Wissen und Gesundheit
16.01.2018

Jugendliche fragen lieber Hausarzt als "Dr. Google"

Eine neue Umfrage zeigt: Sie blicken kritisch auf ihr eigenes Verhalten, wissen aber zu wenig über ihre Patientenrechte.

"Für mich war das schon sehr überraschend – und positiv." Das sagt Patientenanwalt Gerald Bachinger zu einem Ergebnis einer neuen Integral-Umfrage zum Thema Jugend und Gesundheit im Auftrag des Janssen Forums: Für die befragten 18- bis 29-Jährigen sind Ärzte nach wie vor die wichtigste Informationsquelle in Gesundheitsfragen – deutlich vor dem Internet, das an Bedeutung in diesem Bereich sogar noch verloren hat (siehe untenstehende Grafik).

"Den Wunsch nach einer persönlichen Beziehung zu einem Vertrauensarzt mit guten kommunikativen Fähigkeiten schreiben wir ja eher den älteren Menschen zu – aber er steht auch bei den Jungen im Vordergrund."

Die junge Generation ist allerdings sehr (selbst-)kritisch, was ihren persönlichen Lebensstil betrifft: Weniger als die Hälfte bezeichnet ihn als "gesund" oder "eher gesund". Wobei Jugendliche mit Pflichtschulabschluss ihre Ernährung oder z. B. den Zigaretten- und Alkoholkonsum nochmals kritischer bewerten als jene mit höheren Bildungsabschlüssen. Bachinger: "Bei Erwachsenen haben schon frühere Studien gezeigt, dass der Gesundheitszustand auch von der Postleitzahl abhängt – den sozialen Verhältnissen und dem Bildungsgrad. Das Erschreckende ist, dass sich hier in der jungen Generation keine Verbesserung zeigt."

"Nachholbedarf"

Mäßig ist das Wissen um Patientenrechte – beinahe jeder zweite fühlt sich hier nicht ausreichend informiert. Etwa über das Recht auf Selbstbestimmung oder das Recht auf Informationen über bekannte Risiken und Folgen von Behandlungen. "Hier gibt es noch Nachholbedarf", sagt Wolfgang Tüchler vom Janssen Forum: "School Nurses (speziell ausgebildetes Pflegepersonal, Anm.) könnten viel zur Bewusstseinsbildung beitragen." Bachinger könnte sich vorstellen, dass hier künftig die neuen Primärversorgungszentren eine Rolle spielen: "Die Förderung von Prävention und Gesundheitsbewusstsein ist eine ihrer Aufgaben." Pflegepersonen sollten dann von den umliegenden Schulen für Veranstaltungen zum Thema Gesundheitswissen eingeladen werden können. Bachinger: "Wer gut informiert ist, hat bessere Chancen, eine Krankheit gut zu bewältigen."