Chronik | Wien 06.03.2013

Abgetrenntes Genital: Kein Fremdverschulden?

Der Mann gab an, auf scharfen Gegenstand gestürzt zu sein - DNA-Abgleich soll letzte Gewissheit bringen.

Ein Mann, der am 23. Februar mit abgetrenntem Genital in ein Wiener Krankenhaus gebracht worden war, hat sich die Verstümmelungen offenbar selbst zugefügt. "Er hat gesagt, dass er auf einen scharfen Gegenstand gestürzt ist und sich an nichts mehr erinnern kann", bestätigte Polizeisprecher Roman Hahslinger am Mittwoch entsprechende Medienberichte der vergangenen Tage. Ein DNA-Abgleich soll nun letzte Gewissheit bringen, dass Fremdverschulden wirklich auszuschließen ist. Die Ergebnisse dieses Tests lagen am Mittwoch aber noch nicht vor.

Alkohol und Medikamente

Die Ermittler schenken den Aussagen des 33-jährigen Polen durchaus Glauben: Er soll täglich mehrere Flaschen hochprozentiger alkoholischer Getränke konsumieren und dazu Medikamente nehmen. Er war in verwirrtem Zustand ins Spital eingeliefert worden. Erst bei der Untersuchung des leicht blutbeschmierten und unter Alkohol- sowie Medikamenteneinfluss stehenden Patienten entdeckte das Krankenhauspersonal die abgetrennten Weichteile. Penis und Hoden waren mit einem durchgezogenen Schnitt mit einer scharfen Klinge vollständig abgetrennt worden. Der 33-Jährige wurde notoperiert.

Als Ort des Geschehens hat die Polizei ein öffentliches Klo vor dem Gasometer in der Rosa-Fischer-Gasse ermittelt. Die Wände waren blutverschmiert und am Boden wurden mehrere Einwegrasierklingen sowie Teile des abgetrennten Genitals gefunden. Dieses hätte nicht mehr wieder angenäht werden können, dafür sei es schon zu spät gewesen.

( APA ) Erstellt am 06.03.2013