Voilà: Frankreichs Barbara Pravi gehört zu den Favoriten beim ESC 2021 in Rotterdam

© EPA/PATRICK VAN EMST / POOL

Kultur Medien
05/22/2021

Song-Contest-Finale: Frankreich und Italien unter den Favoriten

Heute steigt das große Finale in Rotterdam (21 Uhr, ORF 1). Was die Favoriten auszeichnet und die offizielle Startreihenfolge.

von Markus Spiegel

Österreich hat es nicht geschafft, ins Finale zu kommen. Am Auftritt von Vincent Bueno lag es nicht, der Refrain war einfach zu schwach.

26 Länder treten heute (21 Uhr, ORF 1) an. Durch die Zusammensetzungen der einzelnen Fachjurys und die länderspezifischen Differenzen im Musikgeschmack ist eine verbindliche Prognose über den Sieg nicht machbar.

Wie schauen die Wettquoten aus? Da wird man auch nicht schlau. Die zeigen zwei Länder (Italien, Frankreich) knapp nebeneinander auf den vorderen Rängen und mit etwas Abstand Malta, Ukraine und die Schweiz.

Italiens Song wird spalten

Kompromissloser, eleganter Grunge-Rock aus Italien? Kaum vorstellbar, ist aber so. Der Sieger des alljährlichen San Remo Festival darf auch sein Land beim Contest vertreten. Måneskin (Mondschein) wurde als Gruppenname gewählt – als Referenz zur Bassistin Victoria De Angelis, die aus Dänemark stammt. Der attraktive, androgyne Sänger hat eine Bühnenpräsenz, die seinesgleichen sucht. Die Band ist perfekt gecastet. Die Juroren werden den Song mögen, die Voters wird er spalten. Es wird Zeit für den überfälligen Sieg.

Eine junge Stimme aus Frankreich

Die charmante Barbara Pravi singt „Voilà“ für Frankreich. Sie bietet mit dem tradierten Chanson, das vor gut 50 Jahren auch zum Contest gepasst hätte, eine ganz hübsche Melodie, natürlich auf Französisch gesungen. Das passt perfekt. Der Beitrag durch und durch klischiert, aber nicht die Sängerin und ihre Stimme, die jung und modern klingt. Insgesamt eine Wohltat für die Ohren, obwohl ein Journalist das Wort „Voilà“ im Song 36-mal gezählt hat. Na und? Das Land ist unter den Topfavoriten. Eine neue Generation entdeckt das Genre Chanson.

Stimmgewaltiger Beitrag aus Malta

Dass Malta mit der 18-jährigen stimmgewaltigen Sängerin Destiny, die schon bei „Britain’s Got Talent“ teilgenommen und den Junior ESC gewonnen hat, hochfavorisiert wird, erstaunt nicht wirklich. Es geht wieder um das Thema Selbstbestimmung der Frauen. Das hatten wir schon mit der Contest-Gewinnerin Netta aus Israel. Der Song ist gut, die Inszenierung passt, aber verglichen zur Originalität anderer Beiträge könnte sich die Begeisterung in Grenzen halten.

Die Ukraine lässt den Frühling einkehren

Zugegeben, die Ukraine mit ihrem Beitrag „Shum“ (Lied) der Gruppe Go_A ist nicht jedermanns Sache, meine schon. Den tradierten ukrainischen Gesang (Sprechgesang, Gutturallaute) hat die Sängerin von ihrer Großmutter gelernt. Der Stil der Band heißt Folktronica, das Thema: Der Frühling kehrt ein, die Saat wird gestreut. Gerade bei „Shum“ kann man grandiose LED-Effekte (Visuals) erleben. Die Digitalisierung der Bühnentechnik kennt offenbar keine Grenzen, Wow-Momente sind garantiert.

Die Schweiz singt für das ganze Universum

Schon seit Wochen sehen die Buchmacher den charismatischen Gijon aus der Schweiz mit dem anspruchsvollen „Tout l’universe“ (Deutsch: Das ganze Universum) an vorderster Stelle. Falls er mit seiner Kopfstimme heute Abend abermals die richtigen Töne trifft, steht einem möglichen Sieg nichts im Wege. Die Kanadierin Celine Dion hat 1988 zuletzt für die Schweiz gewonnen.

Fazit des ESC 2021: Viel Retro und Dance/Pop, aber auch Qualitätstitel. Umso originärer, innovativer, desto spannender.

Die Startreihenfolge fürs ESC-Finale 2021

1

Zypern

Elena Tsagrinou

"El Diablo"

2

Albanien

Anxhela Peristeri

"Karma"

3

Israel

Eden Alene

"Set Me Free"

4

Belgien

Hooverphonic

"The Wrong Place"

5

Russland

Manizha

"Russian Woman"

6

Malta

Destiny

"Je Me Casse"

7

Portugal

The Black Mamba

"Love Is On My Side"

8

Serbien

Hurricane

"Loco Loco"

9

Groß- britannien

James Newman

"Embers"

10

Griechen- land

Stefania

"Last Dance"

11

Schweiz

Gjon's Tears

"Tout l'Univers"

12

Island

Da∂i Freyr og Gagnamagni∂

"10 Years"

13

Spanien

Blas Cantó

"Voy A Querdarme"

14

Moldau

Natalia Gordienko

"Sugar"

15

Deutsch- land

Jendrik

"I Don't Feel Hate"

16

Finnland

Blind Channel

"Dark Side"

17

Bulgarien

Victoria

"Growing Up is

Getting Old"

18

Litauen

The Roop

"Discoteque"

19

Ukraine

Go_A

"Shum"

20

Frank-reich

Barbara Pravi

"Voilà"

21

Aserbai- dschan

Efendi

"Mata Hari"

22

Norwegen

TIX

"Fallen Angel"

23

Nieder- lande

Jeangu Macrooy

"Birth of a New Age"

24

Italien

Måneskin

"Zitti E Buoni"

25

Schweden

Tusse

"Voices"

26

San Marino

Senhit

"Adrenalina"

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