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Chronik Österreich
12/03/2020

Massentest: Was man jetzt wissen muss

Wien, Tirol und Vorarlberg beginnen am Freitag mit den Corona-Checks. Online-Anmeldesystem sorgte am ersten Tag für Probleme.

von Elisabeth Holzer, Matthias Nagl, Josef Gebhard

Die Vorbereitungen für die aufwendigen Massentests laufen: Wien, Tirol und Vorarlberg starten morgen; bis 15. Dezember sollen alle Corona-Checks erledigt sein.

Wer kann sich testen lassen?

Alle in Österreich wohnhaften Personen, außer: Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind. Menschen, die bereits in den vergangenen drei Monaten positiv getestet und in Quarantäne waren. Personen, die berufsbedingt ohnedies regelmäßig getestet werden, Mitarbeiter von Seniorenheimen etwa.

Ist der Test Pflicht? Gibt es Konsequenzen, wenn man nicht teilnimmt?

Nein, es gibt keine Testpflicht. Es gibt also keinerlei Folgen, wenn man nicht mitmacht. Allerdings empfehlen sowohl Politiker als auch Ärzte dringend, sich testen zu lassen: Damit ließen sich Infizierte ohne Symptome finden.

Wie läuft die Organisation ab?

Man muss sich vorab registrieren: Und zwar online unter www.oesterreich.gv.at (die Anmeldung kann auch von Vertrauenspersonen erledigt werden). Ohne Anmeldung kann man nur in Salzburg und Tirol zum Test, in NÖ erhält man einen Brief mit Testort und Termin und meldet sich danach online an. Einige Bundesländer bieten auch telefonische Anmeldung an. Für die Bestätigung werden Mobiltelefonnummer oder E-Mail-Adresse benötigt. Zudem muss man E-Card oder Ausweis mitbringen.

Warum funktionierte das Anmeldesystem am Mittwoch nicht?

Am Vormittag sorgten laut Ministerium Cyber-Attacken für eine Überlastung der Seite, weshalb sie zeitweise nicht funktionierte. Am Nachmittag musste sie überhaupt offline genommen werden. Offenbar seien Anmeldedaten von Wienern an Nutzer in Kärnten geschickt worden, so der Sprecher von Landeshauptmann Peter Kaiser. Im Ministerium wollte man die Datenpanne vorerst nicht bestätigen, keine Daten seien verloren gegangen.

Wo finden die Tests statt?

Das regelt jedes Bundesland und jede Gemeinde für sich. In Wien beispielsweise gibt es insgesamt 286 Teststraßen in Marx-, Stadt- und Messehalle, in Niederösterreich sollen es mehr als 800 werden. Die meisten Tests werden vom Bundesheer organisiert, das 5.400 Soldaten abgestellt hat.

Darf man nach dem Test gleich heimfahren?

Das ist unterschiedlich geregelt. In Wien bleibt man solange im Testbereich, bis das Ergebnis vorliegt. Ist es negativ, darf man gehen. In anderen Bundesländern darf man den Testbereich gleich nach dem Abstrich verlassen, auch wenn es seitens des Ministeriums heißt: Sollte eine PCR-Nachtestung nötig sein, sollte diese „möglichst unmittelbar und bei derselben Test-Station erfolgen“, aber jedenfalls innerhalb von 24 Stunden.

Wann und wie erhält man das Ergebnis?

Das soll binnen 15 bis 30 Minuten vorliegen und kommt elektronisch, per eines auf das Handy oder die E-Mail-Adresse gesendeten Links. Um ihn öffnen zu können, braucht man die Zugangscodes, die bei der Anmeldung vergeben wurden. Das Testergebnis kann man dann abspeichern oder ausdrucken.

Ich wurde positiv getestet - was nun?

Es wird mittels PCR-Test nachgeprüft, in Wien z. B. direkt an der Testlinie mit einem PCR-Gurgeltest. Fällt auch der PCR-Test positiv aus, erfolgt die behördliche Quarantäne von zehn Tagen.

Welche Art Tests werden verwendet? Wo sind die Unterschiede?

Es werden Antigen-Tests benutzt. Im Unterschied zu PCR-Tests liegt das Ergebnis schnell vor, ist aber nicht so exakt; bei PCR-Tests wird das Erbgut des Virus selbst nachgewiesen, bei Antigen-Tests nur dessen Protein(hülle). Antigen-Tests könnten auch mit Rachenabstrich gemacht werden, doch die Probe im Mund sei zu ungenau, kritisieren Epidemiologen. Die Massentests werden mit Nasen-Abstrich durchgeführt.

Darf man vor dem Test essen oder trinken?

Allzu knapp davor nicht, das könnte das Ergebnis verfälschen. Experten raten, zwei Stunden vor dem Termin nichts mehr zu essen und 30 Minuten vorher auch nichts mehr zu trinken.

Tut der Test weh?

Schmerzhaft ist er nicht, aber angenehm auch nicht. Da das Teststäbchen ziemlich tief eingeführt werden muss, kann es zu Würge- oder Brechreiz kommen. Beim Nasenabstrich sei zudem der Kopf gerade zu halten und nicht nach oben zu heben, warnen Mediziner: Dann führe das Teststäbchen nämlich geradewegs in Richtung Schädelbasis.

Wie viel kosten die Tests?

Die Ausgaben für Test-Kits betragen 67 Millionen Euro, eine Summe, die Kritik führte: Die Preise variieren je nach Anbieter zwischen 4,86 Euro bis 7,80 Euro pro Stück. Das sei „intransparent“, rügen Vergabe-Experten.

Wird der Test wiederholt?

Bundeskanzler Sebastian Kurz hat in der ZIB 2 am Mittwochabend eine Wiederholung der Massentests rund um den um Dreikönigstag Anfang Jänner in Aussicht gestellt. 

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