Das Eurovision Village am Rathausplatz nimmt Gestalt an
Ein australischer Tourist bleibt wegen des enormen Medienrummels vor dem Wiener Rathaus stehen. „Kommt da jetzt einer von den Musikstars?“, fragt er. Mit der Antwort, dass alle auf einen Politiker, nämlich Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) warten, hat er offensichtlich nicht gerechnet. „Na, der muss ja ein wichtiger Mann sein“, sagt er, bevor er allen für den anstehenden Eurovision Song Contest, viel Spaß wünscht.
Ludwig ist quasi Hausherr des Eurovision Village, das ab Sonntag am Wiener Rathausplatz eröffnet. Am Freitag ist er mit ORF-Chefin Ingrid Thurnher – und eben einer beträchtlichen Anzahl an Medienvertretern – auf Stippvisite.
300 Menschen seien derzeit Tag und Nacht im Einsatz, um die 70.000 Quadratmeter ESC-fit zu machen, erzählt Ludwig. Aufgebaut werden unter anderem eine Bühne und diverse Gastrostände – von Figlmüller bis Ottakringer –, denn „ohne Kulinarik geht in Wien nichts“, wie der Bürgermeister anmerkt.
Neben der Übertragung der beiden Halbfinali am 12. und 14. Mai und des Finales am 16. Mai gibt es täglich Programm, darunter Auftritte aktueller ESC-Teilnehmerinnen und Teilnehmer, internationale Acts aus dem Eurodance- und Popbereich (etwa Haddaway und Alcazar, eine Mode-Show, Live-Karikaturen oder ein ESC-Quiz.
Opening Ceremony am Sonntag
Ein Highlight ist auch die Opening Ceremony, die am Sonntag den offiziellen Auftakt der ESC-Woche markiert. Es ist der einzige gemeinsame Auftritt aller 35 Delegationen, der Einzug verläuft vom Burgtheater zum Rathaus. Ab 17 Uhr wird die Veranstaltung auch live auf ORF 1 übertragen. Sicherheit ist ein großes Thema. Schon am Freitag dürfen nur akkreditierte Personen auf das Gelände. Ab Sonntag steht er allen Gästen offen. Der Eintritt ist aber ausschließlich über vier kontrollierte Zugänge möglich. Es werden Personen- und Taschenkontrollen durchgeführt. Taschen sind beim Opening und beim Finale gar nicht erlaubt. Täglich dürfen bis zu 15.000 Menschen auf das Gelände, an Showtagen sogar 30.000 (inklusive Ringbereich).
Gratis Eintritt
Der Eintritt ist frei. „Wir wollen Kultur für alle ermöglichen, ohne wirtschaftliche Barrieren“, so Ludwig. „Auch sonst gibt es keine Barrieren“. Damit verweist er auf die Maßnahmen zur Inklusion. Es gibt etwa eine Rollstuhlplattform mit rund 50 Plätzen, eine vorgelagerte Induktionsschleife für Menschen mit Hörbeeinträchtigung und eine n Safer-Space- Bereich für Reizentlastung neurodivergenter Personen.
Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. „Ich möchte hier vor allen etwas einfordern“, sagt Thurnher zu Ludwig. „Sie haben mir versprochen, dass Sie für gutes Wetter sorgen werden.“ Wenn der Australier von dieser Allmacht des Gastgebers hören würde, wäre ihm einiges klar.
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