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Chronik Wien
06/22/2021

Wiederkehr verteidigt Personalkürzungen an Pflichtschulen

Zuletzt gab es massiven Widerstand gegen die geplante Ressourcen-Verteilung im kommenden Schuljahr. Stadtrt spricht von nötigen Reformen.

von Teresa Sturm, Josef Gebhard

Der Druck war zu groß geworden: Zuletzt wurde bekannt, dass zahlreiche Pflichtschulen in Wien im kommenden Jahr mit deutlich weniger Personal auskommen müssen, weshalb Lehrer und Gewerkschaften auf die Barrikaden stiegen (der KURIER berichtete). Deshalb luden Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) und Bildungsdirektor Heinrich Himmer am Dienstag zu einer eilig einberufenen Pressekonferenz, um die geplanten Umstrukturierungen zu verteidigen.

"Es gibt Schulstandorte, an denen Unzufriedenheit herrscht", sagt Wiederkehr. "Ich habe auch Verständnis dafür. Aber es handelt sich hier um eine Reform, die wichtig ist." Eine der Grundgedanken hinter der Reform ist es, dass jene Schulen, deren Kinder besondere Defizite haben, künftig mehr Ressoucen bekommen sollen. Die Verteilung der Mittel soll viel transparenter und nachvollziebarer sein als bisher, die Schulleitungen mehr Entscheidungsfreiheit darüber haben, wie sie die Mittel einsetzen.

Da jedoch insgesamt nicht mehr Ressoucen zur Verfügung stehen, kommt es nun zu Umschichtungen, die auf Kosten mancher Standorte geht. "Wir werden alle Standorte begleiten, die vor dieser Herausforderung stehen", betont Himmer. Man würde niemanden alleine lassen. Er weist zurück, dass man einsparen würde. Es gäbe zusätzliche Mittel, zudem gäbe es mehr Lehrerinnen und Lehrer.

 

 

Bildungsdirektor Himmer will dreimonatige Probezeit für Junglehrer

Laut Himmer würde bei den Mittelschulen grob 50 Prozent mehr Mittel und 50 Prozent weniger bekommen. Manchmal würde ein vermeintliches Minus aber aufgrund der geschrumpften Klassenzahl ein Plus bedeuten.

Die Stadt Wien würde so viel Mittel wie noch nie in die Hand nehmen, sagt auch Wiederkehr. So würde auch zusätzliches Lehrpersonal finanziert werden. Das neue System würde Schulleitungen erstmals die Möglichkeit geben, zu wissen, welche Ressourcen man warum bekommt. „Wenn die Klassengröße größer ist, bekommt die Schule auch mehr Ressourcen“, erklärt Wiederkehr. Das soll auch mehr Transparenz bringen.

Der Bildungsstadtrat fordert vom Bund, weiter Förderstunden zur Verfügung zu stellen.

Kriterien für die Mittelverteilung sind die jeweiligen Schülerzahlen, nach dem sich das sogenannte Basiskontingent richtet. Zuschläge gibt es für diverse Mehrleistungen, etwa Deutsch-Förderung. Mehr Ressoucen gibt es auch für Schulen, die in den Erhebungen des Bildungsstandards schlecht abgeschnitten haben oder die besondere pädagogische Projekte betreiben.

Grüne Kritik

Die Umverteilung an den Schulen sorgt auch bei den Grünen für Empörung: "Obwohl die Bundesregierung dank grüner Regierungsbeteiligung dem Land Wien mehr Mittel für die Bildungseinrichtungen zur Verfügung stellt, gibt es in Wien zahlreiche Kürzungen an den Schulen", sagt  Die Grünen Wien erhalten aktuell unzählige Mails und Anrufe, wonach Schulen, die mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind, von ebenso starken Kürzungen betroffen wie alle anderen auch.

"Die selbsternannte Bildungspartei der Neos hat sich also im Rekordtempo umentschieden: Aus Flügel heben wurde Flügel stutzen“, so Stadträtin Judith Pühringer. Es gebeKürzungen in vielen Bereichen, vor allem auch im Inklusions- und Integrationsbereich. "Viele Schulen wissen nicht mehr, wie sie ihre reformpädagogischen Projekte weiterführen sollen. Die Direktoren stehen verzweifelt da und müssen teils Lehrer kürzen und Projekte aufgeben. Auch in sogenannten Brennpunktschulen ist das der Fall."

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