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Chronik Wien Wien intern
09/23/2021

Stadtgartendirektor will keine Bäume, schon gar nicht daheim

Um die geplante Fußgängerzone in der Servitengasse gibt es aktuell viel Streit.

von Stefanie Rachbauer

Die Idee, den Verkehr in der Servitengasse zu beruhigen, die gibt es seit eineinhalb Jahren. Konkret geht es darum, die Gasse in eine Fußgängerzone umzubauen. Was bisher fehlt, sind Detailplanungen.

Die zuständigen Dienststellen im Magistrat hätten am Mittwoch damit beauftragt werden sollen. Doch der dafür nötige Antrag der SPÖ scheiterte im Bezirksparlament – und zwar ausgerechnet an den Grünen.

Das dürfte einen nicht ganz unbekannten Bewohner der Gasse freuen: Stadtgartendirektor Rainer Weisgram.

In Kommission verschoben

Laut Antrag sieht das Projekt im Groben so aus: Der südliche Teil der Servitengasse und ein Teil der Grünentorgasse werden zur Fußgängerzone, ein weiterer Abschnitt der Grünentorgasse wird fußgängerfreundlich gestaltet.

Weiters sind Bäume, eine niveaugleiche Straßenoberfläche und Bänke geplant.All das war auch in einem Plan dargestellt. Das Problem: Die Grünen hätten den Plan „erst zwei Stunden vor der Sitzung“ erhalten, sagt Vize-Bezirkschefin Josefa Molitor-Ruckenbauer (Grüne).

Da der Plan aber die Referenz für alle weiteren Schritte sei, habe man diesen doch etwas genauer studieren wollen. Auf Betreiben der Grünen wurde der SPÖ-Antrag daher nicht abgestimmt, sondern der Verkehrskommission zugewiesen.

Die rote Bezirkschefin Saya Ahmad ist erzürnt: „Das ist eine Blockade, die uns fünf Schritte zurückwirft.“ Nächstes Jahr hätte man bauen wollen, das Projekt werde sich nun jedenfalls verzögern.

Parkplatz-Freund

Womit wir beim erfreuten Stadtgartendirektor wären: Er hat sich, wie zu hören ist, massiv dagegen gewehrt, dass die Gasse fußgängerfreundlicher und grüner werden soll.

Im Gegenzug werden nämlich alle Parkplätze gestrichen. Und das schmeckt Weisgram – beruflich immerhin Herr über alle Parks und Gärten der Stadt – offenbar so gar nicht.

Ein derart dürftiges Engagement für Bäume zeigte der oberste Gärtner übrigens auch schon bei einem anderen Projekt: Die Rodung von Hunderten Bäumen beim U-Bahn-Bau soll er einfach hingenommen haben. 

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