Wellness
04.04.2017

Einsamkeit macht Erkältungen schlimmer

Nasenspray, Lutschtabletten, Hustensaft: Bei Erkältungen greifen Betroffene oft auf eine ganze Reihe von Medikamenten zurück. Dabei könnte ein bisschen Gesellschaft bereits Wunder bei der Genesung bewirken.

Forscher aus den USA scheinen herausgefunden zu haben, dass Einsamkeit Erkältungssymptome verstärkt. Der neuen Studie aus dem Fachblatt Health Psychology zufolge leidet man stärker, wenn man wenig sozialen Halt hat: "Einsamkeit ist erwiesenermaßen ein gesundheitlicher Risikofaktor", beschreibt Studienautorin Angie LeRoy, Doktorandin an der Rice University, im Forschungsbericht und bezieht sich dabei auf frühere Studien. Bisher sei jedoch kein Augenmerk auf den Einfluss von Isolation auf grippale Infekte gelegt worden.

Für die Untersuchung wurden 213 gesunde Testpersonen untersucht. Zunächst wurden den Probanden über einen Nasenspray Rhinoviren, Krankheitserreger, die hauptverantwortlich für Schnupfen und Erkältungen sind, zugeführt. Daraufhin wurden sie für fünf Tage unter Quarantäne gestellt, um die Entwicklung möglicher Symptome zu beobachten. Dabei wurden sowohl medizinische Indikatoren für einen Krankheitsausbruch als auch das subjektive Befinden der Probanden aufgezeichnet. 160 Probanden wurden tatsächlich krank, jene Probanden, die über Einsamkeit im Privatleben berichteten, stuften die Symptome am schlimmsten ein.

Beziehungsqualität macht Unterschied

Das Gefühl von Einsamkeit hatte dabei einen stärkeren Einfluss auf die Krankheitssymptome als die tatsächliche Einsamkeit. "Wir haben die Qualität der Beziehungen einer Person betrachtet, nicht die Quantität", sagt die Psychologin. "Man kann sich in einem überfüllten Raum befinden und sich trotzdem einsam fühlen", betont die Psychologin. Diese Wahrnehmung sei es, die bei Erkältungssymptomen wohl wesentlich ist.

Die neuen Erkenntnisse sollten dazu ermutigen soziale Kontakte zu pflegen, erklärt LeRoy. Auch im Hinblick auf die ökonomischen Verluste, die durch Erkältungskrankheiten für Unternehmen entstünden, sei dies relevant: "Millionen von Menschen fehlen deshalb jedes Jahr bei der Arbeit. Und das hat häufig damit zu tun, wie sie sich fühlen, nicht unbedingt, wie oft sie sich die Nasen putzen."

Grippe vs. grippaler Infekt

Im Kontext der Studie ist es wichtig, den grippalen Infekt, auch Erkältung genannt, von der Grippe zu unterscheiden. Letztere verläuft meist sehr schwer, wird von Fieber begleitet und setzt den Betroffenen bis zu zwei Wochen außer Gefecht. Bettruhe ist hier Pflicht. Auch ein grippaler Infekt kann unangenehm sein und mit klassischen Erkältungssymptomen einhergehen. Dennoch verläuft diese Krankheitsform meist milder und man ist nach ein paar Tagen in der Regel wieder fit.