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06/17/2021

Wie man jetzt die Wohnung möglichst kühl halten kann

Steigende Temperaturen lassen auch die Nachfrage nach technischen Lösungen zur Wohnungskühlung steigen. Eine kleine Klimaanlage kann man sich aber auch selbst basteln.

von Ernst Mauritz, Maria Zelenko

Um rund zwei Grad hat sich in Wien in den vergangenen vier Jahrzehnten die Jahresdurchschnittstemperatur erhöht. Dies hat den Energiebedarf zur Kühlung deutlich steigen lassen. „Klimaanlagen sollten der letzte Ausweg sein“, sagt Sabine Seidl von der Umweltberatung. „Einerseits sind sie selbst für den Temperaturanstieg mit verantwortlich, weil die heiße Luft wieder an die Umgebung abgegeben wird. Und sie sind große Stromverbraucher.“

Bei „die umweltberatung“ rät man, es zunächst mit außen liegendem Sonnenschutz (Jalousien, Rollläden, Markisen) zu versuchen. „Da dieser die Sonnenstrahlung erst gar nicht in ein Gebäude hineinlässt, ist er effizienter als eine innen liegende Beschattung.“ In Wien etwa wird im mehrgeschoßigen Wohnbau eine Außen-Verschattung mit 50 Prozent der Anschaffungskosten gefördert, max. aber 1.500 Euro pro Wohnung.

Gute Sonnenschutzfolien können laut Stiftung Warentest die Raumtemperatur deutlich senken, stark reflektierende Folien dunkeln allerdings ab und sind „vor allem für stark überhitzte Räume im Dachgeschoß“ geeignet. Auf vertikalen Fenstern sind hingegen weniger stark reflektierende Folien die bessere Wahl: „Sie spiegeln nicht so stark und stören Gegenüberwohnende weniger.“ Trotzdem hielten sie 55 bis 60 Prozent der Sonnenenergie ab. Bei der Umweltberatung verweist man aber darauf, dass solche Folien das Spektrum der einfallenden Sonnenstrahlen verändern und es zu Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus kommen könnte.

Bei den Raumklimageräten gibt es zwei Varianten:

Mobile Monoblockgeräte

Innenraumluft wird angesaugt, ein Teil abgekühlt und abgegeben. Die restliche warme Luft wird über einen Schlauch, der in ein halb geöffnetes Fenster geklemmt wird, nach draußen geblasen. Dadurch sind diese günstigeren Geräte aber wesentlich ineffizienter als Splitgeräte. Und: „Einen Temperatursturz darf man sich allerdings nicht erwarten“, schreibt das Testmagazin Konsument. „Die Leistung reicht nur für kleine Räume mit rund 16 bis 20 Quadratmetern Fläche.“

Gefahr bei Gasthermen

Monoblockgeräte können an Tagen mit mehr als 30 Grad in Wohnungen mit einer Gastherme zur tödlichen Gefahr werden. Bei hohen Temperaturen kann es im Kamin zu einem Abgasrückstau kommen. Dadurch, dass die warme Luft nach außen geleitet wird, das Gerät aber Frischluft benötigt, entsteht ein Unterdruck – „Kohlenmonoxid kann so vom Kamin in die Wohnung gesaugt werden“, warnt der Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Splitgeräte

Sie bestehen aus je einem fix verbauten Innen- und Außengerät, die von Fachleuten installiert werden. Sie funktionieren ähnlich wie Kühlschränke mit Kühlmittel, das Wärme im Innenraum aufnimmt und nach außen abgibt. Das Kältemittel mit dem geringsten klimaschädigenden Potenzial ist laut VKI R290 (Propan).

Am schnellsten einsetzbar ist der Ventilator (siehe u.), der „ein Gefühl von Kühle auf der Haut erzeugt“, wie Seidl sagt. Ist der auch nicht verfügbar, bleibt ein Lowtech-Tipp: „Füße in ein Schaffel kaltes Wasser stellen.“

Klimaanlage selbst gemacht

Sich ein fix montiertes Klimagerät anzuschaffen ist nicht nur teuer und unökologisch, in den meisten Fällen sind diese auch nicht kurzfristig lieferbar. Und auch portable Geräte sind Jahr für Jahr pünktlich zu einer Hitzewelle vielerorts restlos ausverkauft.

Doch für Abkühlung in den eigenen vier Wänden lässt sich auch deutlich unaufwendiger und vor allem kostengünstiger, nämlich mit dem guten alten Ventilator, sorgen.

Eine der vielen Möglichkeiten: Ein Handtuch mit kaltem Wasser befeuchten, über einen Kleiderbügel legen und in einem Raum aufhängen. Eine mit kaltem Wasser gefüllte Schüssel darunter stellen und ein Ende des Handtuches hineinhängen lassen. Davor einen Ventilator platzieren. Durch die Verdunstung des Wassers, welches der Ventilator in den Raum bläst, wird dieser auf simple, aber effektive Weise gekühlt. 

Ebenfalls sehr einfach: Zwei mit Wasser gefüllte Plastikflaschen über Nacht in den Tiefkühler legen und am nächsten Tag vor einem kleinen Tischventilator positionieren – der Kühleffekt ist vor allem in kleineren Zimmern gut spürbar.

Wer seinen inneren MacGyver hervorholen möchte, kann im Netz zahlreiche weitere Bastelideen für alternative Klimageräte finden. So kann zum Beispiel aus einem alten Ventilator, einer Styroporbox, Eiswürfeln  sowie Plastikflaschen eine Selfmade-Klimaanlage entstehen. Selbst alte PC-Lüfter, die noch im Keller liegen, kamen in Youtube-Videos schon zum Einsatz.

Weitere Infos und Beratung: www.umweltberatung.at bzw. Telefon 01/803 32 32.

Ein aktueller Test von einzelnen Raumklimageräten wird kommende Woche im Konsument-Heft 7/2021 veröffentlicht. www.konsument.at.

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