Wellness
22.12.2017

Wie lange sind Erkältete eigentlich ansteckend?

Pauschal ist die Frage nicht zu beantworten, aber es gibt Richtlinien.

Alle Jahre wieder hat uns die Grippe- und Erkältungswelle in den Wintermonaten fest im Griff. Kollegen, Partner, Familienmitglieder und Freunde schnupfen und husten, früher oder später erwischt es einen dann auch selbst. Will man letzteres verhindern, gilt es eine Handvoll Regeln zu beachten, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Bevor man über Ansteckungsmöglichkeiten spricht, muss man den grippalen Infekt von der Grippe unterscheiden. Letztere verläuft meist sehr schwer, wird von Fieber begleitet und setzt den Betroffenen bis zu zwei Wochen außer Gefecht. Bettruhe ist Pflicht. Auch ein grippaler Infekt kann unangenehm sein und mit klassischen Erkältungssymptomen einhergehen. Dennoch verläuft diese Krankheitsform milder und man ist nach ein paar Tagen wieder fit.

Erkältungen werden durch eine Vielzahl unterschiedlicher Viren verursacht. Je nach Virusart ist man unterschiedlich lange krank und ansteckend. Hauptverantwortlich für Schnupfen und Erkältungen sind die sogenannten Rhinoviren. Rund 40 Prozent aller Erkältungsfälle gehen auf diese Virusgruppe zurück, wie Thomas Mertens, ärztlicher Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Ulm, dem Stern erklärt.

Je kränker, desto ansteckender

In puncto Ansteckungsgefahr gilt bei Erkältungen dem Experten zufolge die Grundregel: Je kränker man ist, desto ansteckender ist man auch. Nachvollziehbar erscheint das vor allem vor dem Hintergrund der Ansteckungswege, die bei einer Erkältung auftreten. Infizieren kann man sich in erster Linie über Körperflüssigkeiten, also eine Tröpfcheninfektion. Beim Niesen landen beispielsweise unzählige Tröpfchen in der Luft, beim Schnäuzen im Taschentuch und an den Händen – von dort wandern sie über Türklinken, Tastaturen und Telefonhörer zur nächsten Person. Auch über die Hände können Viren übertragen werden.

"Bei heftigen Symptomen ist die Virusausscheidung hoch. Damit steigt die Ansteckungsgefahr", fasst der Experte zusammen. Am höchsten ist die Ansteckungsgefahr Mertens zufolge zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Infektion, da dann typischerweise die ersten Beschwerden auftreten. Der Gipfel der Virusausscheidung wird meist ein bis zwei Tage nach Symptombeginn erreicht und flacht dann ab.

Während der Inkubationszeit und beim Abklingen der Symptome ist der Ansteckungsrisiko hingegen relativ gering. Eine Restgefahr bleibt. Daher rät der Experte unbedingt dazu, sich im Winter verstärkt die Hände zu waschen und sich von kränkelnden Menschen fernzuhalten.