Umgestürzter Baum in Munderfing, Oberösterreich.

© APA/EPA/MANFRED FESL

Sturmtief Gonzalo
10/22/2014

Abgedeckte Dächer, Stromausfälle und Staus

Rund 1000 Mal rückte die Feuerwehr in der Nacht auf Mittwoch aus. Keine Verletzten, jedoch erhebliche Sachschäden.

Sturm "Gonzalo" ist in der Nacht auf Mittwoch mit teilweise über 150 km/h über Österreich gefegt. Am Sonnwendstein am Semmering erreichte er eine Spitze von 155 km/h, am Buchberg waren es 151 km/h. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sind damit die heftigsten Böen zwar vorüber, der Wind bleibt aber kräftig bis stürmig. Bis Freitagfrüh kann es an der Alpennordseite stark regnen und oberhalb von 700 bis 1.300 Meter schneien, vereinzelt auch auf 500 Meter herab.

Insgesamt 24 Wetterstationen verzeichneten bis Mittwoch 9.00 Uhr Windspitzen über 100 km/h, an 55 Stationen wurden laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) über 90 km/h gemessen.

Über die Jubiläumswarte in Wien zog "Gonzalo" mit 125 km/h, am Innsbrucker Flughafen erreichte er eine Geschwindigkeit von 122 Stundenkilometer. Die dritte Landeshauptstadt mit über 100 km/h war St. Pölten, hier wurden beim Landhaus 105 km/h verzeichnet.

Den Oktober-Windrekord in Österreich hält übrigens die Station am Salzburger Sonnblick auf 3.109 Meter Seehöhe. Hier wurden im Jahr 2000 233 km/h gemessen. "Gonzalo" fegte in der Nacht lediglich mit 94 km/h über das Sonnblickobservatorium.

Stromausfälle

In Tirol wurden allein zwischen 22.00 Uhr und Mitternacht 130 Feuerwehreinsätze verzeichnet. Die Inntalautobahn musste zwischen Wattens und Wörgl kurzzeitig gesperrt werden. Die Stubaitalbahn konnte Mittwochfrüh zwischen Fulpmes und Kreith nicht verkehren. In Silz stürzte ein Baum auf ein Haus. Die stärksten Windböen wurden in Innsbruck mit 122 km/h gemessen. Personen kamen nicht zu Schaden, allerdings wurden zahlreiche Stromleitungen beschädigt. Laut ORF Tirol waren rund 30.000 Haushalte durchschnittlich eine dreiviertel Stunde lang von Stromausfällen betroffen. Am Mittwochmorgen waren noch rund 1.000 Stromkunden nicht versorgt.

Vorarlberg

Auch in Vorarlberg wurden zahlreiche Bäume entwurzelt, Häuser abgedeckt und Straßen unpassierbar gemacht. Insgesamt war die Feuerwehr 122 Mal im Einsatz und das seien nur jene Fahrten, die über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle beauftragt wurden, sagte Feuerwehreinsatzleiter Dietmar Pfanner.

Die meisten Einsätze waren im Rheintal und im Bregenzerwald zu verzeichnen gewesen, im Montafon und am Arlberg gab es hingegen nur je einmal Alarm. Unter anderem in Schruns (Bezirk Bludenz) und Doren (Bregenzerwald) waren Bäume auf Häuser gestürzt und hatten beträchtlichen Schaden angerichtet. Zudem hatten die heftigen Sturmböen Hausdächer abgedeckt. Weder Einsatzkräfte noch andere Personen wurden verletzt. Am

Größere Stromausfälle wie in Tirol hat es in Vorarlberg nicht gegeben. Bisher ist nur ein Fall aus Langen bei Bregenz bekannt. Dort seien die Haushalte aber nur kurzfristig ohne Strom gewesen, so Pfanner.

Die höchsten Geschwindigkeiten erreichte das Sturmtief "Gonzalo" mit 104 km/h in Sulzberg im Bregenzerwald. Am Rohrspitz bei Fußach (Bezirk Bregenz) wurden 99 km/h gemessen, in Laterns (Bezirk Bludenz) erreichten die Böen 92 km/h. Die vorhergesagten Schneemassen sind in Vorarlberg bisher ausgeblieben. Allerdings sei laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auch in der Nacht auf Donnerstag mit erneuten Niederschlägen und Schneefällen bis auf 800 Meter zu rechnen.

Schneekettenpflicht besteht indes auf der Arlbergstraße zwischen Langen am Arlberg und St. Anton in beiden Richtungen aufgrund von Schneeglätte. Ausgenommen sind nur Allradfahrzeuge, die bergwärts fahren. Mit dem ersten Wintereinbruch gesperrt wurde traditionell die Silvretta-Hochalpenstraße.

