Warum wir jetzt Cola aus Österreich trinken

Pedacola, Cola, Österreich
Foto: Pedacola/Werner Dedl Cola aus Eberraute: viel Geschmack, keine Farbe.

Kult-Limonade mit regionalen Zutaten: Selbst Haubenköche kommen auf den Geschmack von Pedacola und Tirola Kola.


Sag mir, ob du Coca-Cola oder Pepsi trinkst – und ich sag dir, ob du zu mir passt. Schon lange ist aus der Paar-Forschung bekannt, dass das Glück einer Beziehung mit gemeinsamen Werten wie Familiensinn zusammenhängt. US- Wissenschafter wollen jetzt ein viel banaleres Beziehungs-Geheimnis herausgefunden haben: Die Vorliebe für bestimmte Marken kann das Liebesglück so beeinflussen wie Persönlichkeit und gemeinsame Interessen. Deshalb sei es ratsam zu Beginn einer Beziehung, auf die Markenvorlieben des Umworbenen zu achten.

Als Peter Leitner (33) das Rezept für sein "Pedacola" zusammenmischte, kannte er zwar die Ergebnisse der Studie nicht, allerdings wusste er um die geheimnisvolle Wirkung von Eberraute, ein Verwandter von Beifuß und Wermut, als Liebeskraut. "Im Volksmund beschreibt man die Wirkung auf Englisch ‚kiss me quick and go‘, denn die amourösen Gefühle sind nur von kurzer Dauer."

Pedacola, Cola, Österreich Foto: Pedacola Das Kraut sieht wie Dille aus, riecht nach Cola und schmeckt besonders bitter. "Ein Sirup aus der Eberraute mit Zutaten wie Vanille, Zitrone, Zucker und Minze sorgt für den typischen Geschmack, allerdings ist die Limo farblos." Mit seiner Kreation hat Leitner Erfolg: Selten servieren Haubenköche wie Christian Petz und Juan Amador die gleichen Limonaden wie Wiener Szene-Lokale – doch bei einem Trend sind sie sich derzeit einig: Cola aus heimischen Zutaten.

Leitner ist gelernter Koch und wollte anfangs mit seiner Marke lediglich eine nachhaltige Limonade aus regionalen Zutaten produzieren, "die schmeckt und wo man weiß, was drinnen ist". Daran, dass er so erfolgreich werden würde, hatte er nicht geglaubt: Mittlerweile füllt er 800 Liter Sirup im Monat ab – ein Liter ergibt 27 Liter Limonade. Sein "Pedacola" schmeckt wie Cola-Flascherl zum Lutschen: "Das Herstellen von Sirup verbessert die CO2-Bilanz. Zudem bleibt mit dem Kauf eines heimischen Produkts die Wertschöpfungskette im Land, es wird kein Großkonzern unterstützt, der womöglich hier gar nicht Steuern zahlt."

Zirbe und Fichte

Tirola kola… Foto: /Gruber Auf Heimisches setzt auch das Tiroler Familienunternehmen Privatquelle Gruber. Geschäftsführer Günter Gruber störte es schon lange, dass es von dem beliebten Erfrischungsgetränk keine österreichische Variante gab. Was lag da näher, als selbst eines zu produzieren?

Die Idee war bereits 2014 geboren. Doch bis ein typisch tirolerisches Getränk kreiert war, dauerte es: Zuerst ließ sich Gruber Limonaden aus der ganzen Welt liefern. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern testete er sich durch viele Variationen. "Wir merkten bald, dass manches Cola nur für Freaks ist und nicht massentauglich. Für mich muss ein Cola nach Cola schmecken. Und bei uns nach Tirol."

Tirola kola… Foto: /Gruber Darum sind neben den klassischen Zutaten wie Kolanuss, Zimtrinde oder Koriander auch das Öl von Fichtennadeln sowie Aromen aus Zirbenzapfen enthalten. "Es hat eine ganze Weile gedauert, bis wir die richtigen Zirben und Fichtennadeln gefunden haben", erinnert sich Lebensmittelchemiker Gruber.

Nach vielem Testen und Ausprobieren kam im November 2016 dann das "Tirola Kola" auf den Markt. Die ursprüngliche Idee war es, nur in Tirol präsent zu sein, doch bald kamen Anfragen aus Wien, wo es bei einer Zielgruppe zum Kult wird: Jüngeren, umweltbewussten Menschen, die gerne regional kaufen. In Hipster-Lokalen und größeren Supermärkten findet man das Getränk auch außerhalb Tirols.

Von dem gibt es auch eine "Leicht"-Variante. "Weil dieses Cola ein Teil der Süße vom Fruchtzucker kommt, schmeckt es voller als andere Light-Produkte", sagt Gruber. "Deshalb mag ich es mittlerweile sogar lieber."

(kurier) Erstellt am
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