Größte Serienmörderin aller Zeiten: Elisabeth Báthory

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Geschichten mit Geschichte
06/23/2020

Die Gräfin, die 650 Menschen ermordete

Georg Markus über Elisabeth Báthory und andere Frauen, die blutige Verbrechen begingen.

von Georg Markus

Vorweg sei festgehalten, dass laut Kriminalstatistik schwere Verbrechen weltweit mehrheitlich von Männern verübt werden. Auch in der jüngeren Geschichte scheinen eher wenige Kriminalfälle auf, die von Frauen begangen wurden. Doch es gibt sie, die Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, die zu Morden und anderen Untaten fähig sind.

Die bei Weitem blutrünstigste Frau der Geschichte war die im 16. und 17. Jahrhundert auch in Österreich wütende Gräfin Elisabeth Báthory, die bis zu 650 Menschen auf dem Gewissen hatte.

Furchtbare Schmerzen

Die erste Bluttat beging die gebürtige Ungarin, als sie einen ihrer Geliebten dabei erwischte, wie er mit der Küchenhilfe schlief. Sie quälte das Mädchen so lange, bis es unter furchtbaren Schmerzen starb. Ab 1594 lebte Elisabeth Báthory auf der Burg Lockenhaus im heutigen Burgenland. Als dort die Pest ausbrach, ließ sie alle Menschen der befallenen Dörfer begraben, egal ob sie noch lebten oder bereits tot waren.

Darüber hinaus befahl sie, alle Juden der Umgebung umzubringen, da sie ihnen die Schuld am Ausbruch der Seuche gab.

Die Verbrechen der „Blutgräfin“ werden in einem eben erschienen Buch der Autorinnen Gabriele Hasmann und Sabine Wolfgang als einer von 22 Fällen geschildert: „Die Wilde Wanda und andere gefährliche Frauen, Verbrecherinnen über die Jahrhunderte“ (Ueberreuter Verlag).

Elisabeth Báthory war die Nichte des polnischen Königs Stephan Báthory, dessen Familie mit dem Haus Habsburg lang anhaltende Machtkämpfe führte. Elisabeth erlebte selbst von klein auf grausame Folterungen, etwa als ihre beiden Schwestern von rebellischen Bauern aufgehängt wurden. Und ihr Bruder war unter Alkoholeinfluss ein Vergewaltiger und aggressiver Schläger. Auch ihr späterer Ehemann Ferenc von Nádasdy war für seine Grausamkeit bekannt.

Die sadistische Psychopathin hatte zwei Wiener Wohnsitze, einen in der Brandstätte und einen in der Augustinerstraße. Dorthin ließ sie sich von ihren Dienern junge Mädchen kommen, denen sie Anstellungen als Kammerzofen versprach. Sie wurden zu ihren verschiedenen Herrschaftssitzen gebracht, gefoltert und ermordet. In ihrem Tagebuch notierte sie Namen und Todestage ihrer Opfer.

Prozess und Haft

Nach dem Tod ihres Mannes wurde die Gräfin immer hemmungsloser. Lange entging sie der Justiz, doch im Jahr 1610 wurde sie auf Befehl des ungarischen Königs Matthias II. in ihrer Burg Lockenhaus verhaftet, im Jahr darauf wurde ihr der Prozess gemacht. Während fünf ihrer Bediensteten als Mitwisser hingerichtet wurde, kam die Gräfin aufgrund ihrer adeligen Herkunft mit einer lebenslangen Kerkerstrafe davon. Sie starb 54-jährig nach nur dreijähriger Haft.

Laut „Guiness Buch der Rekorde“ gilt die „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory mit bis zu 650 Opfern als die größte Serienmörderin aller Zeiten.