Salzburg

In Salzburg rissen Böen mit bis zu 100 km/h rissen zahlreiche Bäume um. Das Landesfeuerwehrkommando verzeichnete während der Nacht 106 Einsätze wegen Sturmschäden. Der überwiegende Teil davon betraf umgestürzte Bäume.

In mehreren Teilen des Bundeslandes kam es zu Stromausfällen, im Pinzgau wurden zwei Häuser abgedeckt und im Flachgau stürzte ein Gerüst um. Höher gelegene Orte waren am Mittwoch früh angezuckert (s. Bild unten), wirklich zum Thema dürfte der Schnee aber erst ab Nachmittag werden.

Schweren Schaden richtete der Sturm in Viehhofen im Salzburger Pinzgau an: Dort riss gegen 23.00 Uhr eine heftige Böe von einem Haus das komplette Dach weg und schleuderte dieses auf eine Trafostation und Stromleitung der Salzburg AG, wodurch es für zweieinhalb Stunden im ganzen Ort zu einem Stromausfall kam. Das Haus war zumindest vorerst nicht mehr bewohnbar, die beiden Bewohner wurden in eine Pension einquartiert. Laut Polizei dürfte an dem Gebäude Totalschaden entstanden sein. Bei einem Mehrparteienhaus wurde die Hälfte des Daches abgedeckt. Und in Straßwalchen (Flachgau) riss der Sturm ein vierstöckiges Baugerüst um. Acht Fahrzeuge wurden durch herabfallende Gerüstteile beschädigt.

Umgefallene Bäume haben auch die Stromversorgung für etliche Haushalte unterbrochen. Die 110-kV-Leitung zwischen Kaprun und Schwarzach sowie die 220-kV-Leitung zwischen St. Johann und Salzburg (beide von der Austrian Power Grid) sind ausgefallen, sagte der Sprecher der Salzburg AG, Sigi Kämmerer. Dadurch - und ebenfalls wegen umgestürzter Bäume - waren auch Leitungen der Salzburg Netz GmbH (eine 100-Prozent-Tochter der Salzburg AG) betroffen und im Pinzgau rund 400 Kunden ohne Strom, im Pongau waren es rund 150. Im Flachgau waren 40 Kunden betroffen und im Tennengau 26. Meldungen über Verletzungen lagen am Mittwochvormittag für das gesamte Bundesland nicht vor.

Kärnten

Rund 100 Einsätze hat "Gonzalo" auch den Kärntner Feuerwehren beschert. Am Mittwochvormittag waren immer noch rund 3.000 Haushalte ohne Strom, nachdem umstürzende Bäume zahlreiche Leitungen abgerissen hatten. In der Nacht waren in mehreren Bezirken insgesamt 8.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Reparaturtrupps hatten Probleme, zu den Einsatzorten zu gelangen, da viele Straßen wegen umgestürzter Bäume unpassierbar waren. Am Vormittag waren die meisten Hindernisse weggeräumt, lediglich die Straße in die Innerkrems im Bezirk Spittal und die Bleiburger Landesstraße im Bezirk Völkermarkt waren noch gesperrt. Der Sturm beschädigte einige Hausdächer, in Patergassen in der Gemeinde Ebene Reichenau (Bezirk Feldkirchen) rissen die Böen zwei Fichten um, die drei parkende Autos stark beschädigten (s. Bild unten). Meldungen über Verletzte gab es nicht.

Steiermark

In der Steiermark haben der heftige Wind und Regen für Stromausfälle durch umgestürzte Bäume gesorgt. Betroffen war vor allem das Oberland. In der Oststeiermark mussten Feuerwehren zu Auspumpeinsätzen ausrücken. Rund 1.500 Haushalte waren in der Früh ohne Strom, so die Energie Steiermark. Diese Zahl hat sich durch die Reparatureinsätze seither deutlich reduziert. Gesamt gab es in der Steiermark rund 200 aufzuarbeitende Schadstellen. Die Windspitzen waren vor allem auf den Bergen hoch. Am 1.445 Meter hohen Schöckel nördlich von Graz wurden 120 km/h gemessen, am Stoderzinken (2.048 Meter) nördlich von Gröbming (Bezirk Liezen) rund 140 km/h.

