© Kurier/Gilbert Novy

Corona
11/07/2020

Mehr als 8.000 Neuinfektionen: Neue Maßnahmen stehen im Raum

Kommende Woche ist entscheidend. Gesundheitsminister Rudolf Anschober deutete neue Maßnahmen an.

von Konstantin Auer

8.241 positive Corona-Testergebnisse – das ist ein neuer Rekord. Eingemeldet wurde er von Freitag auf Samstag. Auch die Zahl der aktiv Erkrankten ist weiter gestiegen – 57.570 sind in Österreich momentan (Stand Samstag, 14 Uhr) infiziert. Das sind mehr als beispielsweise St. Pölten Einwohner hat. Rund 28 Prozent aller durchgeführten Corona-Tests fallen also positiv aus.

Erstmals werden seit Beginn der Pandemie österreichweit mehr als 3.000 Covid-19-Patienten im Spital behandelt. Davon benötigten 432 Menschen intensivmedizinische Versorgung. Die Zahl der Toten stieg um 37 auf 1.377 an.

Die zweite Welle hat damit einen neuen Höhepunkt erreicht – und es dürften weitere Rekorde folgen, da sind sich die meisten Experten einig. Gleich vier Bundesländer meldeten am Samstag mehr als 1.000 Neuinfektionen: in Oberösterreich gab es gar 2.279, in Niederösterreich 1.099, gefolgt von der Steiermark (1.021) und Wien (1.107). Im Schnitt stiegen die Infektionen in den vergangenen Tagen vor allem in Vorarlberg, Oberösterreich, Tirol und Salzburg rasant an.

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In Vorarlberg etwa sind die Intensivbetten in zwei Spitälern in Dornbirn und Hohenems schon belegt. Auch in Wien meldete der Gesundheitsverbund eine „durchaus kritische“ Situation. 531 Covid-19-Patienten sind in Wien derzeit in Spitalsbehandlung, davon 115 auf Intensivstationen.

35 Intensivbetten waren damit am Samstag in Wien noch frei verfügbar. Im Schnitt kommen täglich zwei bis vier neue Patienten dazu. Am Freitag wurde – wie in Teilen des KURIER berichtet – eine neue Covid-Station in einem Wiener Ordensspital eingerichtet. Bei den Normalbetten aber werden nun die Kapazitäten von ursprünglich 400 vorhandenen Betten laufend auf 600 erhöht, sofern sich dafür Bedarf abzeichnet.

Verschärfungen möglich

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte angesichts dieser Entwicklungen am Samstag, dass die nächste Woche weichenstellend sein wird. Im Ö1-Morgenjournal deutete er sogar mögliche weitere Verschärfungen an: Solche stehen demnach im Raum: Es stehen neue Maßnahmen im Raum „wenn das reale Risiko besteht, dass diese Anzahl von IntensivpatientInnen überschritten wird“, sagte Anschober.

Dass die Schulen geschlossen werden könnten, dementierte er. Neue Verschärfungen könnten demnach den Handel treffen. Der Minister erneuerte seinen Appell, Kontakte drastisch zu verringern, Abstand zu halten und einen Mund- Nasenschutz zu tragen.

Auch die Virologin Monika Redlberger-Fritz sagt, dass die kommende Woche entscheidend sein wird. Die starken Anstiege seien aber erwartbar gewesen: „Diese Infektionen sind sieben bis zehn Tage alt, da hatten wir die neuen Maßnahmen noch nicht“, sagt sie. Allerdings rechnet sie damit, dass die Intensivstationen kommende Woche an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen könnten.

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Kritik an zu spät ergriffenen Maßnahmen übt Monika Redlberger-Fritz nicht: „Man wusste, dass eine zweite Welle kommt, aber nicht wann“, sagt sie. Hätte man die Maßnahmen schon bei niedrigen Zahlen gesetzt, hätten Wirtschaft und Bevölkerung nicht mitgespielt. Gebot der Stunde laut der Virologin: Genaue Analyse, wo es zu den Infektionen kommt und „genau dort nachschärfen.“

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