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Chronik Österreich
11/27/2020

Jedes Bundesland macht es anders: So funktioniert der Massentest

Das Online-Anmeldesystem soll bis 1. Dezember fertig sein. Alternativ gibt es eine Hotline. Das genaue Prozedere ist in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich.

von Teresa Sturm, Josef Gebhard

Noch ist es relativ leer in den Franz Guggenberger-Sporthallen in Korneuburg (NÖ). Die Logistik für die Massentestungen, die das Bundesheer dort durchführen wird, steht aber im Wesentlichen schon. Zum Start ist dort am 5. und 6. Dezember das Lehrpersonal in Niederösterreich an der Reihe.

Ein Probedurchlauf am Freitag veranschaulicht, wie das System funktioniert: Mit dem Online-Anmeldesystem bekommt man einen Termin zugewiesen, damit lange Warteschlangen vermieden werden. Bevor die Personen in den Turnsaal zur Registrierung zugelassen werden, hält sich pro Raum immer nur ein Einzelner auf. So sollen Ansteckungen im Gebäude verhindert werden. Dank der Zeitfenster werden vor Ort auch genügend Parkplätze vorhanden sein. Nach der Anmeldung wird der Test durchgeführt. „Schlimm ist es nicht, nur ein unangenehmes Gefühl“, sagt ein Grundwehrdiener, der sich am Freitag als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt hat.

Ergebnis in 15 Minuten

Danach kann der Getestete das Gebäude verlassen. Das Ergebnis des Antigentests liegt nach etwa 15 Minuten vor. Man wird entweder vom Bundesheer oder dem elektronischen System informiert. Sollte das Ergebnis positiv sein, wird man gebeten, sich in Quarantäne zu begeben und 1450 anzurufen. Dann werde noch ein PCR-Test abgenommen, sagt Kommandant Jürgen Schlechter.

In anderen Bundesländern, etwa in Wien, gebe es die Möglichkeit, auf das Ergebnis des Antigentests in einem speziellen Bereich zu warten und allenfalls den PCR-Test gleich vor Ort durchzuführen.

Zurück nach Korneuburg: Sechs Personen vom Bundesheer sorgen pro Teststraße für den sicheren Ablauf. Jede werde aber doppelt besetzt, sagt Militärkommandant Martin Jawurek. So ist auch Ablöse vor Ort. Er hofft, dass „sehr viele Leute“ teilnehmen. Sollten mehr Menschen als gedacht kommen, ist Reservepersonal in den Kasernen vorhanden.

Seit Samstag laufen die Vorbereitungen des Bundesheers. Abgeschaut hat man sich das System in der Slowakei und in Südtirol, wo solche Massentests bereits durchgeführt worden sind.

Die Tests am Lehrkörper seien auch ein Testlauf für die größeren Massentests. „Wir versuchen, etwas daraus zu lernen“, sagt Jawurek.

Das genaue Prozedere ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich. (siehe unten). Für Länder, die das wollen, wird es jedenfalls ab 1. Dezember ein Online-Anmeldesystem geben, heißt es im Gesundheitsministerium. Alternativ ist auch eine Buchungshotline geplant.

Termin buchen

Über ein Webformular kann man einen Termin buchen und die wichtigsten persönlichen Daten vorab eingeben, damit es in der Teststraße zu keinen unnötigen Wartezeiten kommt. Vor Ort ist dann nur mehr eine kurze Kontrolle nötig.

Der Getestete erhält das Ergebnis entweder direkt nach dem Test oder über einen gesicherten Link. Ein positiver Test wird zudem gleich dem Epidemiologischen Meldesystem (EMS) und der Bezirksverwaltungsbehörde übermittelt, heißt es im Ministerium.

Grundsätzlich richten sich die Massentests an alle Personen ab dem Volksschulalter. Noch nicht geklärt ist, ob man als Arbeitnehmer eine Freistellung für den Test bekommt. Das betrifft vor allem Wien, wo auch unter der Woche getestet wird.

Einmal mehr betont man im Gesundheitsministerium, dass ein negatives Testergebnis nur eine Momentaufnahme sei. Man müsse auch danach alle Hygienemaßnahmen befolgen. Primär gehe es beim Massentest darum, Infizierte ohne Symptome zu identifizieren, um weitere Ansteckungen zu verhindern, wie ein Sprecher betont.

Wichtig sei, dass die Massentests wiederholt werden, betont er. Wann, ist noch offen, ein Termin werde in Abstimmung mit den Bundesländern fixiert. Dieser werde dann aber jedenfalls erst nach Weihnachten sein.

Infos zu den einzelnen Bundesländern

Besonders früh startet Wien mit den Massentests. An den drei Standorten Stadthalle, Marx-Halle und Messe Wien sollen pro Tag 150.000 Personen getestet werden.  Bei einem positiven Test erfolgt gleich vor Ort ein PCR-Test (Gurgeltest) zur Absicherung 

Termine: 2. bis 13. Dezember

Im gesamten Bundesland werden die Gemeinden die Durchführung  der Massentests übernehmen. 800 Teststraßen sind geplant, Bundesheer, Zivilschutzverband, Feuerwehr und Rettungsorganisationen unterstützen. 15.000 Freiwillige stehen im Einsatz

Termine:12. und 13. Dezember 

Bis auf die Termine ist über den Ablauf noch wenig bekannt. Details müssen erst geklärt werden. Der große Zeitrahmen beim Massentest soll verhindern, dass es vor Ort zu Menschenansammlungen kommt 

Termine: 5. und 6. Dezember (Lehrer), 10. bis 15. Dezember (Massentests) 

Auch in der Steiermark sind noch viele Details offen. Dazu würden gerade  Expertengespräche  stattfinden, heißt es seitens des Landes.  In den zuständigen Stellen werde praktisch Tag und Nacht an einer möglichst guten Vorbereitung  gearbeitet

Termine:12. und 13. Dezember

Die Tests sind wie die Landtagswahl organisiert. Getestet wird  in den 534 Wahllokalen. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Die positiv Getesteten  werden für einen zweiten Test zur Bestätigung angerufen, der nach dem Ende der ersten Testung um 18 Uhr stattfindet

Termine: 12. und 13. Dezember

Über die Bezirke verteilt sollen 570 Teststraßen errichtet werden. Aktuell werden mögliche Örtlichkeiten geprüft. Der Personalbedarf für den Betrieb liegt bei 3.500. Wie andere Bundesländer wird man das Online-Anmeldesystem des Bundes verwenden

Termine: 11. bis 14. Dezember

Noch ist vieles offen. Allein für die Landeshauptstadt Klagenfurt rechnet man mit 60.000 bis 70.000 Menschen, die sich testen lassen wollen. Dazu benötigt es ca. 100 Testlinien und entsprechend viele Standorte

Termine: 12. und 13. Dezember, 11. bis 13. Dezember (Klagenfurt)

Einladung erfolgt per Brief. Die konkrete Abwicklung ist Sache der Gemeinden. Insgesamt soll es 566 Testlokale geben. Bei einem positiven Test soll man  am selben Tag in eine PCR-Teststraße fahren. Das Ergebnis soll dann binnen zwölf Stunden vorliegen

Termine: 4. bis 6. Dezember

Landesweit sind in Summe 80 Testeinheiten angedacht. In fast allen Gemeinden soll sich eine befinden. Pro Teststation sollen 5.000 Bürger erreicht werden.  An jeder Station können rund 1.000 Tests in zehn Stunden abgearbeitet werden  

Termine: 4. bis 6. Dezember

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