© REUTERS/DAVID RYDER

Wissen Gesundheit
03/21/2020

Wie die Testkapazitäten jetzt ausgebaut werden

Automatisiertes Verfahren ermöglicht deutlich mehr Tests. Auch niedergelassene Labors steigen in die Testung ein – aber nur im öffentlichen Auftrag.

von Ernst Mauritz

Während in Venetien bereits flächendeckend getestet wird, werden die Testkapazitäten in Österreich nun massiv ausgeweitet: Das Zentrallabor im Wiener AKH hat erste Testkits des neuen, hochautomatisierten Coronavirus-Tests von Roche bekommen. Dieses System ermöglicht auf Großgeräten 1.000 Tests in 24 Stunden. „Der händische Aufwand wird stark reduziert“, sagt Robert Straßl, Leiter der Virologie im Zentrallabor von AKH / MedUniWien. Mit den schon bisher durchgeführten manuellen Tests sind ab jetzt 1.300 Tests in 24 Stunden möglich. „Wir haben heute auch auf 24 Stunden Dienst umgestellt.“

20 größere und kleinere Labore in Österreich führen derzeit „PCR-Tests“ auf das Coronavirus durch. Bei diesen Tests werden typische Merkmale des Virus-Erbguts vervielfältigt und nachgewiesen. „Durch diese Institute können derzeit (Stand Freitag, Anm.) mehr als 3.500 Tests pro Tag und mehr als 23.000 Tests in der Woche durchgeführt werden“, heißt es im Gesundheitsministerium. „Diese Leistungskapazitäten werden entsprechend dem Bedarf weiter erhöht.“ Mit dem Roche-Test könnte die Testanzahl deutlich ausgeweitet werden, allerdings übersteigt die Nachfrage das Angebot enorm, sagte Konzernchef Severin Schwan.

Privatlabors helfen

Um die Kapazitäten weiter zu steigern, sollen jetzt auch drei private Labors – eines in Salzburg, zwei in Wien – mit dem Testen beginnen: „Die zwei großen Privatlabors in Wien – ,labors.at‘ und ,Ihr Labor‘ – werden die öffentliche Hand bei der Auswertung der öffentlichen Proben unterstützen. Es kann aber niemand privat in eine Laborordination kommen oder sich zu einem Test überweisen lassen“, betont Labormediziner Georg Greiner vom Klinischen Institut für Labormedizin der MedUni Wien. Er ist mit den niedergelassenen Labors in Kontakt. Auch Klaus Alexander, Geschäftsführer von labors.at, sagt: „Privatpatienten dürfen auf keinen Fall in die Laborordinationen kommen, sondern müssen sich an die Hotline 1450 wenden. Es handelt sich rein um Aufträge für öffentliche Gesundheitseinrichtungen, die in unseren Zentrallabors durchgeführt werden sollen.“ Die beiden Großlabors könnten – bei ausreichend lieferbaren Testkits – dann zirka je 1.000 Tests täglich durchführen.

Ein Unterschied dazu sind Antikörper-Tests, die anhand der Abwehrstoffe durchgemachte Infektionen anzeigen. „Für geprüfte Tests gibt es aber Lieferschwierigkeiten, die sind noch nicht verfügbar“, sagt Straßl. Im Wesentlichen kann man damit nur überstandene Infektionen nachweisen – Antikörper werden acht bis 14 Tage nach Infektionsbeginn gebildet. Von im Internet angebotenen Antikörper-Schnelltests raten viele Experten ab. Sie seien nicht ausreichend geprüft, falsche Ergebnisse möglich.

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