Party on the beach at night until dawn, Zrce Novalja, Pag island, Croatia.

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Chronik Österreich
07/30/2021

Sommer-Vergleich: Mehr als doppelt so viele Neuinfektionen

Die Infektionslage im Vergleich zum Vorjahr ist deutlich angespannter - aber nicht bei allen Parametern.

von Kevin Kada

Vom 1. bis zum 30. Juli 2021 gab es in Österreich 8.106 Neuinfektionen. Also innerhalb von 30 Tagen genauso viele Neuinfektionen wie während eines Tages in der Hochphase der zweiten Welle im vergangenen Herbst.

Jene Welle wurde damals vor allem durch zahlreiche Reiserückkehrer ausgelöst. Nach einem schwachen Sommer stiegen die Zahlen im September bereits merklich an, ab Oktober war die zweite Welle dann voll im Gang. 

Sieht man sich die Zahlen im Vergleich an, dann startet Österreich in diesem Jahr auf einem deutlich höheren Niveau.

Während im heurigen Juli knapp über 8.100 Neuinfektionen gemeldet wurden, waren es im Juli 2020 "nur" 3.189. Auch die 7-Tage-Inzidenz war mit 9,62 deutlich niedriger als aktuell mit 32,91.

Was man bei dem Vergleich allerdings beachten muss, ist, dass die Teststruktur in Österreich erst ab Herbst flächendeckende Tests ermöglichte.

Dass Österreich wohl in eine vierte Welle steuert, zeigt sich auch durch eine weitere Zahl deutlich. Vor genau einem Monat gab es 59 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am heutigen Freitag sind es 514. Also fast neun Mal mehr innerhalb eines Tages. 

Besonders stark betroffen sind die Jungen. In der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 100,5. Zum Vergleich: in der deutlich stärker durchgeimpften Altersgruppe der über 85-Jährigen nur bei 4,9. In der Gruppe zwischen 75 und 84 bei 5,6 und bei 65 bis 74 Jahren liegt sie bei 5,4.

Beschleunigt wird das Infektionsgeschehen durch reiseassoziierte Cluster wie zum Beispiel jener nach dem Festival in Kroatien. Mittlerweile wurden mehr als 300 Corona-Infektionen gemeldet, die auf das Festival auf der kroatischen Insel Pag zurückgehen. 

Wie die Behörden erklären, ist vor allem das Contact-Tracing deutlich schwieriger. Und der Trend dürfte anhalten, denn allein die Dunkelziffer im Zusammenhang mit dem kroatischen Festival dürfte deutlich höher sein.

Lienz am stärksten betroffen

Sieht man sich die Bezirkszahlen genauer an, so zeigt sich, dass der Bezirk Lienz in Osttirol im Moment am stärksten betroffen ist. Dort liegt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei 166. 

Abgeschlagen dahinter ist der Bezirk Hermagor auf dem zweiten Platz (89) und Zell am See (85), wo erst vergangene Woche ein Cluster in einem Nachtklub für Probleme sorgte.

Die entscheidenden Fragen, die sich in Österreich aktuell stellen, sind, ob man zum einen Reiserückkehrer die nicht geimpft sind zu einem PCR-Test verpflichten soll und ob die Nachtgastro weiter geöffnet bleiben soll. 

Die KURIER-Redakteure Johannes Arends und Susanne Mauthner-Weber haben dazu bereits ihre Meinung in einem Pro & Contra festgehalten:

Die wohl positivste Entwicklung zeigt sich in Sachen Todesfälle als auch Hospitalisierungen.

Zwar sind im Vergleich zum Juli des Vorjahres deutlich mehr Personen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben (35, 2020: 13) aber die Zahl bleibt vergleichsweise geringer, als es noch im Frühjahr der Fall war. Die Tage, an denen es keine neuen Todesfälle gibt, häufen sich.

Und auch das Bild in den österreichischen Spitälern ist deutlich besser. Auch heute, Freitag, ist die Zahl der Intensivbetten neuerlich auf 37 gesunken. Auch die Zahl der Spitalspatienten ist auf 119 zurückgegangen. Aber: Auch diese beiden Werte waren bereits vor zwei Wochen deutlich niedriger. Der Tiefststand in diesem Jahr war am 25. Juli mit 99 Spitalspatienten und am 23. Juli mit 25 Intensivpatienten. 

Hoffnung machen unterdessen jene Länder, in denen die Delta-Variante deutlich früher zugeschlagen hat als in Österreich. Während in ganz Europa die Zahlen steigen, gehen die Neuinfektionen in England, den Niederlanden und Spanien bereits wieder zurück. "Niemand weiß momentan so recht, warum das passiert", meint Infektiologe Herwig Kollaritsch. Sowohl Kollaritsch als auch der Epidemiologe Francesco Cardona schließen eine vierte Welle zwar nicht aus, aber eine ernsthafte Gefährdung der Bevölkerung möchten die beiden daraus noch nicht ableiten.

Anders sehen das Hans-Peter Hutter von der MedUni Wien sowie Statistiker Erich Neuwirth. Mehr dazu lesen Sie hier.

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