Geplante Hauptplatzgestaltung in Amstetten: Allein hier sollen 30 neugepflanzte hochstämmige Bäume für Kühle und Entspannung sorgen

© yewo landscapes, sam

Chronik Niederösterreich
07/01/2021

Innenstadt wird in Amstetten umgebaut: Weniger Autos mehr Grün

Der Masterplan für die City ist fertig. Begegnungszonen mit vielen Bäumen sollen Autofahrer vergrämen, aber Besucher und Konsumenten zum Bleiben verführen.

von Wolfgang Atzenhofer

An die sechs Millionen Euro will Amstettens Stadtregierung in die Neugestaltung der Innenstadt investieren. Ein am Mittwoch präsentierter Masterplan sieht mehr Lebensqualität und Grün, aber weniger Autoverkehr in der City vor. Begegnungszonen bei den Hotspots Hauptplatz, Wienerstraße und Rathausstraße, sowie Dutzende Bäume und Grünoasen, sogenannte Pocketparks, sollen  künftig den Charakter der City bestimmen.

Leuchtturmprojekt

ÖVP-Bürgermeister Christian Haberhauer und sein ÖVP-Vize Markus Brandstetter, der für Verkehr und Stadtentwicklung zuständig ist, präsentierten mit den beauftragten Experten die neuen Pläne. „Ein Leuchtturmprojekt für Amstetten“, versicherte Haberhauer. Er hatte im Gemeinderatswahlkampf eine lebenswertere Innenstadt als eines seiner Hauptthema propagiert und die Wahl 2020 gewonnen.

Event- und Marktbereich und neue Bäume 

Für die neue City-Gestaltung und -Belebung wurde die Stadterneuerung Amstetten (sam) gegründet. Bevor die Bagger auffahren, braucht es einen Gemeinderatsbeschluss über den Masterplan, danach folge ein EU-weiter Wettbewerb für die Planung, kündigte der Bürgermeister an.

Nach den Detailplanungen und Ausschreibungen soll gebaut werden und 2023 die ersten Änderung greifen. Allein am Hauptplatz sollen zusätzlich zu einem Event- und Marktbereich 30 neue Hochstammbäume gepflanzt werden, erklärte Dominik Scheuch von der Wiener Planerfirma yewo-landscapes.

Tempolimit 20km/h

In eine Zone, in der Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichberechtigt sein werden und ein absolutes Tempolimit von 20 km/h vorgeschrieben ist, wird auch die Rathausstraße umgebaut. Dort sollen vor allem die Unternehmen viel mehr Außenfläche für Gastro- und Verweilzonen bekommen, schilderte yewo-Architektin Karolina Petz aus dem 90-seitigen Handlungskatalog „Zentrumszone Amstetten“.

Markenfirmen sollen gelockt werden

Amstetten verkaufe sich schlechter als es tatsächlich ist, bescheinigte Stefan Lettner von der Beratungsagentur cima, der einen City-Check als Projektbasis erstellte. Noch seien die Leerflächen bei 45.000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der Innenstadt samt dem Einkaufszentrum CCA nicht überdurchschnittlich groß. Handlungsbedarf gibt es aber: Zugkräftige Markenfirmen sollen in die Stadt gebracht werden. Auch eine koordinierte Nutzung der Immobilien und eine Forcierung der Wohnbereiche im Stadtzentrum sollte folgen, so Lettner. Die Einrichtung einer Fußgängerzone wäre der falsche Weg, so Lettner.

Überschüssige Autofahrten verhindern

Ein neues Verkehrs- und Parkraumleitsystem soll überschüssige Autofahrten im Zentrum verhindern und die hohe Zahl an Stellflächen rund um die City besser bewusst machen, kündigte Stadtvize Brandstetter an. „In den Begegnungszonen werden Parkplätze nur geopfert, wenn aus der Fläche ein höherwertiger Nutzen gezogen werden kann“, versicherte er. Falls es vernünftig ist, können die Verkehrsplaner auch Straßenrichtungen und Einbahnen umdrehen.

Mehr Infos unter www.sam.amstetten.at

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare