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07/06/2021

Aktion Mutmacher: Das sind die Sieger

Die WKNÖ suchte die innovativsten Unternehmen. Das sind die Sieger

„Niederösterreichs Wirtschaft zählt 109.000 Betriebe aus allen Branchen und unterschiedlichsten Größen. Während der Pandemie hatten viele, vom Einzelunternehmer bis hin zum Großunternehmen, mit nicht vorhersehbaren Herausforderungen zu kämpfen. Diese wandelten unsere Unternehmerinnen und Unternehmer in kreative und innovative Projekte um. Diese Kreativität holten wir mit der Aktion „Mutmacher 2021“ vor den Vorhang. Das ist uns gelungen, wie die knapp 100 spannenden Einreichungen und die Gewinnerprojekte beweisen. Das gab und gibt mir große Zuversicht. Ich bin mir sicher: Wir starten ab jetzt wieder gemeinsam durch!“
-Wolfgang Ecker, WKNÖ Präsident

 

Von dem Handtuch zum Trendoutfit

Sieger Gewerbe und Handwerk: Die Waldviertler Frottier-Firma Herka hat eine Modelinie kreiert

Die Firma Herka Frottier ist eine der letzten verbliebenen Webereien in der einstigen Textilhochburg Waldviertel und spezialisiert auf Sonderanfertigungen für Handtücher für  Hotels, Gastronomie und den Marketingbereich.
Doch die Corona-Pandemie ließ auch bei Herka im Frühling 2020 die Bestellungen einbrechen. „Wenn Urlaube abgesagt werden und Hotels schließen müssen, werden auch keine neuen Handtücher mehr gebraucht. Wir produzieren auch viel für den Marketingbereich, auch das war von heute auf morgen weg“, erzählt Veronika Pfeiffer-Gössweiner, sie leitet die Abteilungen Marketing und Zertifizierung.
Reagiert wurde mit einer innovativen Idee:  „Wir haben uns an der Produktion von wiederverwendbaren Masken versucht. Dafür  haben wir ein Baumwollgewebe neu entwickelt: Es ist sehr leicht und angenehm zu tragen und bleibt lange trocken.“
Von den Masken hatte man aber bald genug. Doch die Rückmeldung von den Kundinnen und Mitarbeiterinnen war so positiv, dass man sich dazu entschied, den Stoff weiterhin zu nutzen. So wurden kurzerhand aus dem Stoff Jumpsuits für Damen und Kapuzenbadecapes für Kinder entwickelt – die Modelinie SAROM war geboren. „Die Serie  ist nach Global Organic Textile Standard zertifiziert, alle Designs werden  auch in Frottierqualität in 25 Farben angeboten“, erklärt Pfeiffer-Gössweiner.
Großer Anklang: Die Modelinie stößt auf Begeisterung – nicht nur bei Frauen: „Mittlerweile haben wir auch Anfragen von Männern, die von dem Stoff begeistert sind, und diesen ihren Partnerinnen empfehlen oder sich selbst Gewand aus diesem Stoff wünschen“, berichtet Pfeiffer-Gössweiner. Die Modelinie wurde bereits um Bekleidung für zu Hause, für Yoga und den Wellnessbereich ergänzt. „So haben wir es geschafft, neue Märkte mit einem Produkt zu erschließen, das wir selbst weben, ausrüsten und konfektionieren – und eigentlich aus der Not heraus entstanden ist“, erklärt Pfeiffer-Gössweiner.  Für das Fotoshooting der Kollektion wurde übrigens die Inspirationsquelle der Kollektion vor die Kamera gebeten: die eigenen Mitarbeiterinnen. www.sarom.at

 

Auf der digitalen Überholspur

Sieger Transport und Verkehr: Ernst Brandstätter entwickelte App zur Schulung von LKW-Fahrern

