Spread of the coronavirus disease (COVID-19) in Vienna

© REUTERS / LEONHARD FOEGER

Chronik Österreich
12/01/2020

Massentests starten heute: Bundesländer unterschiedlich vorbereitet

Heute starten die flächendeckenden Testungen in Salzburg. Kurz vor dem Start ist noch vieles unklar.

Mit der Salzburger Gemeinde Annaberg-Lungötz beginnen am Dienstag die Massentests. Doch gerade Salzburg ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Planung für die Massentests in Österreichs Bundesländern höchst unterschiedlich und auch unterschiedlich weit gediehen sind. Ein Überblick zum Stand der Planungen:

Fix ist bisher, dass Lehrer und Kindergärtner österreichweit ab kommenden Samstag (5. Dezember) getestet werden. Für Polizisten gehen die Massentests zwei Tage später (7. Dezember) los.

In Salzburg beginnen die Tests bereits heute, Dienstag, in der Gemeinde Annaberg-Lungötz im Tennengau. Die weitere Folge in den Bundesland wurde erst am Montag präzisiert. Die Stadt Salzburg wird die freiwilligen Corona-Massentests am Freitag, 11. Dezember, und am Samstag, 12. Dezember, durchführen. Für die kostenlosen Antigen-Tests sind drei Teststationen vorgesehen: Das Messezentrum, der Terminal zwei am Flughafen und das Kongresshaus. Die Massentests am Land erfolgen in rund 370 Testlokalen und finden am Samstag, 12. Dezember, im Pinzgau sowie im Lungau statt und am Sonntag, 13. Dezember, im Flachgau, Pongau und Tennengau. Mit Lichtbildausweis und E-Card kann jeder ab zehn ohne Anmeldung kommen. In der Stadt Salzburg gibt es drei große Teststationen, in den Landgemeinden werden es rund 370 Testlokale sein, die sich von den Standorten an der Landtagswahl orientieren.

Wien: Start am Freitag

Wien startet die Tests bereits am kommenden Freitag (4. Dezember). Bis 13. Dezember können sich die Wienerinnen und Wiener an insgesamt drei Standorten untersuchen lassen. Die Testzentren werden in der Messe Wien, in der Marx-Halle und in der Stadthalle eingerichtet. Die Kapazitäten sollen für bis zu 150.000 Testungen pro Tag ausgelegt sein. Wer sich testen lassen möchte, muss sich zuvor online für einen Termin anmelden. Das soll ab morgen, Mittwoch, möglich sein.

Weitgehend klar scheint die Lage auch in Tirol und Vorarlberg: Wie Wien starten die beiden westlichsten Bundesländer am kommenden Freitag. In Tirol findet der flächendeckende freiwillige Corona-Massentest bis Sonntag statt. Die Teststationen werden ähnlich wie bei Wahlen, zumindest in den größeren Gemeinden, von 7.00 bis 17.00 Uhr geöffnet haben. Diese Öffnungszeit wurden den Gemeinden vom Land empfohlen. Zum Test anmelden muss man sich nicht. Alle Personen, die in Tirol wohnen und im Zentralen Melderegister (ZMR) gemeldet sind, erhalten in den Tagen vor dem Start per Post unter anderem ein Testformular. Dieses soll ausgefüllt mitgebracht werden. Dadurch sollen Menschenansammlungen vor Testlokalen möglichst vermieden werden.

In Vorarlberg starten die Corona-Massentests zeitgleich mit Tirol und Wien am Freitag und sind bis einschließlich Sonntag (6. Dezember) geplant. Sie werden in 80 Teststationen, die über das ganze Land verteilt sind, von 7.00 bis 17.00 Uhr durchgeführt. Anmeldungen sind bereits im Internet unter https://vorarlberg.at/coronatest bzw. telefonisch unter der Telefonnummer 05574/601-600 möglich und erwünscht.

In Kärnten soll die Anmeldung für die Massentests, die von 11. bis 13. Dezember über die Bühne gehen, über die angekündigte App des Bundes funktionieren. Wie der Landespressedienst am Montag auf APA-Anfrage mitteilte, will man aber dafür gerüstet sein, dass man die Anmeldungen auch analog abwickeln kann, wenn es mit dem System Probleme geben sollte. Geplant war, die Anmeldung mit 2. Dezember für Lehrer (Testtermin: 5. und 6. Dezember) freizuschalten - "in weiterer Folge" soll das dann auch für Privatpersonen möglich sein.

NÖ organisiert dezentral

Komplizierter scheint die Lage in Niederösterreich, da hier die Testung dezentral organisiert wird. In St. Pölten werden die Corona-Massentests am 12. und 13. Dezember an vier Standorten stattfinden. Nach Angaben des Rathauses der niederösterreichischen Landeshauptstadt vom Montag sind das VAZ, der Saal der Begegnung beim Bahnhof, das Kulturhaus Wagram und die FH auserkoren worden. Die Registrierung ist ab 7. Dezember unter www.testung.at möglich. Wiener Neustadt, die nach Einwohnern zweitgrößte Gemeinde des Landes, testet vom 12. bis 15. Dezember. Es wird laut Magistrat acht Standorte geben. Die Bevölkerung werde schriftlich informiert. Zudem wurde am Montag auf den Link www.wiener-neustadt.at/covidtest verwiesen.

Im Burgenland wird von 10. bis 15. Dezember getestet. Wie man zu einem Test kommt, ist aber noch unklar. Konkrete Infos zur Anmeldung gab es bis Montagabend nicht. Diese Info werde es "in den nächsten Tagen" geben und dann auch auf der Landes-Homepage veröffentlicht, hieß es auf Anfrage.

Auch in Oberösterreich stand bisher lediglich das Datum der Massentests fest: von 11. bis 14. Dezember. Weitere Details sollen im Laufe dieser Woche folgen.

In der Steiermark wurde am vergangenen Freitag das Wochenende 12./13. Dezember als Datum für den Massentest genannt. Weitere Infos sollte es bis Mitte dieser Woche geben.

1,6 Millionen Tests beim Bundesheer angeliefert

Österreich hat für die geplanten Corona-Massentests zehn Mio. Testkits bestellt. 1,6 Mio. davon sind beim Bundesheer schon angekommen und wurden auch schon weiter transportiert. Die erste Tranche kam am 26. November, bis 11. Dezember sollen alle bestellten Tests nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel in den Heereslogistikzentren in Wien, Eisenerz, Wels, Salzburg, St. Johann, Klagenfurt und Graz ankommen. Als erstes Bundesland wurde Vorarlberg am 30. November beliefert.

Die Testkits werden abhängig von den Vorgaben aus den Bundesländern aus den Heereslogistikzentren entweder an den mit der Testung beauftragten Verband, an ein Lager der Länder oder auch an zivile Stellen wie Einsatzorganisationen oder Gemeinden zugestellt, erklärte das Verteidigungsministerium gegenüber der APA. Die zehn Mio. Testkits haben 67,2 Mio. Euro gekostet, was von einigen Seiten als zu teuer kritisiert wird.

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