Nach geplantem Terroranschlag in Wien: Was das für das Frequency Festival bedeutet

Ab Montag werden wieder täglich bis zu 40.000 Menschen an der Traisen feiern. Eine Terror-Gefahr wird nicht geortet, dennoch ist die Herausforderung groß.
Eine Menschenmenge genießt ein Konzert auf dem Frequency Festival vor einer beleuchteten Bühne.

Betont gelassen, so zeigen sich der Veranstalter und Vertreter von Blaulicht-Organisationen kurz vor dem Start des Frequency Festivals in St. Pölten. Die Party muss und soll weitergehen, auch wenn Verfassungsschützer eine mutmaßliche Terror-Zelle ausheben konnten, die einen Anschlag auf eines der Taylor-Swift-Konzerte in Wien geplant haben soll.

Intensive Kontrollen

Das Festival wird – ebenso wie die nun abgesagte Swift-Konzertreihe – von Barracuda Music organisiert. „Trotz der jüngsten Festnahmen mutmaßlicher Terroristen in Niederösterreich und Wien gibt es nach derzeitigem Ermittlungsstand keine konkreten Hinweise auf eine spezifische Gefährdung des Festivals in St. Pölten“, heißt es seitens die Landespolizeidirektion Niederösterreich. Die konkrete Terrorgefahr in Wien sei durch die Festnahme der Täter minimiert, „eine abstrakte erhöhte Gefahr besteht aber trotzdem weiterhin“.

Einstellen müssen sich die Besucher allerdings auf längere Wartezeiten bei den Eingangsschleusen. Die Kontrollen soll noch intensiver durchgeführt werden als in den vergangenen Jahren, war zu erfahren.

Sanitäter-Großaufgebot

So oder so, bis zu 40.000 Menschen werden ab kommenden Montag pro Tag auf dem Gelände an der Traisen erwartet, für Stimmung sorgen unter anderem Ed Sheeran, Peter Fox, RAF Camora, The Offspring, Cro und David Kushner.

„Pro Tag stehen zwischen 80 und 90 Polizisten im Einsatz, um für die Sicherheit der Besucher zu sorgen“, erzählt St. Pöltens Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler im KURIER-Gespräch. Eine Verstärkung durch die Spezialeinheit Cobra sei derzeit nicht geplant, fügt Bäuchler hinzu.

Bereits seit Monaten bereitet sich auch die Rotkreuz-Bezirksstelle St. Pölten auf das größte Fest des Landes vor. Die Planungen umfassen neben der Organisation von Ausrüstung und Material (Versorgungszelte, Container, Einsatzfahrzeuge, Verbandsmaterial, etc.) auch den Aufbau der Infrastruktur und vor allem das Bereitstellen der Sanitäter und Notärzte. In Spitzenzeiten werden bis zu 120 Rotkreuz-Mitarbeiter vor Ort sein.

„Wir sind rund um die Uhr da, wenn Festivalgäste unsere Hilfe benötigen. Speziell nach Insektenstichen und beim Auftreten von Beschwerden wie Schwellungen oder Kreislaufproblemen soll umgehend einer unserer sieben Sanitätsstützpunkte aufgesucht werden“, erklärt Bezirksstellenkommandant Erich Winkler.

Parkverbot

Weil das Frequency Festival einmal pro Jahr die Einwohnerzahl St. Pöltens quasi verdoppelt, ist die Hauptstadt bemüht, die Anrainer vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.

„Das bereits aus den Vorjahren bekannte Halte- und Parkverbotssystem wird wieder zum Einsatz kommen. Durch die Ausgabestelle der Festivalbänder im unmittelbaren Nahbereich der Parkplätze sowie die reduzierte Anzahl an Ein- und Ausgängen auf das Festivalgelände sollen die Festivalbesucher weitestgehend aus den Siedlungsgebieten ferngehalten werden“, heißt es aus dem Rathaus.

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