Geheimnis der Erdbeerpflanze gelüftet

Erdbeeren
Foto: cc by kursikowski

Wissenschafter haben ein mutiertes Gen entdeckt, das darüber entscheidet, ob Erdbeerpflanzen Triebe ausbilden oder mehr Blüten und damit Früchte tragen.

Bereits vor 300 Jahren beobachtete der französische Gelehrte Antoine Furetière, dass Erdbeerpflanzen ohne Triebe eine reichere Ernte brachten als jene mit. Seitdem unterscheidet man zwischen Sorten mit oder ohne Ausläufer. Jetzt haben Forscher der Universität Bordeaux und der Technischen Universität Braunschweig das Geheimnis gelöst: Ein mutiertes Gen entscheidet darüber, ob Erdbeerpflanzen Triebe ausbilden oder mehr Blüten und damit Früchte tragen.

Die Braunschweiger Forscher identifizierten die Funktion des Gens "FaGA20ox4", das für die Ausbildung von Ausläufern (Anm: entwickeln sich an den Wurzeln) verantwortlich ist, mit denen sich Erdbeerpflanzen auf natürlichem Wege fortpflanzen. Eine Mutation in diesem Gen reduziert in Pflanzen die Produktion von Gibberellin, ein pflanzliches Wachstumshormon. "Dass lediglich ein einziges Gen das Wechselspiel zwischen Ausläufern und Fruchtbildung der Erdbeerpflanzen reguliert, hat uns sehr überrascht", sagt Theo Lange vom Institut für Pflanzenbiologie der TU Braunschweig. "Es bestätigt uns zudem in der Notwendigkeit unserer hochsensitiven Analysemethoden."

Der Nachweis des entscheidenden Gens stellt einen bedeutenden Forschungserfolg da, weil es Veränderungen in der Zucht von Erdbeerpflanzen ermöglicht: Künftig könnten gut tragende Sorten ohne Ausläufer mit dem pflanzeneigenen Hormon Gibberellin behandelt werden. Nach der Behandlung bilden sie diese aus, womit eine einfachere Vermehrung von ertragsreichen Sorten möglich ist.

(Kurier) Erstellt am
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