© Kurier/Jeff Mangione

Chronik Wien
06/22/2021

Warum die Corona-Zahlen in Wien höher sind

Die Stadt setzt deutlich mehr PCR-Tests ein als andere Bundesländer. Dadurch werden mehr Fälle entdeckt

von Josef Gebhard

Angesichts bundesweit extrem niedriger Infektionszahlen ist es eine eher akademische Debatte. Dennoch bricht nun einmal mehr eine Diskussion um die regionalen Unterschiede in der Covid-Statistik aus. Im Fokus steht einmal mehr Wien, wo aktuell mehr Infizierte erfasst werden als in den restlichen Bundesländern.

Laut Daten der Ages (Stand: Montag Nachmittag) liegt die 7-Tages-Inzidenz in der Bundeshauptstadt bei 24,9. Zum Vergleich: Im Österreich-Schnitt beträgt sie 11,7, das Bundesland mit der niedrigsten Inzidenz ist derzeit die Steiermark mit 4,7.

Eine Erklärung: „Wir machen viel mehr PCR-Tests als die anderen Bundesländer“, sagt ein Sprecher von Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). 86 Prozent aller in Österreich durchgeführten Tests mit dieser besonders genauen Methode würden aktuell in Wien erfolgen. Das hat vor allem mit dem Projekt „Alles gurgelt“ zu tun, das es jedem Wiener ermöglicht, kostenlos und bequem zu Hause seinen Status zu überprüfen.

Anders als mit den Antigen-Schnelltests können mit dem PCR-Test bereits Infizierte aufgespürt werden, die noch keine Symptome haben. Sprich: Es werden in Wien viel mehr versteckte Fälle entdeckt als anderswo.

Zuletzt hatte Hacker gefordert, dass auch die anderen Bundesländer stärker auf PCR-Tests setzen, weil mit ihnen auch die Art der Virus-Variante abgeklärt werden kann.

Dass bis dato die meisten Fälle der hochansteckenden Delta-Variante in Wien entdeckt wurden, muss aber nicht nur mit den Tests zusammenhängen: „Die Mobilität der Wiener ist höher“, sagt Molekularbiologe Ulrich Elling. Das würde die Verbreitung begünstigen. Hinzu kommt: „Viele der Delta-Fälle sind immer noch reiseassoziiert, und der internationale Flughafen ist nahe bei Wien.“

Stadt berät Verschärfung

Wien hatte zuletzt angesichts der globalen Ausbreitung der Delta-Variante die von der Bundesregierung verkündeten umfassenden Lockerungsschritte scharf kritisiert. „Wir müssen verhindern, dass es eine ähnliche Situation gibt wie im Vorjahr, als man unbeschwert den Sommer genießen konnte, aber im Herbst dann doch wieder viele Maßnahmen zurücknehmen musste“, sagt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

STELLUNGNAHME BGM. LUDWIG VOR WIENER SPÖ-PARTEIGREMIEN

Bis zum Ferienbeginn in zwei Wochen will er nach Rücksprache mit Experten klären, ob Wien im Alleingang schärfere Maßnahmen setzt. Im Raum stand zuletzt etwa, dass nur Geimpfte und Genesene Clubs und Diskotheken betreten dürfen.

Ludwig kritisiert, dass die Landeshauptleute im Vorfeld der jüngsten Entscheidungen des Bundes nicht eingebunden waren: Dies geschehe immer nur dann, wenn es restriktive Maßnahmen zu verkünden gebe. Wenn bei einer Pressekonferenz neben der Bundesregierung Landeshauptleute stünden, „dann wird es ernst“.

 

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