Die Pflichtschullehrer wollten keinen MNS tragen.

© APA/BARBARA GINDL

Chronik Wien
01/20/2021

Drei Wiener Lehrer suspendiert, weil sie Masken verweigerten

Alle drei Pädagogen unterrichteten an der Lernwerkstatt Brigittenau. Vor Weihnachten wurden sie außer Dienst gestellt.

von Bernhard Ichner, Petra Stacher, Katharina Zach, Michael Pekovics, Anja Kröll, Matthias Nagl

Was Verstöße gegen die Covid-19-Schutzbestimmungen betrifft, greift die Wiener Schulbehörde hart durch: Gleich drei Pflichtschullehrer wurden vor Kurzem suspendiert, weil sie sich geweigert hatten, im Unterricht Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Wie ein KURIER-Rundruf in den Bildungsdirektionen aller Bundesländer ergab, handelt es sich bundesweit um die ersten Disziplinarentscheidungen dieser Strenge. Besonders auffällig ist daher, dass alle drei Pädagogen an derselben Wiener Schule tätig waren. Und zwar an der Lernwerkstatt Brigittenau, einer öffentlichen Ganztagsschule für 6- bis 15-Jährige.

Wie der KURIER aus Elternkreisen erfuhr, wurden die drei Lehrer, die sich trotz Intervention der Schulleitung konsequent geweigert hatten, im Schulgebäude Mund-Nasen-Schutz zu tragen, bereits vor Weihnachten außer Dienst gestellt. Sie dürften einander aufgestachelt bzw. bestätigt haben. Eine Lehrerin soll es in einem Contra-Masken-Video auf Youtube regelrecht auf eine Konfrontation mit der Direktion angelegt haben.

In einem der drei Fälle könnte es einen Einspruch beim Landesverwaltungsgericht geben.

FPÖ ortet Maulkorb

In Elternkreisen wird gemutmaßt, dass die Pädagogen gegenüber Schülern auch andere Corona-Schutzmaßnahmen infrage gestellt haben könnten. Seitens der Bildungsdirektion will man das aber nicht bestätigen. Um ein Widerstandsnest handle es sich bei der Lernwerkstatt Brigittenau jedenfalls nicht. Das restliche Lehrpersonal verhalte sich punkto Corona rechtskonform.

Kritik an den Suspendierungen kommt von der Wiener FPÖ. Die Disziplinarmaßnahmen „gehören rückgängig gemacht, nachdem auch die erste Verordnung zu Mund-Nasen-Schutz an Schulen verfassungswidrig war“, meint Stadtparteichef Dominik Nepp. Lehrern dürfe kein Maulkorb umgebunden werden.

Abgesehen von den drei Suspendierungen gab es in Wien mehrere Fälle, in denen Schulleiter klärende Gespräche mit renitenten Lehrern führen mussten. Genauso verhält es sich in Niederösterreich, wo bis dato drei schriftliche Weisungen an Pädagogen ergingen. Und auch in Kärnten gab es bereits drei Ermahnungen für Masken-Verweigerer.

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