Celine Dion, Julio Iglesias: Weltstars durch (oder trotz) Song Contest
Rosa Linn wurde zwar nur 20. mit "Snap", lieferte aber einen der größten Hits außerhalb des ESC-Universums.
Es war eine ansprechende Inszenierung – schon damals probierte es Armenien mit vielen, vielen Zettelchen wie heuer der Post-it-Boy – und ein gefälliges Lied. Aber am Ende hat es für Rosa Linn und ihr Lied „Snap“ nur für den 20. Platz gereicht. Den Song ereilte aber keineswegs das Schicksal der meisten 20. Plätze des Eurovision Song Contests. Nämlich der Orkus des Vergessens. Im Gegenteil, eine Zeitlang konnte man sich der Melodie im Radio kaum erwehren, nachdem sie auf TikTok viral gegangen war. Noch heute ist die leise Popnummer wohl neben „Euphoria“ von Loreen der meistgespielte ESC-Song im Formatradio.
Das war freilich nur ein One-Hit-Wonder für Rosa Linn, eine echte Weltkarriere hat sich dann nicht eingestellt. Ähnlich bei Duncan Lawrence, der mit seinem Siegertitel „Arcade“ von 2019 den bisherigen Streaming-Rekord für einen Song aus dem ESC-Hintergrund hält (1,55 Milliarden Streams allein auf Spotify).
ABBA, ja eh
Eine Weltkarriere, bei der man schon vergessen hat, dass die- oder derjenige im an Höhepunkten reichen Lebenslauf auch mal beim Song Contest – oder gar beim „Grand Prix de la Chanson“ – teilgenommen hat, haben nur ein paar gemacht.
Natürlich: ABBA. Und natürlich: Celine Dion. Aber auch zum Beispiel Julio Iglesias. Nachdem die Fußballkarriere des Spaniers ein Ende genommen hatte, begann er, Lieder zu schreiben. 1970 trat er beim Song Contest an. Dort wurde er zwar nur Vierter, aber der Auftritt stieß eine internationale Karriere an.
Immerhin zweite wurde 1983 Ofra Haza. Schon mal was von Corinne Hermés gehört? Die hatte sich damals vor der israelischen Sängerin platziert – das Jahrzehnt mit Ethno-Pop-Klängen hat aber Haza geprägt. Eine langfristige Weltkarriere verhinderte ihr früher Tod mit 42 Jahren.
Besser als Boy George
Manche waren schon Stars und sind es trotz Song Contest geblieben. Großbritannien schickte gleich zweimal siegessicher Cliff Richard. 1968 wurde er Zweiter, nur einen Punkt hinter Spanien, 1973 dann Dritter. Besser als Boy George heuer für San Marino jedenfalls.
Und dann gibt es den einen, der gar nicht im Wettbewerb angetreten ist und doch beim ESC 1994 in Dublin eine weltweite Stepptanz-Hysterie ausgelöst hat: „Riverdance“ war nur die Pausennummer und tourte danach jahrelang um die Welt.
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