© Kurier/Juerg Christandl

Chronik Österreich
02/06/2020

Coronavirus: Fieberchecks für 140 Flugpassagiere aus China in Wien

Der erste Gesundheitscheck des Air-China-Fluges vor der Einreise nach Österreich lief diszipliniert ab.

von Birgit Seiser, Katharina Zach

Mit sechs Stunden Verspätung ist jene Air China-Maschine aus Peking am Flughafen Wien-Schwechat gelandet, deren Passagiere als erste den neuen Gesundheitschecks unterzogen werden. Noch bevor die rund 140 Flugreisenden sowie die 15-köpfige Crew das Flugzeug verlassen durften, wurden sie von der NÖ Landessanitätsdirektorin, der Amtsärztin aus Bruck/Leitha sowie vier Rettungssanitätern mit Infrarot-Fieberthermometern auf erhöhte Temperatur kontrolliert.

Die Passagiere und die Air China-Mitarbeiter seien sehr diszipliniert gewesen, heißt es. Fieber habe keiner gehabt. Es gibt somit keinen Verdachtsfall.

Erst am Mittwochabend wurde bekannt, dass diese Sicherheitsmaßnahme am Flughafen Wien-Schwechat eingeführt wird. Die Sicherheit für die Bevölkerung soll damit erhöht werden, erklärte die nö. Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Gemessen wird mit einem Infrarot-Fieberthermometer

Beim Medientermin wurde demonstriert, wie die Kontrollen durchgeführt werden

Neben einem Arzt sind Sanitäter des Roten Kreuz dabei

Das Gerät wird gegen die Stirn gehalten

Zuvor hatte der KURIER berichtet, dass wöchentlich rund 400 Passagiere aus Peking in Wien ankommen - und ohne weitere Kontrollen einreisen können. Theoretisch könnten sie das Coronavirus in sich tragen.

Alle Tests negativ, aber "Virus in Europa angekommen"

 

Grund für Panik gebe es aber nicht, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei einer Pressekonferenz. Bisher gibt es in Österreich keinen einzigen Coronavirus-Fall. 74 Menschen mit Verdacht auf die Krankheit seien laut Anschober bisher getestet worden.

Alle Ergebnisse waren negativ. Drei Tests sind noch ausständig. Allerdings: "Das Virus ist in Euroa angekommen. Erfreulich ist aber, dass es sehr wenige Krankheitsfälle gibt", sagt Anschober.

Kontrollen im Flugzeug - notfalls mit Zwang

 

Die Temperaturkontrollen selbst werden noch im Flugzeug durchgeführt. Zudem müssen die Passagiere einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, der den Behörden dann übermittelt wird. Und sie erhalten Informationsmaterial, das über das Virus informiert und die Verhaltensregeln erklärt.

Die Kontrollen der Experten werden laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) von der Polizei unterstützt - und notfalls auch mit Zwangsmaßnahmen durchgeführt.

Personen, die Fieber haben, werden abgesondert und schon vom Rollfeld aus mit gesicherten Fahrzeugen in die Krankenhäuser nach Mödling oder St. Pölten transportiert. Damit wird verhindert, dass sie mit anderen Passagieren am Flughafen in Kontakt kommen.

Allerdings: Während ein Masern-Patient im Schnitt 18 weitere Menschen ansteckt, sind es bei einem Coronavirus-Patienten 1,4. Dazu kommt, dass die Passagiere schon vor dem Boarding in Peking kontrolliert werden. Dabei wird auch überprüft, ob sie vor Kurzem in der Krisenregion rund um Wuhan waren.

Für SPÖ-Chefin und Ex-Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner ist die Umsetzung der Kontrollen ein notwendiger und richtiger Schritt. "Jede Maßnahme, die das Risiko verringert, ist zu ergreifen", betont sie. Rendi-Wagner hatte bereits zu Wochenbeginn derartige Thermoscans gefordert.

Derzeit 28.296 Krankheitsfälle

Bis zu Einführung der Temperaturkontrollen in Schwechat war es Aufgabe der Flugzeug-Crew, das Bodenpersonal zu informieren, sobald ein Passagier verdächtige Symtome zeigt. Das medizinische Personal in Schwechat würde dann bereit stehen, um den Betroffenen zu untersuchen.

Die Behörden sind jedenfalls in Alarmbereitschaft. Die für die öffentliche Gesundheit Verantwortlichen aus den Bundesländern treffen sich Donnerstagabend zu einer Lagebesprechung. Am Freitag folgt eine Telefonkonferenz aller EU-Gesundheitsminister, bei der die Maßnahmen abgestimmt werden. Nächste Woche soll laut Anschober zudem ein Gipfel der Weltgesundheitsorganisation stattfinden.

Aktuell wurden 28.296 Krankheitsfälle gemeldet. 28.036 davon in China (Stand Donnerstag, 10.30 Uhr). 565 Menschen starben bereits an der Erkrankung, bis auf zwei davon in Hong Kong sowie auf den Philippinen alle in China. In der EU sowie dem Vereinten Königreich wurden bisher 26 Fälle gemeldet.

 

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