Briefing am Montagabend
Walter Ruck nimmt im KURIER-Interview Stellung.
Die Entwicklung: Das Team um den Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck geht in der Affäre um veröffentlichte Gesprächsprotokolle offensiv vor und hat ein internes Kommunikations-Briefing verschickt. Darin werden das Protokoll als potenziell illegal und unverifiziert dargestellt, der Sexismusvorwurf mit Unterstützung von Funktionärinnen zurückgewiesen und umstrittene Personalentscheidungen als Gremienbeschlüsse beschrieben.
Was das verändert: Vor einer Sitzung der Wirtschaftsbund-Gremien am Mittwoch soll damit nach außen Geschlossenheit hergestellt und der Druck auf Ruck abgefedert werden. Gleichzeitig zeigt die Linie, welche Punkte Ruck und sein Umfeld in der öffentlichen Debatte und intern als Entlastung in den Vordergrund rücken wollen.
Heute im Fokus: ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker sowie WKO-Präsidentin Martha Schultz haben nach den Enthüllungen über Walter Ruck deutlich Konsequenzen verlangt. Stocker nennt die kolportierten Aussagen „zutiefst irritierend“ und fordert Aufklärung, Schultz sagt nach einem Telefonat mit Ruck, sie gehe davon aus, dass er „die richtigen Schritte“ setzen werde.
Die Bedeutung: Damit steigt der parteiinterne und institutionelle Druck auf den Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten spürbar, weil sich nun auch die Spitze der Volkspartei und der Bundes-Wirtschaftskammer positioniert. Für Ruck wird entscheidend, wie er auf die Vorwürfe reagiert und ob daraus personelle Konsequenzen folgen.
Was ist passiert? Auf der Baustelle des Semmering-Basistunnels in Göstritz sind am Montag zwei Arbeiter von herabstürzenden Stahlteilen getroffen worden. Ein 45-jähriger Kroate starb, ein 54-jähriger Österreicher wurde schwer verletzt ins Universitätsklinikum Wiener Neustadt geflogen. Der Unfall ereignete sich laut ÖBB beim Rückbau einer Werkstatt.
Warum das relevant ist: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln den genauen Hergang, betroffen sind Mitarbeiter einer beauftragten Baufirma und nicht der ÖBB. Der Fall unterstreicht die Gefährdung am Großprojekt, bei dem es bis Montag bereits fünf tödliche Unglücke gegeben hat.
Der Stand: Argentinien verlor das WM-Finale gegen Spanien 0:1 nach Verlängerung, Lionel Messi verließ das Stadion schweigend und weinte nach Abpfiff. Ob es sein letztes Länderspiel war, ließ der 39-Jährige offen; Teamchef Lionel Scaloni brach seine Pressekonferenz unter Tränen ab. Währenddessen sorgte Messis Teamkollege Leandro Paredes nach dem Abpfiff für hässliche Szenen.
Was jetzt wichtig wird: Die Szenen und Messis Zurückhaltung befeuern die Frage nach seinem Abschied aus der Nationalmannschaft, ohne dass es eine klare Ansage gibt. Für Argentinien wird damit zentral, wie es sportlich ohne seinen prägenden Anführer weitergeht, der das Team mit acht Toren und vier Assists ins Finale geführt hatte.
Was ist passiert? Andrew Burnham ist am Montag von König Charles III. zum neuen britischen Premierminister ernannt und mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Der bisherige Bürgermeister von Greater Manchester folgt auf Keir Starmer, der nach politischen Fehlschlägen seinen Rücktritt angekündigt hatte; Burnham wurde zuvor Labour-Chef.
Die Folgen: Mit Burnham kommt ein links der Mitte verorteter Labour-Politiker an die Spitze, der mehr öffentliche Kontrolle über Wasser, Energie, Wohnungsbau und Verkehr sowie eine Machtverlagerung in die Regionen ankündigt. Gleichzeitig wartet auf ihn ein Bündel ungelöster Probleme wie schwache Wirtschaft, Wohnungsnot und hohe Energiekosten, zu denen rasch Maßnahmen erwartet werden.
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