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© APA/HERBERT PFARRHOFER / HERBERT PFARRHOFER

Chronik Wien
09/21/2020

Illegales Pokerlokal in Wien-Landstraße ausgehoben

Die Beamten sollen dort auch einen Drogenbunker gefunden haben.

Vor wenigen Tagen stürmte die Finanzpolizei gemeinsam mit der Bereitschaftseinheit sowie der Diensthundeeinheit der Polizei gegen 22 Uhr ein illegales Pokerlokal in einem Kellerlokal in Wien-Landstraße. Anlass für die Razzia waren gleich mehrere detaillierte Anzeigen über illegale Pokerspiele und Drogenverkauf und –konsum. Zudem beschwerten sich die Hausbewohner über fremde Personen und Drogengeruch im ganzen Haus.

Die Kontrolle war ein Volltreffer: Das Lokal entpuppte sich als illegaler Pokerkeller sowie Drogenumschlagplatz und die Beamten stießen vor Ort auf die illegalen Betreiber, auf vier Spieler, auf Drogen und auf vermutlich gezinkte Karten. Die Monatseinkünfte aus den kriminellen Machenschaften dürften sich im fünfstelligen Euro Bereich bewegt haben, heißt es in einer Aussendung des Bundeskriminalamts am Montag.

Tür aufgebrochen

Die Betreiber weigerten sich laut Kriminalamt, die Türe zu öffnen - deswegen verschafften sich die Beamten mithilfe eines Schlossers gewaltsam Zutritt. Nach Betreten des Lokals verhielten sich die Anwesenden gegenüber den Beamten "nach kurzem Bellen der Diensthunde jedoch rasch kooperativer", berichtet das Bundeskriminalamt.

In dem Kellerlokal offenbarte sich "ein seltener Fund": Die gesamten Räume waren zu einem illegalen Pokerlokal ausgebaut und als solches betrieben worden. Die Spieler wurden entweder beim Eingang von Aufpassern abgeholt oder verschafften sich Zutritt, indem sie einen Geheimcode in ein elektronisches Schloss eingaben.

In dem illegalen Spielsalon, der seit dem Sommer in Betrieb war, stellten die Behörden zwei illegale Pokertische, Kartenmischgeräte, Drop Boxen, Hunderte Chips und möglicherweise mit unsichtbarer Tinte gezinkte Karten sicher.

Verbot zum Jahreswechsel

Zusätzlich wurde ein illegaler Sportwettenautomat aus dem Verkehr gezogen. Vor Ort stießen die Kontrolleure auf vier Spieler, einen Aufpasser sowie auf die beiden Organisatoren, einen 27-jährigen Mann mit österreichischer Staatsbürgerschaft sowie einen 47-jährigen Dänen. Der österreichische Staatsbürger hatte auf seiner Facebookseite ungeniert Werbung für das illegale Pokerspiel gemacht und dabei Cashgames und Turniere angekündigt.

Wie der KURIER berichtete, sind solche Cardrooms seit Jänner verboten - es wurde bereits damals befürchtet, dass viele Spieler in die Illegalität abwandern könnten. Die einzige legale Alternative sind die Casinos Austria. Sie betreiben aber weit weniger Pokertische, außerdem haben viele in der Szene aus verschiedenen Gründen dort Hausverbot.

Auch in dem Fall in Wien-Landstraße dürfte zumindest ein Verdächtiger der Finanz schon bekannt gewesen sein: "Der Däne war der Finanzverwaltung bereits bestens als Steuer-U-Boot bekannt", heißt es in der Aussendung.

Beide Verdächtigen betrieben zuvor ein illegales Spiellokal in Rudolfsheim-Fünfhaus, das die Finanzpolizei im Frühjahr ausgehoben hatte. Die Beteiligten beziehen allesamt in Wien Notstandshilfe oder Arbeitslosengeld.

Die Diensthunde der Polizei fanden außerdem einen vermutlichen Drogenbunker, dieser war zum Zeitpunkt der Kontrolle allerdings leer. Den Ermittlungen zufolge sollen dort Crystal Meth, Kokain und Haschisch gebunkert worden sein.

Seitens der Finanzpolizei erfolgten gegen die Hintermänner Anzeigen wegen illegalen Glücksspiels, Steuern- und Abgabenhinterziehung und wegen Sozialbetrugs. Die Strafe aufgrund der Verstöße gegen das Glücksspielgesetz beträgt 30.000 Euro und das Finanzamt stellt nun die Höhe der Steuernachforderungen fest.

Die beiden Hintermänner erwarten nun zudem Rückforderungen der zu Unrecht beim AMS bezogenen Leistungen. Dazu kommen Ermittlungen des Landeskriminalamts bezüglich der Drogen.

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