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Gesund
10/11/2019

Herzinfarkt, Schlaganfall: Was danach Ihr Leben verlängern kann

Zwei neue Studien zeigen: Ein Hund senkt das Sterberisiko von Menschen nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich.

Hunde sind gut für die Gesundheit ihrer Besitzer - die Grundaussage ist bekannt. Wer einen Hund hat, schafft etwa mit viermal höherer Wahrscheinlichkeit das empfohlene Bewegungspensum von mindestens 150 Minuten pro Woche, ergab eine Untersuchung im heurigen Frühjahr. Doch zwei neue Studie zeigen jetzt positive Auswirkungen auf Herz- und Hirngefäße, die - in dieser Deutlichkeit - für viele Forscher überraschend sind.

Die erste Studie von schwedischen Wissenschaftern beinhaltet die Analyse von Daten von knapp 190.000 Schwedinnen und Schweden, die zwischen 2001 und 2012 einen Herzinfarkt hatten und von rund 160.000 Schweden, die in dieser Zeitspanne einen Schlaganfall erlitten. Die Ergebnisse:

  • Herzinfarktpatienten, die alleine lebten, aber mit einem Hund, hatten nach dem Spitalsaufenthalt ein um 33 Prozent niedrigeres Sterberisiko im Untersuchungszeitraum im Vergleich zu Patienten ohne Hund.
  • Herzinfarktpatienten, die in einem Haushalt mit einem Partner oder einem Kind lebten, hatten immerhin noch ein um 15 Prozent niedrigeres Sterberisiko, wenn sie sich einen Hund hielten.
  • Ähnlich die Ergebnisse bei Schlaganfall-Patienten: Ein Hund senkte bei Alleinlebenden das Todesrisiko um 27 Prozent, bei einem Partner oder Kind im Haushalt um 12 Prozent.

Ähnlich positive Ergebnisse zeigte eine zweite Studie des Mount Sinai Spitals in Toronto, Kanada. Dort haben die Forscher eine neue Analyse von zehn Studien gemacht, die Datensätze von fast vier Millionen Menschen umfassten.

  • In dieser Untersuchung war das Sterberisiko nach einem Herzinfarkt sogar um 65 Prozent reduziert.
  • Die Gesamtsterblichkeit ging im jeweiligen Studienzeitraum um 24 Prozent zurück.

Es ist nicht nur die Bewegung

Ein wichtiger Faktor ist der Umstand, dass Hunde ihre Besitzer zu mehr Bewegung zwingen: "Auch frühere Studien zeigten, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Halten eines Hundes und einiem erhöhten Bewegungsausmaß, niedrigerem Blutdruck und besserem Cholesterinprofil gibt", sagt Carloine Kramer von der Universität Toronto.

Doch es sind nicht nur die Effekte auf Blutdruck und Cholesterin: Hunde senken auch das Risiko, sich einsam zu fühlen, verbessern generell die Stimmung und erhöhen somit insgesamt das Gesundheitsgefühl. Laut Ansicht der beteiligten Wissenschafter haben auch die Auswirkungen auf die Psyche einen großen positiven Effekt.

Die Studien sind im Fachjournal Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes erschienen.

Eine frühere Untersuchung der Universität Liverpool ergab übrigens, dass das Gassi gehen zumeist zusätzlich und nicht anstelle von anderen sportlichen Aktivitäten wie Joggen erfolgte. Und selbst bei schlechtem Wetter bewegten sich Hundebesitzer mehr als Nicht-Hundebesitzer bei schönem Wetter.