Briefing am Dienstagabend
Was ist passiert? Der ORF-Stiftungsrat hat Clemens Pigs Personalvorschlag für die vier zentralen Direktorenposten sowie die neun Landesdirektionen mehrheitlich bestätigt. Neu kommen u. a. Silvia Lieb als Finanzdirektorin und Angelika Simma-Wallinger (Audience und Plattformen), während Harald Kräuter verlängert wurde.
Warum ist das wichtig? Mit der Entscheidung steht die künftige ORF-Führung ab 1. Jänner 2027 fest und prägt Kurs und Organisation des Hauses für die nächsten fünf Jahre. Die FPÖ kündigt an, die Bestellungen rechtlich anzufechten und auch bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen.
Was ist passiert? Roland Weißmann hat vor dem Arbeits- und Sozialgericht Wien den Auftakt zu drei arbeitsrechtlichen Verfahren gegen den ORF bestritten und bekämpft seine Kündigung. In der ersten, kurzen Tagsatzung wurde der weitere Fahrplan des Verfahrens festgelegt; zentral ist die Frage, ob die Kündigung „motiv- bzw. sittenwidrig“ war.
Die Bedeutung: Der Prozess klärt, ob der ORF bei der Trennung von seinem Ex-General rechtskonform vorgegangen ist und welche Folgen das arbeitsrechtlich nach sich zieht. Weitere Termine sind im Oktober (Nebenintervention) und im November angesetzt, dann soll auch ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher einvernommen werden.
Was ist passiert? Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kündigte auf Social Media an, bei der nächsten Wien-Wahl 2030 erneut anzutreten. Zugleich konkretisierte er im Gastpatienten-Streit einen Vorschlag zur Direktverrechnung der Kosten zwischen den Bundesländern statt pauschaler Abgeltung.
Das bedeutet das konkret: Die Ansage soll innerparteilich Stabilität signalisieren, kommt aber inmitten politischer Kritik rund um die Causa Walter Ruck. Der Vorstoß zur Gastpatienten-Finanzierung zielt auf eine neue Regelung im Finanzausgleich und löst bereits Zustimmung der Gesundheitsministerin sowie Kritik aus der Wiener Opposition aus.
Der Stand: Seit 1. März 2024 wurden in Österreich 569 Fahrzeuge wegen extremer Tempoüberschreitungen vorläufig beschlagnahmt (Stand 30.6.2026). Tatsächlich verwertet wurden in gut zwei Jahren aber nur rund 20 Fahrzeuge; in Oberösterreich wird nun erstmals ein beschlagnahmtes Motorrad versteigert.
Die Folgen: Für Raser droht neben Strafen und Führerscheinentzug auch der endgültige Fahrzeugverlust, wobei vor einer Verwertung Eigentum und Messung geprüft werden. Ab 1. Oktober 2027 könnten die Zahlen steigen, weil nach einem VfGH-Erkenntnis auch Leasing-, Miet- und Firmenautos sowie Fahrzeuge von Angehörigen beschlagnahmt werden können.
Heute im Fokus: Am Mittwoch, dem 12. August, ist über Europa eine Sonnenfinsternis zu sehen, in Österreich allerdings nur partiell. Der KURIER bietet ein interaktives Tool, das je nach Standort simuliert, wann und wie der Mond die Sonne verdeckt und berücksichtigt dabei auch die Geländesicht statt nur den astronomischen Sonnenuntergang.
Warum das relevant ist: Der konkrete Anblick und die Beobachtungszeit unterscheiden sich je nach Ort in Österreich, weil die Finsternis am Abend bei tief stehender Sonne stattfindet. Wer das Ereignis sehen will, kann mit dem Tool den besten Standort und Zeitpunkt vorab abschätzen und ist zudem vom Wetter abhängig.
Kommentare