„Nur durch Praxis lernt man im Leben, aus einem monotonen Vortrag nimmt man wenig mit“, davon ist Ernst Brandstätter fest überzeugt. Der 61-Jährige leitet die Firma BKF Training in Zöbern (Bezirk Neunkirchen), eine Ausbildungsstätte für Berufskraftfahrer. Die Begeisterung für Fahrzeuge befiel ihn schon früh, seine berufliche Laufbahn begann mit einer Lehre zum Kfz-Mechaniker. Später war er Fahrlehrer und Buslenker, und ließ sich zum Fachtrainer für Bus- und LKW-Fahrer ausbilden.
In seiner Lehre setzt Brandstätter seit Kurzem fast zur Gänze auf Digitalisierung. 
Motivationsfaktor: Dafür hat er eine eigene Trainings-App entwickeln lassen. „Auf dem Markt gab es kein vergleichbares Angebot, mit dem ich zufrieden war, deswegen habe ich mich entschieden, etwas eigenes machen zu lassen“, so der Unternehmer.
Der Schritt in die Digitalisierung sei die richtige Entscheidung gewesen: „Der Wissensstand wird wesentlich verbessert und gefestigt, und auch die Motivation der Teilnehmer ist deutlich gestiegen. Es war richtig, auf Digitalisierung zu setzen. Außerdem macht uns dieses Ausstellungsmerkmal wettbewerbsfähiger.“ Die App bietet mehrere Übungen an, abschließend muss ein Test bestanden werden. 
Ergänzt wird die Schulung durch Praxistraining. Auch hier setzt Brandstätter auf Digitalisierung: Die Stunden finden auf einem Fahr-Simulator statt. Das ist nicht nur umweltfreundlicher – der Simulator hat null -Ausstoß – sondern bietet auch praktische Vorteile: „Die meisten Schulungsveranstaltungen finden samstags statt. Dadurch ist es in der Vergangenheit aber immer wieder zu zeitlichen Einschränkungen gekommen wegen des Wochenendfahrverbots für LKWs. Oft gab es auch  Verzögerungen im Training wegen des starken PKW-Verkehrs am Wochenende. Das Üben mit dem Simulator spart hier wesentlich Zeit – und auch Geld: Es stehen keine teuren Werkstattbesuche, keine Wartungskosten, keine Unfall- und Instandsetzungskosten sowie keine Versicherungskosten an“, erklärt Brandstätter.
Auf dem richtigen Weg: Seine Methoden scheinen auch bei seinen Kundinnen und Kunden auf großen  Anklang zu stoßen: „Das Feedback ist großartig und  immer wieder Motivation  für mich, weitere Verbesserungen in diesem Bereich durchzuführen. Und das möchte ich auch künftig tun, den Weg der Digitalisierung bei der Schulungen und Weiterbildungen ausbauen“, versichert Brandstätter. www.bkf-training.at

 

Eine Pipibox wird Corona-fit

Sieger Information und Consulting: Mit einer innovativen Idee konnte die Stark GmbH punkten

Ein jeder hat  sie schon mal genutzt: die blau-weiße Pipibox. Ob beim Musikfestival, auf Baustellen  oder kleinen und großen Veranstaltungen, die Firma Pipibox von der Stark GmbH mit Sitz in Irnfirtz (Bezirk Horn) ist seit Jahren österreichweiter Partner, wenn es um Miet-WCs geht.
Vor der Pandemie wurde der Umsatz zu rund 40 Prozent in der Eventbranche erwirtschaftet. Mit Corona brach jedoch diese Einnahmequelle von einem Tag  auf den anderen weg. Auch die Baubranche, der zweite große Kunde von Pipibox, stand eine Zeit lang still.
Teamarbeit: „Acht Arbeitsplätze waren dadurch akut gefährdet“, erklärt  Christine Resel von der Leitung von Pipibox. „Jedoch gehört es weder zu unserer Unternehmensphilosophie noch zu meiner persönlichen Einstellung und der meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Kopf in den Sand zu stecken. Also haben wir nach einer neuen Aufgabe gesucht.“ Diese war schnell gefunden: Den Boxen fehlte es bisher an Warmwasser, Seifen- und Desinfektionsspendern – in Zeiten einer Pandemie wichtiger denn je. Das wollte man schnellstmöglich ändern.
Das Team tüftelte an Prototypen: Leicht sollte dieses Hygieneboard sein, und einfach zum Anbringen. Bei einem deutschen Hersteller konnten kurzfristig Heizstäbe an die benötigten Bedürfnisse angepasst und bestellt werden. „So war es uns möglich, unser Produkt bereits nach zwei Wochen serienmäßig auszuliefern“, so Resel. Kein Zusatzteil wird dafür benötigt, nichts fix verbaut. Das Hygieneboard kann flexibel an- und abmontiert werden.
Umsatzersatz: „Durch diese neue und innovative Möglichkeit waren wir in der Lage,  den Verlust, der durch den Wegfall der Eventbranche entstanden ist, in der Baubranche fast zur Gänze auszugleichen“, zeigt sich Resel stolz.
Und weiter: „Uns allen hat es Mut gemacht, dass wir diese Krise gemeinsam gemeistert haben. Trotz dieser nicht immer einfachen Zeit konnten wir weiterhin all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen  Arbeitsplatz anbieten. Unser Motto ist seit jeher ,Gemeinsam sind wir stark‘,  und dieses hat sich wieder einmal bewahrheitet.“
Das Unternehmen ist österreichweit tätig, Warmwasser gibt es bis jetzt allerdings nur in Wien, Niederösterreich, Burgenland und in der Oststeiermark.
Doch das soll sich bald ändern, nicht zuletzt aufgrund des positiven Feedbacks der Kunden: „Wir sind uns sicher, dass die  Neuerungen auch nach der Pandemie bestehen bleiben und Anklang finden“, so Resel.
Somit steht auch einer hygienischen Festivalsaison kaum mehr etwas im Wege. www.pipibox.at

