Eine Erkältung fühlt sich abends meist schlimmer an als tagsüber.

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Wissen Gesundheit
02/07/2019

Erkältung & Co.: Warum man sich abends kränker fühlt

Ob Erkältung, Grippe oder Magen-Darm-Virus: Abends scheinen die Beschwerden stärker zu sein. Alles nur Einbildung? Nicht ganz.

Zuerst die gute Nachricht: Dass sich Erkältungssymptome oder andere krankheitsbedingte Beschwerden abends beziehungsweise nachts verschlechtern, ist keine Einbildung. Die schlechte: Man kann nur bedingt etwas dagegen tun.

Energiereserven leer

Der menschliche Energiehaushalt hat begrenzte Kapazitäten. Das merken wir täglich: Selbst in gesundem Zustand fühlen wir uns abends in der Regel erschöpft und müde. Ist man krank, arbeitet der Organismus, sprich das Immunsystem, auf Hochtouren, um die krankmachenden Erreger aus dem Körper zu verbannen. Im Falle einer Erkältung etwa durch den Abtransport von Schleim durch Husten und Schnupfen.

Tagsüber hält die Energie den Körper aufrecht, die Abwehrkräfte schaffen es, die Erreger in Schach zu halten. Abends leeren sich die Energiespeicher – die Krankheitserreger vermehren ist wieder. Entsprechend reagiert der Körper verstärkt mit Abwehrmechanismen. Aus diesem Grund ist abends auch das Fieber meist höher – und der Körper schwach.

Auch nachts ist die Immunabwehr sehr aktiv: Das kann dazu führen, dass man sich auch direkt nach dem Aufwachen gerädert fühlt.

Wahrnehmung beeinflusst

Doch es gibt auch andere beeinflussende Faktoren: Etwa, dass man in Ermangelung an Ablenkung zu späterer Stunde die Symptome verstärkt wahrnimmt, wie Familienmediziner Rob Danoff im Interview mit dem Magazin Time schildert. Liegt man abends im Bett, fokussiert man sich stärker auf etwaige Schmerzzustände, als beispielsweise noch beim Fernsehen zuvor.

Eine verstopfte Nase oder ein verschleimter Hals können Danoff zufolge dann besonders unangenehm sein. Grund dafür ist, dass sich der Schleim durch die liegende Haltung nicht mehr so gut verteilt, sondern sind im Rachen oder den Nasennebenhöhlen sammelt. Hier kann eine leicht erhöhte Kopfposition Abhilfe schaffen.

Gerade wenn man krank ist, ist die Regeneration nachts besonders wichtig. Um geruhsame Schlummerstunden zu fördern, bietet es sich an, die schlimmsten Beschwerden gezielt zu behandeln. Etwa durch Inhalation, Gurgeln oder Nasenspray.