Gesundheit bezahlte.

Die Doku „Framing Britney Spears“, die ab Montag bei Amazon Prime zu sehen ist, erzählt aber dort weiter, wo derartige Geschichten sonst aufhören.

Denn nach dem Ruhm und dem Zusammenbruch hört zwar das öffentliche Interesse, nicht aber das Leben der Betroffenen auf. Und das wird nun von ihrem Vater, Jamie Spears, als Vormund kontrolliert. Er war über mehr als zehn Jahre für die Finanzen und die Person Spears’ verantwortlich.

Und Spears kämpft vor Gericht dagegen an.

Das ist natürlich super Stoff für genau jenes Biest, das Spears mit in den Abgrund gestoßen hat, die Boulevardpresse.

Freiheit für Britney

Aber es ist auch, wie das heute so ist, Lebensinhalt für eine im Internet zusammengewürfelte Gruppe an Fans und Aktivisten. Die wollen mit Hashtags (#freebritney), Podcasts und Plakaten die Sängerin auf ihrem Weg in die Freiheit unterstützen.

Die von der New York Times produzierte Doku bietet Spears’ ehemalige Assistentin, Anwälte, Wegbegleiter und auch Sager der Familie auf, um das Leiden der jungen B. nachzuzeichnen.

Demnach folgte auf Ruhm und Reichtum ein kafkaeskes Nachspiel, auch, weil Spears selbst bei ihren Auftritten alles andere als greifbar oder auch ganz zurechnungsfähig rüberkommt. Vor Gericht erzielte sie nur minimale Teilerfolge.

Was aber auch gezeigt wird, ist die üble Seite der Popmaschine: Ein zutiefst sexistisches System, das im Zweifelsfall die Frau bestraft und den Mann laufen lässt, das schwach Gewordene gnadenlos aussortiert.

Und Gewinne einkassiert, mit den Verlusten jeder Art aber die Gefallenen alleine lässt.

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