 

Sportlicher Genusstipp

Sieger Tourismus und  Freizeitwirtschaft: WinEcycle Tours zeigt neue Facetten vom Weinviertel auf

Eine Sache kann Langenlois (Bezirk Krems-Land) besonders gut: Wein. Und weil sich die sanften Hügeln des Weinviertels auch besonders gut fürs Fahrradfahren anbieten, fassten drei Freunde kurzerhand die Idee, diese beiden Leidenschaften zu vereinen und der Krise keine Chance zu geben: Heraus kam WinEcycle Tours, innovativ geführte Genusstouren auf Holz-E-Bikes „made in Austria“.
Marcel Ertl erklärt das Prinzip: „Wir fahren mit unseren Gästen zu unseren Lieblingsplatzerl und Lieblingsmenschen, verkosten regionale Spezialitäten im Stile einer Kamptal-Tapas-Tour und sehen uns an, wo unser Essen herkommt. Bei unseren Touren öffnen sich Hoftore und Kellertüren, die sonst verschlossen bleiben.“
Ertl war bereits vor der Pandemie  selbstständig, seine Gründerkollegen Hanna Bergsmann ist in der Tourismusbranche tätig, Jan Vavricka im Weinbau. Alle drei Unternehmer hatten aus unterschiedlichen Gründen unter der Corona-Krise zu leiden. „Kurzerhand haben wir unser Wissen gebündelt, alles auf eine Karte gesetzt und nochmal neu begonnen. Überraschenderweise gab es bald viele Gäste, das Projekt hat uns viel Spaß gemacht. Also haben wir uns entschlossen, eine eigenständige Marke daraus zu machen“, erklärt der Unternehmer. 
Beliebtes Ausflugsziel: Die Route wird individuell an die Teilnehmer angepasst. Ein beliebter Halt ist der Schaugarten der Arche Noah. Bei einer Führung wird  über die lokale Kulturpflanzenvielfalt  erzählt. Als Stärkung steht anschließend eine Erfrischung in der Gartenküche an.
Von Schiltern geht es  dann meist weiter in Richtung Mollands, wo ein Stopp bei der bekannten Winzerfamilie Hager eingelegt wird. Hermann Hager betreibt die Weinbeißerei, die schon mehrmals vom Falstaff als „bester Heuriger Niederösterreichs“ ausgezeichnet wurde.
„Wir besuchen vorwiegend biologisch und  biodynamisch wirtschaftende, familiengeführte Kleinbetriebe und haben die einmalige Gelegenheit, den regionalen Produzenten über die Schulter zu schauen“, erläutert Ertl. Hager etwa führt durch seine Weingärten und Weiden, zeigt seine Freilandschweine und -hühner und serviert eine Auswahl der hausgemachten Produkte.
Was man für die Tour benötigt? „Ein bisschen Hunger und Durst, und natürlich auch etwas  Kondition und Motivation – schließlich legen wir doch rund 30 Kilometer zurück“, merkt Ertl an.
Das Projekt ist beliebt,  in den kommenden Wochen ist man beinahe restlos ausgebucht. „Es war eine der besten Entscheidungen unseres Lebens. Unser Rat an alle Neo-Gründer: Einfach Tun!“, ermutigt Ertl. www.winecycletours.com

