Ein Jänner der Kälterekorde, jetzt kommt noch einmal Schnee

Zwei Personen gehen auf einer schneebedeckten Treppe entlang.
Es war deutlich zu kalt in Österreich. In den letzten Jännertagen bleibt es wechselhaft - Neuschnee inklusive.

Zusammenfassung

  • 2025 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, mit deutlichen Temperaturabweichungen besonders in den Bergen.
  • Der Jänner 2026 war im österreichischen Tiefland deutlich zu kalt, mit neuen Kälterekorden und Abweichungen von bis zu -2,2 Grad gegenüber dem Mittel 1991–2020.
  • Für die letzten Jännertage werden Schnee, Regen und regional trübes Wetter mit Glättegefahr erwartet, während im Westen Sonne prognostiziert wird.

2025 endete als das drittwärmste Jahr, seit es Aufzeichnungen gibt, nur 2023 und 2024 lagen noch darüber. In den vergangenen drei Jahren lagen die Temperaturen weltweit um 1,5 Grad über dem Durchschnitt des vorindustriellen Zeitalters, dafür gilt als Grenze gemeinhin das Jahr 1850. 

Der Dezember 2025 bildete keine Ausnahme: Die Auswertung der Geosphere Austria für Österreich zeigt:

  • Im Tiefland war er vergleichen mit dem Mittelwert von 1961 bis 1990 um 2 Grad zu warm, verglichen mit der Durchschnitt 1991 bis 2020 um 0,9 Grad.
  • In den Bergen  fiel die Abweichung noch deutlicher aus: Verglichen mit 1961 bis 1990 war es um 4,5 Grad zu warm, verglichen mit 1991 bis 2020 um 2,6 Grad.

Doch 2026 fühlt sich bisher anders an: In den vergangen Tagen und Wochen schlugen die Tiefstwerte Purzelbäume.

Liebenau-Gugu im Mühviertel (Oberösterreich) und Schwarzau im Freiwald (Bezirk Gmünd in Niederösterreich) lieferten sich zur Monatsmitte Duelle, wer es denn am frostigsten könne: Am 12. Jänner etwa stellten die beiden Orte mit minus 29 Grad bzw. minus 28,4 Grad Kälterekorde auf.

Der Jänner 2026 war deutlich zu kalt

Der erste Monat des Jahres war aber nicht nur gefühlt zu kalt, sondern tatsächlich. "Aktuell verzeichnen wir eine Abweichung von 1,4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel", beschreibt Meteorologe Steffen Dietz vom Wetterdienst Ubimet.

Gegenüber der Periode 1991 bis 2020 war der Jänner 2026 bisher also über das gesamte Bundesgebiet gerechnet um 1,4 Grad kälter als es durchschittlich üblich wäre.

Im Tal zu kalt, durchschnittlich am Berg 

"Es fällt aber auf, dass die Abweichungen im Flachland noch größer sind", betont Dietz. Das zeigt sich anhand einiger Beispiele:

  • Wien - 2,2 Grad kälter als im langjährigen Mittel (1991 bis 2020)
  • Eisenstadt - 2 Grad kälter als im langjährigen Mittel
  • Graz - 1,9 Grad kälter als im langjährigen Mittel

Auf den Bergen dagegen lag die Abweichung nur bei 0,3 Grad. Das habe mit der Wetterlage zu tun: In den Niederungen hielt sich oft zäher Nebel, deshalb sammelte sich die kalte Luft auch tagsüber.

Doch ein weiterer Punkt ist auffallend: Verglichen mit jener Periode, die noch nicht so stark vom Klimawandel geprägt war, liegt der Jänner 2026 völlig in der Norm.

Gegenüber dem Mittelwert von 1961 bis 1990 gibt es nämlich keinerlei Abweichung. "Der Jänner kommt uns kalt vor, weil wir solche Temperaturen gar nicht mehr gewöhnt sind", überlegt Dietz. Ähnlich kalt wie heuer war es nur noch im Jänner 2010 und 2017.

Ausblick auf die letzten Jännertage

Doch noch ist der Jänner nicht vorbei - was steht wettertechnisch für seine letzten paar Tage an? Am Donnerstag jedenfalls einmal Niederschlag in ganz Österreich; wo es kalt genug dafür ist, in Form von Schnee.

Schon in der Nacht zum Donnerstag nähern sich ein Italientief sowie kältere Luft aus Nordwesten. Von Vorarlberg bis Niederösterreich werden geringe Neuschneemengen erwartet, ein bis zwei Zentimeter dürften bis Donnerstagfrüh zusammenkommen, schätzt Meteorologe Dietz.

Nebel da, Sonne dort

Von Wien bis Mittelburgenland regnet es anfangs, im Lauf des Tages kann es auch hier dann leicht zu schneien beginnen. 

Der Rest der Woche ist geprägt von trübem Wetter mit Nebel und Hochnebel im Osten inklusive Glättegefahr auf den Straßen. Von Vorarlberg bis in die Obersteiermark wird dagegen Sonne prognostiziert.

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