Die Berge der westlichen Obersteiermark und des oberen Murtals präsentierten sich in der Früh in einem winterlichen Kleid: Geschneit hatte es auf der Turracher Höhe, der Reiteralm und der Planai, der Tauplitz und der Planneralm und im oberen Murtal bis hin nach St. Peter am Kammersberg. Der 1.788 Meter hohe Sölkpass war wegen der Schneefälle gesperrt.

Behinderungen auf Westbahnstrecke

In Niederösterreich mussten die Feuerwehren zu insgesamt 150 Einsätzen ausrücken, besonders betroffen waren die Bezirke Amstetten, St. Pölten, Melk und Scheibbs. In Möllersdorf bei Traiskirchen wurde das komplette Dach eines Laufhauses abgedeckt und davon geweht (s. Bild unten). Dachteile blieben dann bei einem anderen Haus hängen. Das Augenmerk der Einsatzkräfte galt ansonsten vor allem umgestürzten und entwurzelten Bäumen, die auf Hausdächer, Stromleitungen und Straßen stürzten.

Zusätzlich mussten die Einsatzkräfte noch lose Plakatwände, Baugerüste, Dachziegel sowie umher fliegende Mistkübel sichern. In Gloggnitz wurden Sessel und Tische eines Cafe-Hauses verweht. In St. Georgen fiel ein entwurzelter Baum auf ein Hausdach.

In Möllersdorf (Bezirk Baden) hat der Sturm in der Nacht Fenster bersten lassen. Laut der örtlichen Feuerwehr passierte dies gegen 2.20 Uhr. Das Dach prallte mit derartiger Wucht gegen eine Wohnhausanlage auf der anderen Seite der B17, dass Fensterscheiben barsten und erhebliche Schäden an Vorbauten und Fassade entstanden. Neben dem dortigen Dach wurden auch mehrere Wohnungen im ersten Stock und im Erdgeschoß beschädigt. " Auch ein Auto wurde schwer beschädigt. Die Oberleitung der Wiener Lokalbahnen, über die das Dach ebenfalls geweht worden war, blieb intakt.

Nur eingleisigen Verkehr gab es am Mittwoch vorerst auf der Westbahnstrecke im Abschnitt Unterpurkersdorf - Neulengbach in Niederösterreich. Ein Baum war in die Oberleitung gestürzte, teilte ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf Anfrage mit. Er rechnete damit, dass die Schadensbehebung bis in die Mittagsstunden dauern werde. Für einige Züge wurde ein Schienenersatzverkehr mit Autobussen eingerichtet.

Unregelmäßigkeiten und Verspätungen gab es laut Seif auch auf der S-Bahn-Strecke in Wien. Zwischen Praterstern und Floridsdorf hatte ein Ast die Oberleitung beschädigt. Der Betrieb in diesem Abschnitt verlief in der Früh ebenfalls nur eingleisig.

Oberösterreich

In Oberösterreich wurden Dienstagabend erste Schäden gemeldet. Ein kleiner Wirbelsturm deckte in Neukirchen/Enknach, Bezirk Braunau, zwei Häuser ab. Auf der Mühlkreisautobahn (A7) blockierten zwischen Engerwitzdorf und Gallneukirchen umgestürzte Bäume den Verkehr. Auch auf der Pyhrn Autobahn (A9) kam es aufgrund von Sturmschäden zu Behinderungen. Der Strom war im Bereich zwischen dem Voralpenkreuz und Inzersdorf ausgefallen, wodurch auch Tunnelanlagen betroffen waren.

Burgenland

Das Burgenland blieb in der Nacht auf Mittwoch von massiven Schäden verschont. "Zum Glück", sagt eine Mitarbeiterin der Landessicherheitszentrale. Bis sieben Uhr früh waren sieben Feuerwehren im Einsatz. "Die Einsatzkräfte hatten vor allem mit Aufräum- und Pumparbeiten zu tun", heißt es aus der LSZ. Die Einsatzorte erstrecken sich übers ganze Land von Bad Sauerbrunn und Neudörfl im Norden, bis nach Deutsch Schützen, Güttenbach, Poppendorf und Heiligenkreuz. Sechs Einsätze dauerten auch am Vormittag noch an.

Wien

Auch in Wien gab es kaum nennenswerte Schäden. Die Feuerwehren mussten zu rund 100 Einsätzen ausrücken. Dabei handelte es sich hauptsächlich um die Entfernung geknickter Bäume. In Wien-Favoriten wurde ein Blechdach abgedeckt. In der Innenstadt erreichte der Sturm eine Geschwindigkeit von 102 km/h. Die Berufsfeuerwehr verbuchte "in etwa 100 zusätzliche Einsätze", sagte Sprecher Christian Feiler. Verletzt wurde beim Sturm in Wien niemand.

