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Chronik Wien
12/30/2020

Wer Birgit Hebein als Wiener Grünen-Chefin nachfolgen könnte

Der Wettkampf um die Parteiführung ist eröffnet: Der neue Chef könnte gar nicht aus Wien kommen – sondern aus dem Bund.

von Stefanie Rachbauer

Um exakt 9.19 Uhr wusste es der grüne Rathausklub. 32 Minuten später war es öffentlich: Birgit Hebein wird im Jänner vorzeitig als Parteichefin der Wiener Grünen zurücktreten.

Das gab sie am Mittwoch – erst in einem internen Mail, dann via Facebook – bekannt. „Jetzt ist es Zeit, wieder klar zu denken und nach vorne zu blicken“, schreibt Hebein.

Die 53-Jährige zieht damit den Schlussstrich unter die heftigen interne Querelen, die sich an ihrer Person entzündet haben und nach dem Rauswurf der Grünen aus der Stadtregierung aufgelodert sind. Die Zeit der Kämpfe dürfte für die Grünen aber nicht vorbei sein.

Die Funktion der Parteichefin war Hebein geblieben, nachdem sie Mitte November bei der Verteilung der grünen Ämter im Rathaus leer ausgegangen war.

Stattdessen teilten sich Peter Kraus, Judith Pühringer und David Ellensohn die Posten der nicht amtsführenden Stadträte und den Klubvorsitz auf. Hebein verzichtete daraufhin auch auf ihr einfaches Mandat.

Rückzug auf Raten

Als Parteichefin wollte sie sich zuerst nicht zurückziehen – bis Ende der Funktionsperiode im Dezember 2021 bleiben aber auch nicht: Bereits Ende November deutete Hebein einen vorzeitigen Abschied an.

Und dieser ist nun gekommen: „Ohne Vertrauen des Klubs kann ich der Aufgabe nicht gerecht werden, die gesamte Landespartei zu vertreten“, verkündete die frühere Vizebürgermeisterin.

Wahl durch Mitglieder

Bis Hebeins Nachfolge geklärt ist, wird Parteisekretär Peter Kristöfel interimistischer Parteichef. Er hatte diese Aufgabe schon einmal inne – allerdings unter einer anderen Bezeichnung: Kristöfel war im Jahr 2018 Joachim Kovacs als Landessprecher nachgefolgt.

++ HANDOUT ++ WIENER GRÜNE - PETER KRISTÖFEL NEUER LANDESSPRECHER

Die neue Führung soll spätestens im Juni auf der Landesversammlung von den Mitgliedern gewählt werden.

Die genauen Modalitäten dafür sind noch offen. Fix ist aber: Ein langwieriges Prozedere wie bei der Spitzenwahl 2018 (die Hebein zur Spitzenkandidatin bei der Wien-Wahl machte) wird es laut einem Sprecher nicht geben.

Wie aus Parteikreisen zu hören ist, könnten Hearings abgehalten werden.

Wettrennen eröffnet

Mit Hebeins Ankündigung, die Parteispitze zu verlassen, ist der Startschuss für das Wettrennen um ihre Nachfolge nun definitiv gefallen. Zum Kreis der Interessenten gehören wohl Klubchef David Ellensohn und Stadtrat Peter Kraus, die Hebein im Kampf um Maria Vassilakous Erbe im Jahr 2018 unterlagen.

2. Wiener Gemeinderatssitzung

Kraus könnte sich dem Vernehmen nach schon bald aus der Deckung wagen und seine Kandidatur bekannt geben. Auch Amtskollegin Judith Pühringer könnte Chancen haben.

Vorbild ÖVP

Diskutiert wird offenbar aber auch eine andere Variante: Der nächste Parteichef könnte demnach gar nicht aus der Landespartei stammen – sondern aus der Bundespolitik. Bei der ÖVP funktioniere die Lösung mit Gernot Blümel als Minister und Wiener Parteichef gut, sagt ein grüner Insider.

Und dann gibt es noch die grünen Bezirke: Einer, der als möglicher Hebein-Nachfolger genannt wird, ist der Neubauer Bezirkschef Markus Reiter. Er winkt jedoch ab: „Ich konzentriere mich auf die wichtige Rolle des Gestaltens im 7. Bezirk.“

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