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Chronik Burgenland
07/08/2020

Burgenland: Wo Wasserratten den meisten Spaß haben

Seen und Freibäder locken, aber bisher trübt das Wetter die Saison mehr als die Corona-Maßnahmen. Platz gibt es genug.

von Claudia Koglbauer-Schöll, Roland Pittner, Michael Pekovics

Das erste Ferienwochenende ist geschlagen und das Wetter soll in den kommenden Tagen noch sommerlicher werden. Der Corona-Lockdown ließ die burgenländischen Seen und Bäder zwar verspätet in die Saison starten. Einige merken aber bereits verstärkten Zulauf, denn Urlaub zu Hause steht bei vielen Burgenländern am Programm.

„Wir hatten am Sonntag 700 Gäste am Badesee“, sagt Michaela Raber, Bürgermeisterin von Rauchwart im Bezirk Güssing. Seit 29. Mai ist geöffnet, doch bisher war die Saison durchwachsen. „Das Wetter hat noch nicht so mitgespielt“, sagt die Bürgermeisterin. Aber grundsätzlich dürften bis zu 1.200 Badegäste auf das großräumige Areal des Sees. Kontrolliert wird über die Registrierkasse.

Mehr Urlaub daheim statt Meerurlaub

Am Campingplatz sei aber mehr los als in den vergangenen Jahren: „Es wird mehr Urlaub in Österreich gemacht. Aber auch am Campingplatz achten wir darauf, dass alle Sicherheitsvorkehrungen von den Gästen eingehalten werden“, so Raber.

Beliebte Badeseen

Auch am Naturbadesee Königsdorf im Bezirk Jennersdorf seien die Gäste diszipliniert. „Wir hatten am Anfang Angst, dass wegen der Corona-Situation die Besucherzahlen einbrechen könnten, aber bis jetzt läuft es gut – wenn das Badewetter passt“, sagt Bürgermeister Mario Trinkl. 1.500 Personen können den Naturbadesee gleichzeitig genießen.

„Wir kommen aber nur zu Spitzenzeiten an diese Grenze. Die Leute kommen gern zu uns, weil wir mehr Platz als kleine Freibäder bieten können“, meint der Bürgermeister.

Ebenfalls 1.500 Gäste können in Weiden am See ins Strandbad. In Podersdorf gibt es gar Platz für 13.000 Gäste. „Derzeit ist der Andrang der Badegäste so groß wie schon lange nicht mehr“, sagt Podersdorfs Tourismusmanager Rene Lentsch. 6.000 bis 7.000 Gäste kämen über den Tag verteilt, auch die Zahl der Gäste aus der Slowakei steigt.

Zum ersten Mal wird am 19. Juli in Podersdorf ein neues Triathlon-Jagdrennen mit vier Teams über die Bühne gehen. Mit dabei sind der zweifache Hawaii-Weltmeister Patrick Lange und der amtierende Weltmeister Gustav Iden.

Personalaufwand steigt

Gut besucht war vergangenen Sonntag auch das Waldbad im mittelburgenländischen Neutal, sagt Bürgermeister Erich Trummer. Gestiegen sei Corona-bedingt aber auch der Personalaufwand. Um die Abstandsregeln kontrollieren zu können, seien jetzt zwei Bademeister nötig, was sich aufs Gemeindebudget schlagen werde.

Abstand halten
Auch beim Besuch von Badeseen und Freibädern ist  auf die Abstände von zumindest einem Meter außerhalb des Wassers zu achten.  Bei größeren Menschenansammlungen sollte Mund-Nasenschutz getragen werden

Freibad
Der Mindestabstand in aufbereiteten und desinfizierten Becken beträgt zwischen einem und zwei Metern – kurzzeitige Unterschreitungen sind ausgenommen

Badesee
In Oberflächengewässern und Kleinbadeteichen empfiehlt das Gesundheitsministerium einen Abstand von drei bis vier Metern zwischen den einzelnen Besuchern

Mit massiven Einbußen beim Freibad rechnet etwa auch Deutschkreutz’ Bürgermeister Manfred Kölly. „Wir haben einiges in das Bad investiert, aber bis jetzt ist weniger los.“ An guten Tagen kämen 500 bis 1.000 Gäste, etwa 60 Prozent der Besucher kommen aus dem benachbarten Ungarn.

Auch im Eisenstädter Freibad im Schlosspark ist heuer weniger los als üblich. Zwei Drittel weniger Badegäste als im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden in der Freizeiteinrichtung der Stadt gezählt. Zum einen habe das Wetter bisher nicht so mitgespielt. Und auch die Schülergruppen seien „heuer komplett ausgefallen“, sagt eine Sprecherin des Rathauses. „Aber trotz allem: Nach der anfänglichen Skepsis wegen Corona merkt man, dass es jetzt wieder mit den Besucherzahlen bergauf geht.“

Die Geheimtipps für Wasserratten

Denn die Reise ans Meer fällt heuer wohl für etliche Burgenländer ins Wasser. Wer trotzdem gerne ein  paar Kilometer fahren  will, findet  auch in seinem Bundesland reizvolle Destinationen – ohne Stau bei der Anreise.

Nordburgenland

Natürlich, der Neusiedler See mit seinen Strand-  und Seebädern. Wer ganz ohne Drehkreuz und Eintritt ins Wasser will, dem sei das Seebad Jois ans Herz gelegt.

Zusätzlicher Bonus: die Gastronomie im Restaurant Seejungfrau, direkt am Wasser zwischen Jachthafen und Badewiese gelegen. Liegestühle  und Schirme können ausgeborgt werden.

Mittelburgenland

Ein „Geheimtipp“ mitten im Naturpark Landseer Berge ist der  Naturbadeteich Kobersdorf. Idyllisch, etwa zwei Kilometer außerhalb der Ortschaft an einer Waldlichtung gelegen, können Badegäste bei rund 25 Grad Wassertemperatur dem Schwimmgenuss frönen. Für die Kleinen gibt es einen Sandspiel- und für Sportliche einen Beachvolleyballplatz. Stärken können sich Besucher bei der Kantine, freitags wird gegrillt. Auch auf der 42.000 Quadratmeter großen Anlage des Sonnensees  Ritzing hat man kein Problem, die Abstandsregeln einzuhalten – tolle Gastronomie und Freizeitangebote  inklusive.

Südburgenland

Die vielleicht erfrischendsten Bademöglichkeiten Pannoniens finden Wasserratten im Südburgenland. Zum einen im Naturschwimmbad Bernstein, das ausschließlich mit Quellwasser gespeist  wird, ganz ohne Zugabe von Chemikalien auskommt und dessen Wasser sich quasi selbst reinigt – inklusive Gastronomie auf Haubenniveau in der Kantine48.

Zum anderen am Badesee Rechnitz am Fuße des Geschriebensteins, dem ersten künstlich angelegten See des Landes mit einer Länge von 300  Metern bei  einer Breite von 100 und einer Tiefe von sieben  Metern.

In der Wassererlebniswelt Südburgenland der Gemeinden Eberau und Moschendorf ist das Wasser zwar flacher und damit auch etwas wärmer, dafür lockt ein tolles Gesamtpaket mit zahlreichen Betätigungs- und Freizeitmöglichkeiten für die ganze Familie – vor   allem für Kinder ein echtes Paradies.

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