Die Einsätze waren flächendeckend über Wien verteilt und reichten von losen Fensterflügeln, abgebrochenen Ästen über umgeknickte Bäume und abgedeckte Dächer. Sie konnten aber "ohne größere Probleme" bewältigt werden: "Für uns sind die Notmaßnahmen beendet", sagte Feiler am Mittwochvormittag. Die Schäden können nun fertig begutachtet werden und die Arbeiten an Sachfirmen übergeben werden.

Die Autofahrer können in Wien aufatmen, denn es kommt trotz des Sturms zu keinen gröberen Behinderungen.

Eine Tote in London

Auch in den Nachbarländer verursachte die Unwetterfront vielerorts für Verkehrsbehinderungen. Umgestürzte Bäume und Gegenstände auf der Fahrbahn störten in der Schweiz den Straßen- und Schienenverkehr. Ähnliche Probleme gab es in Bayern. Wie mächtig das Sturmtief immer noch wütet, war vor allem in Großbritannien zu merken, wo es ein Todesopfer gab. Mitten in der Londoner City wurde eine Frau von einem umstürzenden Baum erschlagen. Auch in anderen Teilen Englands gab es Verletzte.

Eine abgeschwächte Form des Hurrikans "Gonzalo" ist am Dienstagabend wie erwartet mit bis zu 180 km/h über die Schweiz gefegt. Der Sturm sorgte vielerorts für Verkehrsbehinderungen. Umgestürzte Bäume und Gegenstände auf der Fahrbahn störten den Straßen- und Schienenverkehr.

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Vorkehrungen

Nach den unzähligen Warnungen mussten sich einige Branchen am Dienstag schnellstmöglich auf die Situation einstellen. „Sollte der Wind zu stark werden, dann müssen wir die Bauarbeiten in der Seestadt Aspern vorübergehend einstellen“, hieß es von der Stadtentwicklung Wien. Die Stadtgärten riefen zur besonderen Vorsicht auf: „Die Bäume werden laufend von Experten geprüft. Ab der Windstärke 8, also ab 70 km/h, wird es aber trotzdem gefährlich, sich in Parks oder in der Nähe von Bäumen aufzuhalten“, sagte Sprecher Joachim Chen.

Überhaupt rufen fast alle verantwortlichen Stellen im ganzen Land dazu auf, vorsichtig zu sein.

Tiere in Sicherheit gebracht

Das Rote Kreuz gab schon am Dienstag über seine Homepage Tipps, wie man sich bei Sturm verhalten sollte. Um die, die sich nicht selber in Sicherheit bringen können, kümmern sich zum Beispiel die Zoologen im Tiergarten Schönbrunn. „Vor allem die Giraffen und einige Vogelarten wie Papageien und Kakadus müssen vor dem Wind geschützt werden. Deshalb werden sie vorerst in den überdachten Gehegen untergebracht“, erklärte die Tiergarten-Sprecherin, Johanna Bukovsky. Sollte der Sturm aber noch heftiger werden, dann werden die Nachtwächter weitere Maßnahmen treffen.

Der starke Wind hat – man glaubt es kaum – aber auch Profiteure. „Wir freuen uns über guten Wind“, sagte der Geschäftsführer des Energieparks Bruck/Leitha, Michael Hannesschläger. Als bei den Orkanen Kyrill und Emma Windspitzen von 200 km/h gemessen wurden, seien die Maschinen gerade einmal zehn Minuten vom Netz gewesen.

Sturm, Regen, Schnee und Kälte

Mit Spitzen von teilweise über 150 km/h, mit denen der Sturm über Österreich hinweggezogen ist, sind laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) die heftigsten Böen zwar vorüber, der Wind bleibt aber kräftig bis stürmig. Bis Freitagfrüh kann es an der Alpennordseite stark regnen und oberhalb von 700 bis 1.300 Meter schneien, vereinzelt auch auf 500 Meter herab.

Winterliche Verhältnisse wird es auf höher gelegenen Straßen geben, umstürzende Bäume können weiterhin für Probleme sorgen. "Die stärksten Windspitzen sind vorbei," sagte ZAMG-Meteorologe Thomas Turecek. "Aber der Nordwestwind bleibt bis Freitag früh kräftig bis stürmisch. Vor allem auf den Bergen sowie von Oberösterreich bis zum Burgenland sind Böen zwischen 60 und 90 km/h möglich, vereinzelt auch darüber."

