Heute unterstützt die Sternsinger-Aktion Hilfsprojekte in aller Welt.

© honorarfrei/Dreikönigsaktion

Sternsinger
01/05/2017

Heilige Drei Könige: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Caspar, Melchior und Balthasar sind bekannt - aber woher kommt der Sternsingerbrauch und woher haben sie ihre Namen eigentlich?

von Ingrid Teufl

Gab es die Heiligen Drei Könige, die das Jesuskind anbeteten, wirklich?

In der Bibel gibt es nur im Matthäus-Evangelium (Kapitel 2, Vers 1 und 11) kurze Hinweise, dass dem "neugeborenen König der Juden" von drei Besuchern Geschenke gemacht wurden. Die Rede ist aber von "Sterndeutern (griechisch Magoi) aus dem Osten". Als Könige wurden sie erstmals um das Jahr 200 nach Christus vom christlichen Schriftsteller Tertullian bezeichnet. Erst im 5. Jahrhundert schloss Papst Leo (440 - 461) aufgrund der drei Gaben auf drei Besucher. Ab dem 8. Jahrhundert wurden sie als Sinnbilder der drei Lebensalter des Menschen (Balthasar als Greis, Melchior ein Mann mittleren Alters, Caspar ein Jüngling) gesehen, ab dem 12. Jahrhundert versinnbildlichten sie die drei damals bekannten Kontinente.

Woher kommen die Namen Caspar, Melichior und Balthasar und wofür stehen sie?

Sie tauchten erstmals im 6. Jahrhundert auf - als "Thaddadia, Melchior und Balytora", seit dem 8. Jahrhundert heißen sie Caspar, Melchior und Balthasar. Durch ihre Reise nach Bethlehem gelten sie als Patrone der Reisenden und Pilger, besonders auch für die "letzte Reise", den Tod.

Warum hat Caspar ein geschwärztes Gesicht?

Die Heiligen Drei Könige stehen wie erwähnt für drei Kontinente. Caspar verkörpert Afrika, daher seine schwarze Gesichtsfarbe. Balthasar symbolisiert meist Asien und Melchior Europa.

Was bedeuten die Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe?

Sie stellen die drei wertvollsten Schätze aus der Zeit der Geburt Jesu dar. Das Gold (Melchior) ist laut der Schrift "Gesta Romanorum" Bild für die Weisheit eines Königs, Weihrauch (Balthasar) gilt als Opfergabe und für das Gebet und Myrrhe (Caspar) soll Reinheit und Selbstbeherrschung symbolisieren.

Was haben die heutigen Sternsinger mit den Heiligen Drei Königen zu tun?

Seit dem 16. Jahrhundert werden die Heiligen in Prozessionen und liturgischen Spielen verehrt. Damals entstand auch die Tradition des Sternsingens. Die Pfarren schickten Kinder, aber auch Erwachsene mit einem Stern auf einer Stange aus. Sie sangen Lieder, besuchten die Häuser der Pfarre und baten um Gaben und Geldspenden. Im 20. Jahrhundert wurde dieser Sternsingerbrauch durch die heutige Dreikönigsaktion ersetzt, die seit 1955 alljährlich vor dem 6. Jänner, dem Feiertag der Heiligen Drei Könige, von der Katholischen Jungschar durchgeführt wird. Alljährlich sind 85.000 Kinder in ganz Österreich unterwegs. Im Jahr 2016 ersangen sie 16,7 Millionen Euro. In den vergangenen Jahrzehnten kamen insgesamt 350 Millionen Euro zusammen, mit denen mehr als 10.000 Hilfsprojekte in Asien, Afrika und Lateinamerika unterstützt wurden.

Was bedeutet der Schriftzug C + M + B, den die Sternsinger mit Kreide auf die Türstöcke schreiben, tatsächlich?

Mit diesem Zeichen verewigen sich die Sternsinger nicht mit ihrem Namen. Die Buchstaben sind die Abkürzung für den lateinischen Segensspruch "Christus mansionem benedicat" und bedeutet "Christus segne dieses Haus".

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