INTERVIEW: VINCENT BUENO

Vincent Bueno

© APA/HANS PUNZ / HANS PUNZ

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11/09/2020

Songcontest-Starter Vincent Bueno kämpft mit Rassismus: "Du bist nicht genug"

Oft sah sich Vincent Bueno mit abfälligen Kommentaren konfrontiert und ruft auf, geringschätzige Meinungen zu ignorieren.

Sänger Vincent Bueno (34) hat es vom Gewinner der ORF-Sendung "Musical! Die Show" bis zum Songcontest-Starter für Österreich gebracht (eigentlich wäre er schon 2020 angetreten, aufgrund der coronabedingten Absage startet er nun fix 2021).

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Der Weg dorthin war aber ein steiniger und nicht selten mit Rassismus gepflastert, wie er nun auf Facebook schreibt.

"In der Grundschule wurde ich zum ersten Mal mit Rassismus und Mobbing konfrontiert. Ich habe immer gehört, dass ich der Chinese bin" (Bueno ist Österreicher philippinischer Herkunft). Ab diesem Zeitpunkt entwickelte er seine Liebe zur Musik und sah diese als "sicheren Ort" an.

Doch auch diesen Traum wollte man ihm zerstören. "Als ich 15 war, hatte ich einen sehr schlechten Lehrer, der mir sagte, dass ich es niemals ans Konservatorium schaffen werde, weil ich keine Gitarren-Noten lesen kann. Er sagte mir: ,Du bist nicht genug'."

Dann ein kleiner Triumph für Vincent Bueno: Er studierte am Konservatorium, aber selbst dort zeichnete man ihm kein besonders rosiges Bild seiner Zukunft. Auch hier war die Begründung, sein Aussehen und seine Herkunft.

"Die Lehrer sagten mir, ich würde niemals eine Hauptrolle in einem Musical spielen, weil ich Asiate bin. Ich würde immer der lustige Typ oder einer der Ensemble-Tänzer sein. Wieder nicht genug."

Aber wieder wurde er unterschätzt, denn der damals 22-Jährige gewann die ORF-Castingshow "Musical! Die Show" und schrieb auch eigene Songs. Und das war wieder nicht genug, denn Radiosender wollten seine Musik nicht spielen, weil die Songs "uninteressant" wären.

Und dann gab es eine Situation, die für Vincent Bueno das Fass zum Überlaufen brachte. "Es war ein Gespräch, in dem alles, was ich sagte, für diese Person irgendwie falsch war. Mir wurde gesagt, dass man einen klaren Weg haben muss, um als Künstler ernst genommen zu werden. Ein Musikstil und eine klare Person in der Öffentlichkeit zu sein. Ich denke, es war nicht das, was er gesagt hat, sondern wie es rüberkam und dass ich das Bla Bla 100 Mal gehört habe. Warum wissen die Leute es immer besser, sind aber nicht selbst da?", fragt er sich.

Mittlerweile hat er aber einen Weg gefunden damit umzugehen: "Ich mache Musik für Gott, mich selbst, meine Familie und nur für die wirklichen Fans. Ich bin dankbar, dass mein Frieden nicht auf Meinungen beruht."

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