Weiterhin sind auch Schnee- und Regenwarnungen aktiv. "Von Mittwoch bis Freitag früh regnet und schneit es besonders an der Nordseite der Alpen verbreitet und intensiv, mit Schwerpunkt vom Tiroler Unterland über das Salzkammergut bis zum Mostviertel und zur nördlichen Obersteiermark. Im Hochgebirge fallen 50 bis 100 Zentimeter Schnee."

Am Samstag beruhigt sich das Wetter und im Großteil Österreichs kommt zeitweise die Sonne hervor. Aber es bleibt kalt, mit Höchstwerten zwischen sieben und 14 Grad. In der Früh sind stellenweise Minusgrade möglich, vor allem in windgeschützten Tälern.

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Streckenunterbrechungen bei den ÖBB

Sturm "Gonzalo" hat in der Nacht auf Mittwoch auch für Schäden auf Autobahnen und im Bahnnetz gesorgt. Laut Asfinag waren insbesondere Tirol und Wien betroffen. Bei den ÖBB gab es mehrere witterungsbedingte Streckenunterbrechungen.

Die Inntalautobahn (A12) zwischen Wörgl und Wiesing wurde wegen zahlreicher auf die Fahrbahn gestürzter Äste von 22.30 Uhr bis Mitternacht gesperrt. In Wien riss der Sturm in der Früh einen Lampenkopf der Beleuchtung auf der Südautobahn (A2) bei Vösendorf fast ab. Durch die erforderliche kurzzeitige Sperre einer Fahrspur in Richtung Wien kam es zu Verzögerungen im Frühverkehr, so die Asfinag in einer Aussendung.

Auf dem ÖBB-Schienennetz sorgten mehrere sturmbedingte Oberleitungsschäden für Probleme. So sind zwischen Feldkirchen und Glanegg in Kärnten voraussichtlich bis Donnerstag um Mitternacht keine Fahrten möglich, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Umgestürzte Bäume sorgten auch zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald für eine Streckensperre, auch hier wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Bis Mittwochmittag sollte die Strecke laut ÖBB-Sprecher Michael Braun jedoch wieder befahrbar sein.

Größere Schäden richtete der Sturm zwischen Bad Ischl und Bad Mitterndorf an. Einschränkungen sind hier bis zum Ende der Woche zu erwarten, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Nur einen eingleisigen Betrieb gab es am Mittwoch auf dem Streckenabschnitt zwischen Unterpurkersdorf und Neulengbach. Die Schadensbehebung sollte bis Mittag erfolgt sein, so die ÖBB.

Für den Mittwoch wurde insbesondere in Westösterreich Schnee erwartet. Die Autobahnmeistereien der Asfinag wurden in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt, ebenso die Mitarbeiter der ÖBB. "Wir haben die Vorkehrungsmaßnahmen früher als geplant hochgefahren", sagte Braun. "Wenn es schneit haben wir bis zu 5.000 Leute im Schichtbetrieb." Auch wurden die Weichenheizungen überprüft. Mit diesen sind 11.000 der insgesamt 14.600 Weichen ausgestattet.

Rettungsaktion in Köln

Bis zu eineinhalb Meter Schnee in den Nordalpen

Die massive Kaltfront bringt in der Nacht auf Donnerstag reichlich Schnee. Im Westen Österreichs dürfte es bis auf 800 Meter herab schneien. Weil die Temperaturen erheblich absinken, bleibt der Schnee in Tälern im Salzburger Pinzgau und im Tiroler Oberland sogar bis zum Wochenende liegen, prognostiziert Christian Ortner von der ZAMG. In den Nordalpen könnten ab 1100 Metern sogar eineinhalb Meter fallen.

Schneeverwehungen dürften vor allem auf den höher gelegenen Autobahnen und Bahnstrecken für Probleme sorgen: Die Asfinag rechnet mit bis zu 15 bis 60 Zentimetern Schnee auf der Tauern- und Brennerautobahn sowie auf der Arlberg Schnellstraße. Deren höchste Pässe liegen bei 1300 Metern. Die Asfinag rät dringend zu Winterreifen, und das noch vor dem Pflichttermin am 1. November.

So wie die Asfinag stehen auch die ÖBB am Donnerstag mit dem Winterdienst im Vollbetrieb: Bei Schneefall sind österreichweit bis zu 5000 Mitarbeiter im Schichtbetrieb. Gleis- und Weichenanlagen müssen teilweise in Handarbeit vom Schnee befreit werden. Vorab wurden alle Weichenheizungen überprüft, damit der Schnee an den neuralgischen Punkten schnell wegschmilzt. An exponierten Abschnitten in den Bergen wurden Schneeschutzzäune aufgestellt.

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