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Chronik Burgenland
12/03/2020

Commerzialbank: Kripo will Vermögen in der Schweiz suchen

Ex-Commerzialbank-Chef Martin Pucher hat Geld aus Toto-Gewinnen in der Schweiz angelegt. Jetzt wird danach gesucht.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber, Thomas Orovits

Der burgenländische Skandalbanker Martin Pucher war ein Zocker. Innerhalb von zwölf Jahren soll er in einer Spielergemeinschaft mit einem Freund und einer Toto-Tippgemeinschaft mit seiner Frau Millionen-Gewinne eingestreift haben. Wie der KURIER berichtete, sollen Puchers Spielgemeinschaften umgerechnet 4,89 Mio. Euro eingesetzt und 5,83 Mio. Euro Gewinn kassiert haben.

In den Jahren 1989 bis 1998 sollen im Namen von Elisabeth Pucher elf Toto-Zwölfer mit umgerechnet 1,697 Millionen Euro Gewinn kassiert worden sein. Das geht aus einer aktuellen Auflistung der Österreichischen Lotterien hervor.

Zu den Lottogewinnen Puchers gibt es laut Lotterien keine Aufzeichnungen in der Großgewinner-Datenbank mehr, da diese aufgrund des Datenschutzes nur sieben Jahre zurückreichen.

Einige der hohen Toto-Gewinne hat Martin Pucher für den Ankauf von Wertpapieren verwendet, die in einem Depot bei der Bank UBS in Zürich verwahrt wurden. Pucher hat vor allem in Metallwerte (Silber, Gold) investiert.

Die Kripo hat nun bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft ein Rechtshilfeansuchen an die Schweiz beantragt, „da nicht auszuschließen ist, dass es sich bei den Bankeinlagen um veruntreute Vermögenswerte der Commerzialbank handelt und es möglicherweise noch weitere Bankeinlagen in der Schweiz gibt“.

Auf rund 600.000 bis 700.000 Euro werden die in der Schweiz deponierten Vermögenswerte geschätzt. Doch das Depot hat Pucher schon vor Jahren seiner Frau Elisabeth geschenkt.

Schließfächer der Töchter

„Es ist richtig, dass Herr Martin Pucher im Jahr 2008 einen Wertpapierbestand im Wege einer Schenkung auf ein neu eröffnetes Depot seiner Ehefrau bei der UBS AG in der Schweiz übertragen hat. Die angegebene Wertgröße ist richtig“, sagt Martin Spornberger, Anwalt von Elisabeth Pucher zum KURIER.

Indes hat die Staatsanwaltschaft den Inhalt des Schließfaches 120 bei der Commerzialbank sicherstellen lassen, das zwei Töchtern Puchers gehören soll. Darin fanden sich zwei Silberbarren zu je einem Kilogramm mit der Gravur: „Zum 30. Geburtstag von der Commerzialbank Mattersburg“ bzw. „Zum 30. Geburtstag von Deinem SV Mattersburg“; weiters zahlreiche Ringe, Kinderschmuck, Ketten, Goldplättchen, Anhänger und Armreifen.

"Keinen erheblichen materiellen Wert"

"Die Sicherstellung betrifft den Inhalt eines Schließfachs, in dem die Töchter Schmuckstücke aufbewahrt haben, die sie über die gesamte Lebensspanne von über 40 Jahren zusammengetragen haben. Es handelt sich demnach um Kinderschmuck, Bettelarmbänder, Matura- und Sponsionsgeschenke, und sonstige Aufmerksamkeiten, die sie aus der Familie (Großeltern, Eltern, Tanten, Onkeln, etc) und von anderen nahestehenden Personen erhalten haben“, teilt Anwalt Spornberger dem KURIER mit. "Diese Schmuckstücke haben keinen erheblichen materiellen Wert, wohl aber einen emotionalen. Aus diesem Grund haben sich die Töchter auch aktiv an den Masseverwalter und Staatsanwalt gewandt, darauf hingewiesen, dass es dieses Schließfach bei der Bank gibt und darum gebeten, den Inhalt entnehmen zu dürfen. Daraufhin erfolgte die Sicherstellung des gesamten Inhalts unter Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen." Nachsatz: "Die Töchter sind selbstverständlich überzeugt, dass die Schmuckstücke nicht aus veruntreuten Geldern finanziert wurden. Die gegenteilige Annahme ist auch mit Blick auf die Vielzahl anderer Geschenkgeber (als dem Vater) nicht nachvollziehbar."

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