 

Ein Online-Bauernmarkt will hoch hinaus

Sieger Handel: myProduct.at liefert lokale Produkte nach Hause. Corona ließ die Nachfrage steigen

Sie gilt als eine der Branchen, die wohl am meisten von der Corona-Krise profitiert haben: der Online-Handel. Vor allem die Nachfrage nach regionalen Produkten ist in den vergangenen Monaten während des Lockdowns stark gestiegen. Das stellte manch kleinen, regionalen Betrieb vor Probleme in der Logistik und Organisation von  Bestellungen und Versand – denn nicht jeder Einzelunternehmer kann einen  eigenen Online-Shop aufweisen.
 Die Plattform myProduct.at kümmert sich seit ihrer Gründung 2009 um  die komplette Bestell-, Versand- und Retourenabwicklung für regionale Kleinproduzenten:  „Wir sind quasi ein Online-Bauernmarkt für Produkte aus der Region, die Schnittstelle zwischen Konsument und Produzent. Für den Produzenten bleibt so  mehr Zeit für sein tägliches Kerngeschäft, er kann schnell auf steigende  Nachfrage reagieren, und wir kümmern uns darum, dass die Produkte ihren Weg zu den Kunden finden“, erklärt Gründer Rainer Neuwirth das Konzept.
Um auf die coronabedingte starke Nachfrage reagieren zu können,  wurde in Amstetten auf rund 2.000 Quadratmetern ein eigenes Lager und eine Kommissionierung aufgebaut, wo sämtliche Bestellungen digital abgewickelt werden. Fünf Mitarbeiter vor Ort zählt die Firma derzeit; sie kümmern sich darum, dass täglich  hunderte Bestellungen bei den Kundinnen und Kunden in Österreich und Deutschland landen.
Vielfalt aus der Region: Aus ganz Österreich sind rund  500 ausgewählte österreichische Produzenten dabei mit über 8.000 Produkten: vom frisch gepressten Bio-Birnensaft und der Brotbackmischung aus dem Mostviertel über das Craft Bier aus dem Waldviertel bis hin zum Grünen Veltliner aus der Wachau. 
Aber nicht nur Lebensmittel, auch regional produzierte Hygiene- und Kosmetikartikel, Bekleidung und Mode sowie Bücher, Schreibwaren und Geschenkartikel findet man im Online-Shop – allesamt von hochwertigen, regionalen Produzenten. Und sogar den Christbaum kann man sich bei myProduct.at bestellen und nach Hause liefern lassen – direkt aus dem Waldviertel. Geliefert  wird gratis ab einem Bestellwert von 29,90 Euro.
Hungrige Studenten: Die Geschichte von myProduct.at begann 2009 am Campus der FH Wieselburg: Die drei Studenten Rainer Neuwirth, Michael Schruef und  Thomas Posche hatten die Idee aus der eigenen Not heraus: „Wir alle haben Wurzeln in der Landwirtschaft. Die Köstlichkeiten unserer Eltern gab es natürlich nicht nebenan im Supermarkt zu kaufen und einen eigenen Online-Shop hatte damals noch niemand. Uns hungrigen Studenten gingen die Vorräte von den Eltern immer zu schnell aus. Das wollten wir ändern“, erinnert sich Neuwirth lachend.
Aus den drei Studenten sind mittlerweile drei Geschäftsmänner geworden, ihr Ziel ist klar definiert: „Wir wollen in Europa die Nummer eins Bestell- und Informationsplattform für nachhaltigen und authentischen Einkauf direkt beim Produzenten werden“, erklärt Neuwirth selbstsicher. www.myproduct.at

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