In der kalten Jahreszeit schwächelt unser Immunsystem: Eine Grippe oder schwere Erkältung setzt schnell außer Gefecht.

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Wissen Gesundheit
12/18/2019

1x1 der Prävention: Wie man sich vor Grippe und Erkältung schützt

Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen: Hat es einen noch nicht erwischt, ist jetzt die Zeit, um vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.

Die Krankheitserreger sind los – doch wie kann ich mich davor schützen? In den heimischen Büros, Kindergärten, Schulen und Haushalten wird momentan wohl keine andere Frage so intensiv besprochen.

Wichtig zu wissen: Eine Grippe (Influenza) ist kein grippaler Infekt (Erkältung) – und umgekehrt. Erstere verläuft meist schwer und setzt Betroffene bis zu zwei Wochen außer Gefecht. Sie äußert sich in der Regel durch ein plötzlich beginnendes Krankheitsgefühl, hohes Fieber sowie Husten, Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen. Auch eine Erkältung kann unangenehm sein; sie verläuft aber milder und man ist nach ein paar Tagen wieder fit.

Sowohl grippale Infekte als auch die Grippe werden durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder über verunreinigte Hände übertragen. Stichwort verunreinigte Hände: Es gibt Mittel und Wege, einer Ansteckung vorzubeugen.

Wir haben die wichtigsten Präventionsmaßnahmen zusammengefasst.

Wie schützt man sich vor einer Grippe?

Der wirksamste Schutzschild gegen die Influenza ist die Grippeimpfung. Da sich die Grippeviren laufend verändern, wird der Impfstoff jedes Jahr angepasst. Daher müssen Sie sich jedes Jahr impfen lassen, um weiterhin geschützt zu sein. Zwar garantiert eine Immunisierung nicht zu 100 Prozent, dass man nicht an der Grippe erkrankt, sie mildert im Krankheitsfall aber jedenfalls die Schwere und die Dauer der Grippe. Gegen Erkältungen ist die Impfung wirkungslos.

Die Impfung ist für Personen jeden Alters sinnvoll. Kinder können ab dem siebten Monat gegen Grippe geimpft werden. Besonders empfohlen wird die Impfung für ältere und chronisch kranke Menschen. Erhalten kann man die Impfung bei Allgemeinmedizinern und Fachärzten für Kinder- und Jugendheilkunde oder den Impfstellen des Gesundheitsdienstes (MA 15). Auch viele Arbeitgeber bieten die Grippeimpfung kostenlos an.

Neben der Impfung hat in der Grippesaison vor allem das Händewäschen Priorität. Heißt: Die Hände regelmäßig und gründlicher als sonst reinigen. Abstand von hustenden oder niesenden Menschen zu halten, ist ebenfalls ratsam. Im gemeinsamen Haushalt sollten Handtücher oder Schnupfensprays nicht gemeinsam benutzt werden.

Wie schützt man sich vor einem grippalen Infekt?

Mangelnde Handhygiene öffnet nicht nur den Grippeviren Tür und Tor. Auch Erkältungserreger breiten sich in den Wintermonaten über eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion (durch Niesen oder Husten) aus. Um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, sollte man auch darauf achten, etwa im Büro oder auch zu Hause keine angeschnäuzten Taschentücher am Schreibtisch liegen zu lassen, sich die Hände gegebenenfalls auch zu desinfizieren, beziehungsweise Handkontakt wenn möglich ganz zu vermeiden. Wer nicht in die Hände, sondern in den Ellbogen niest, kann einer Ansteckung übers Händeschütteln ebenfalls entgegenwirken.

Immunsystem: Was man sonst noch tun kann

Wer sich gesund ernährt und regelmäßig Sport treibt, profitiert von einem robusten Immunsystem. Darüber sind sich Experten einig. Die Kälte können Sportmuffel im Winter nur bedingt als Ausrede heranziehen: Wichtig ist, sich nach dem Zwiebelschalenprinzip einzupacken, um Hitzestau zu vermeiden. Und nach dem Joggen rasch aus der verschwitzten Kleidung schlüpfen. Von allzu intensiven Sportsessions an der freien Luft ist abzusehen; bei extremer Kälte sollte das Training nach drinnen verlegt werden.

Wer glaubt, dass eine vitaminreiche Ernährung im Winter schwierig zu gestalten ist, irrt. Typische Wintergemüse wie Grünkohl, Kohlsprossen, Rote Rüben und Pastinaken sind echte Superfoods und versorgen den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen. Bestimmte gesunde Salatsorten haben ebenfalls im Winter Saison. Dazu zählen etwa Chicorée, Radicchio und Feldsalat.

Gemüse aus der Tiefkühltruhe ist übrigens ein guter Ersatz und teilweise sogar billiger. Normalerweise wird es direkt nach der Ernte blanchiert und dann schockgefroren. Dadurch bleiben Vitamine und Mineralstoffe erhalten.

Nüsse sind ebenfalls kulinarische Kraftspender: Sie strotzen vor Vitamin E, welches die Zellen und das Immunsystem schützt.

Auch durch ausreichend Schlaf und immunstärkende Saunagänge kann man Krankheitserregern zumindest gestärkt entgegentreten. Trockene Heizungsluft setzt außerdem den Schleimhäuten zu und führt dazu, dass Erreger leichtes Spiel haben. In einen Luftbefeuchter zu investieren oder nasse Wäsche im Schlafraum aufzuhängen kann also ebenfalls nicht schaden.

Wer bereits angeschlagen ist, sollte die Sauna und das Fitnessstudio meiden. Hat man eine Grippe erwischt, stellt sich die Frage aufgrund der schweren Symptomatik ohnehin nicht.