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Reportage
12/01/2020

Auftakt zu Massentests in Salzburg: Zwei von 653 sind positiv

Die Tennengauer Gemeinde Annaberg-Lungötz diente als Versuchskaninchen. Nur 2 von 653 Getesteten waren positiv.

von Matthias Nagl, Andreas Puschautz

Das Feuerwehrhaus in Annaberg wird am Dienstagvormittag von Medienvertretern und Kamerateams regelrecht abgeschirmt, sodass manch Annaberger den Eingang zur Teststraße nicht mehr findet. Das Interesse an der ersten Massentestung Österreichs in der Salzburger Gemeinde ist groß, auch ein deutsches Kamerateam ist da.

Dem suchenden Paar wird dann bereitwillig geholfen. Wie einem anderen Paar, das sich beim KURIER-Reporter mit der e-Card in der Hand zum Test anmelden will. Das waren aber auch schon die größeren Pannen.

Echte Probleme hat es bei der Massentest-Premiere offenbar nicht gegeben. „Bisher funktioniert alles klaglos“, berichtet Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der sich gegen Mittag vor Ort ein Bild von der Situation macht.

Teststation Annaberg

Da trudeln immer wieder vereinzelt Annaberger im Feuerwehrhaus ein, nur zu Testbeginn um acht Uhr Früh hatte sich bereits eine kleine Schlange vor dem Feuerwehrhaus gebildet. Die Annaberger mussten sich für den Antigentest nicht anmelden. Mit Ausweis und e-Card ging es zum Feuerwehrhaus. So zieht Salzburg die Tests auch im Rest des Landes von 11. bis 13. Dezember durch.    

Die Testtage sollen so ähnlich ablaufen wie Landtagswahlen, kündigt Haslauer an. Nach Möglichkeit soll es für jeden Wahlsprengel eine Teststraße geben, nur in der Stadt Salzburg wird es drei zentrale Orte geben. Die Gemeinde Annaberg-Lungötz ist der Testlauf für ganz Salzburg. Da sie überhaupt die erste Gemeinde mit Massentest ist, für ganz Österreich.

Eigentlich hätten die Massentests in allen Bundesländern kurz vor Weihnachten stattfinden sollen. So hatte es Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angedacht. Doch daraus wurde nichts, stattdessen testet nun jedes Bundesland, wann es möchte.

Bürgermeister "sehr dankbar"

Nach wenigen Minuten sind die Annaberger durch das Feuerwehrhaus durch. Wer negativ getestet wurde, hört nichts mehr, bei einem positiven Test gibt es einen Anruf eines Contact-Tracers und eine Terminvereinbarung für einen weiteren Test am Abend.

„Es hat nicht wehgetan. Ich habe es mir schlimmer vorgestellt“, sagt Max Rettenbacher, als er aus dem Feuerwehrhaus kommt. Annaberg wurde ausgewählt, weil es „bis vor kurzem ein aktives Infektionsgeschehen gegeben hat“, erklärt Haslauer. Das habe sich bereits beruhigt. „Es ist dennoch eine positive Möglichkeit, die Massentests zu erproben“, sagt Haslauer.

Teilnahme bei knapp 50 Prozent

Am Abend wird dann Bilanz gezogen: Von 653 getesteten Annabergern waren nur zwei Personen positiv. Damit nahmen knapp 50 Prozent der 1.400 Einwohner Annabergs teil. Der zweite Ortsteil Lungötz wird dann am Mittwoch durchgetestet. Schon gegen Mittag sagte Bürgermeister Martin Promok: „Ich bin sehr dankbar, dass die Bevölkerung so rege teilnimmt.“

Nicht nur der Bürgermeister möchte wissen, wie es mit dem Infektionsgeschehen in seiner Gemeinde  aussieht. Das ist für zahlreiche Annaberger die Hauptmotivation, am Massentest teilzunehmen. „Ich mache mit, damit wir Gewissheit haben, weil wir zuletzt so viele Positive im Ort hatten“, sagt Johann Eder.

Klarheit erwünscht

Auch Max Rettenbacher sagt: „Ich habe mich testen lassen, damit wir Klarheit haben, wo wir stehen und wie das weitergehen soll.“ Bürgermeister Promok hat dazu eine klare Vorstellung. Die Massentests sollen ein Beitrag sein, die Infektionsketten zu durchbrechen, „sodass ein ruhiges und sicheres Weihnachtsfest möglich ist“, meint Promok.

Es gibt aber auch skeptische Stimmen zu den Massentests. Selbst unter jenen, die sich testen lassen. „Die Tests haben ein Für und Wider. Es ist gut, wenn wir wissen, wie es aussieht. Das kann aber morgen schon wieder anders sein. Ob es viel bringt, weiß ich nicht“, sagt Sabine Gutenbrunner.

Bestätigung noch offen

Die positiven Testergebnisse wurden am Abend mittels PCR-Test überprüft. Das galt für Annaberg-Lungötz. Bei den landesweiten Tests würde Salzburg die Bestätigung aus Gründen der Geschwindigkeit gerne mit einem Antigentest machen. Ob das möglich ist, muss mit dem Gesundheitsministerium erst abgeklärt werden.

Der wohl einzige Annaberger, der einen solchen Medienauflauf bereits gewohnt ist, war bei dem Trubel in seiner Heimatgemeinde übrigens nicht dabei. Ski-Idol Marcel Hirscher ließ sich  bei den Massentests nicht blicken.

Salzburg testet nächste Woche weiter

Die Stadt Salzburg wird die freiwilligen Corona-Massentests am Freitag, 11. Dezember, und am Samstag, 12. Dezember, durchführen. Für die kostenlosen Antigen-Tests sind drei Teststationen vorgesehen: Das Messezentrum, der Terminal zwei am Flughafen und das Kongresshaus.

Die Massentests am Land erfolgen in rund 370 Testlokalen und finden am Samstag, 12. Dezember, im Pinzgau sowie im Lungau statt und am Sonntag, 13. Dezember, im Flachgau, Pongau und Tennengau.

Bereits ab kommenden Samstag (5. Dezember) werden Lehrkräfte und Kindergartenpädagogen österreichweit getestet. Für Polizisten gehen die Massentests zwei Tage später (7. Dezember) los.

Die übrigen Bundesländer testen plangemäß wie folgt:

  • Wien: 4. bis 13. Dezember
  • Tirol: 4. bis 6. Dezember
  • Vorarlberg: 4. bis 6. Dezember
  • Burgenland: 10. und 15. Dezember
  • Oberösterreich: 11. bis 14. Dezember
  • Kärnten: 12. und 13. Dezember

Wien gab am Dienstag bekannt, dass man sich ab Mittwoch Mitternacht unter oesterreich-testet.at für den Massentest anmelden kann.

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